Fotos zur Geschichte 120 Jahre Gartenamt der Stadt Düsseldorf: Seit 1960 ist die Gartenamtsverwaltung im Nordpark. © Landeshauptstadt Düsseldorf/Gartenamt

Fotos zur Geschichte 120 Jahre Gar­ten­amt der Stadt Düs­sel­dorf: Seit 1960 ist die Gