Archivbild: Wolfram N. Diener, Marius Berlemann und Bernhard J. Stempfle © Lokalbüro

Archiv­bild: Wolf­ram N. Die­ner, Marius Ber­le­mann und Bern­hard J. Stem­pfle © Lokalbüro

 

Die Messe Düs­sel­dorf hat im ver­gan­ge­nen Jahr trotz schwa­cher Kon­junk­tur und geo­po­li­ti­scher Unsi­cher­hei­ten ein deut­lich posi­ti­ves Ergeb­nis erzielt. Mit einem Umsatz von 374,4 Mil­lio­nen Euro und einem Gewinn nach Steu­ern von 44,4 Mil­lio­nen Euro erwirt­schaf­tete die städ­ti­sche Gesell­schaft 2025 erneut ein soli­des Plus. Gleich­zei­tig kün­digt das Unter­neh­men mil­li­ar­den­schwere Inves­ti­tio­nen in den Stand­ort an und setzt ver­stärkt auf neue Mes­se­for­mate, um seine inter­na­tio­nale Wett­be­werbs­fä­hig­keit zu sichern.

Für Düs­sel­dorf sind die Zah­len von erheb­li­cher Bedeu­tung. Die Messe zählt zu den wich­tigs­ten Wirt­schafts­mo­to­ren der Stadt. Allein die 26 Ver­an­stal­tun­gen, die 2025 auf dem Düs­sel­dor­fer Gelände statt­fan­den, lock­ten mehr als eine Mil­lion Besu­cher und knapp 24.000 aus­stel­lende Unter­neh­men in die Lan­des­haupt­stadt. Hotels, Gas­tro­no­mie, Ein­zel­han­del und zahl­rei­che Dienst­leis­ter pro­fi­tie­ren von die­sem Geschäft. Ins­ge­samt ver­an­stal­tete die Unter­neh­mens­gruppe welt­weit 81 Mes­sen. Mehr als zwei Drit­tel davon fan­den im Aus­land statt.

Beson­ders das ver­gan­gene Jahr zeigte erneut die inter­na­tio­nale Strahl­kraft des Stand­orts. Höhe­punkt war die Kunst­stoff­messe K, die nur alle drei Jahre statt­fin­det und als welt­weit wich­tigste Bran­chen­ver­an­stal­tung gilt. Über 175.000 Fach­be­su­cher und mehr als 3.000 Aus­stel­ler sorg­ten für eine voll­stän­dige Aus­las­tung aller Hal­len und des Frei­ge­län­des. Die Ver­an­stal­tung zählt tra­di­tio­nell zu den wich­tigs­ten Umsatz­trei­bern der Messe Düsseldorf.

Auch die Inter­na­tio­na­li­tät der Düs­sel­dor­fer Leit­mes­sen bleibt bemer­kens­wert. Rund 74 Pro­zent der Aus­stel­ler stam­men aus dem Aus­land. Bei der Medi­zin­tech­nik­messe MEDICA liegt der Anteil inter­na­tio­na­ler Aus­stel­ler sogar bei 88 Pro­zent, bei den Besu­chern bei 74 Pro­zent. Damit gehört Düs­sel­dorf wei­ter­hin zu den glo­bal bedeu­tends­ten Messestandorten.

Wäh­rend viele Unter­neh­men der­zeit Inves­ti­tio­nen zurück­stel­len, geht die Messe Düs­sel­dorf den ent­ge­gen­ge­setz­ten Weg. Nach Inves­ti­tio­nen von 24 Mil­lio­nen Euro im ver­gan­ge­nen Jahr sol­len 2026 bereits rund 80 Mil­lio­nen Euro und 2027 sogar 124 Mil­lio­nen Euro in die Hand genom­men wer­den. Herz­stück der Pläne ist die grund­le­gende Moder­ni­sie­rung der Halle 9. Rund 200 Mil­lio­nen Euro sol­len dort inves­tiert wer­den. Wei­tere 100 Mil­lio­nen Euro flie­ßen in eine neue Unter­neh­mens­zen­trale. Beide Pro­jekte sol­len bis 2028 abge­schlos­sen sein.

Damit endet die Ent­wick­lung jedoch nicht. Bis 2040 plant die Messe zusätz­li­che Moder­ni­sie­run­gen unter ande­rem am nörd­li­chen Ein­gangs­be­reich und an Halle 7. Ins­ge­samt sum­mie­ren sich die Inves­ti­tio­nen zwi­schen 2000 und 2040 nach Unter­neh­mens­an­ga­ben auf rund 1,45 Mil­li­ar­den Euro. Bemer­kens­wert dabei: Die Maß­nah­men sol­len ohne öffent­li­che Zuschüsse finan­ziert wer­den. Die Messe ver­weist auf ihre sta­bile Ertrags­lage und die Finan­zie­rung aus eige­ner Kraft.

Par­al­lel dazu arbei­tet die Gesell­schaft an neuen Geschäfts­fel­dern. Zehn neue Ver­an­stal­tun­gen gin­gen 2025 an den Start, fünf davon in Düs­sel­dorf. Beson­ders viel Auf­merk­sam­keit erhält die XPONENTIAL Europe, die sich mit auto­no­men Sys­te­men, Robo­tik und Droh­nen­tech­no­lo­gien beschäf­tigt. Das Thema gewinnt ange­sichts der Dis­kus­sio­nen über Digi­ta­li­sie­rung, Sicher­heit und Ver­tei­di­gung zuneh­mend an Bedeu­tung. Bereits zur zwei­ten Aus­gabe Anfang 2026 konnte die Messe ihre Aus­stel­ler­zahl nach eige­nen Anga­ben um 89 Pro­zent stei­gern. Unter­neh­men wie Rhein­me­tall, Diehl Defence und KNDS prä­sen­tier­ten sich dort. Zudem erhielt die Ver­an­stal­tung poli­ti­sche Unter­stüt­zung durch die Bun­des­wehr und das Bundesverkehrsministerium.

Mit dem Aus­bau sol­cher Zukunfts­the­men ver­sucht die Messe Düs­sel­dorf, sich brei­ter auf­zu­stel­len und neue Märkte zu erschlie­ßen. Neben klas­si­schen Indus­trie- und Fach­mes­sen gewin­nen For­mate rund um Robo­tik, auto­nome Sys­teme, Gesund­heit und Kon­sum­gü­ter zuneh­mend an Bedeu­tung. Zugleich bleibt die inter­na­tio­nale Expan­sion ein zen­tra­ler Bestand­teil der Unter­neh­mens­stra­te­gie. Neue Ver­an­stal­tun­gen ent­stan­den zuletzt unter ande­rem in Mexiko, der Tür­kei und Japan.

Der wirt­schaft­li­che Erfolg schlägt sich auch für die Eigen­tü­mer nie­der. Die Gesell­schaf­ter­ver­samm­lung beschloss die Aus­schüt­tung einer Divi­dende von zwölf Mil­lio­nen Euro. Für die Stadt Düs­sel­dorf als Haupt­ge­sell­schaf­ter bedeu­tet dies zusätz­li­che Ein­nah­men. Ober­bür­ger­meis­ter Ste­phan Kel­ler wer­tete das Ergeb­nis als Beleg für die Wider­stands­fä­hig­keit des Unter­neh­mens in wirt­schaft­lich schwie­ri­gen Zeiten.

Für die Messe selbst dürfte 2025 damit als Jahr in Erin­ne­rung blei­ben, in dem sie nicht nur von ihren eta­blier­ten Welt­leit­mes­sen pro­fi­tierte, son­dern zugleich die Grund­lage für ihre nächste Ent­wick­lungs­phase legte. Die kom­men­den Jahre wer­den zei­gen, ob die hohen Inves­ti­tio­nen und neuen Ver­an­stal­tungs­for­mate den Stand­ort Düs­sel­dorf dau­er­haft im Kreis der welt­weit füh­ren­den Mes­se­plätze hal­ten können.

 

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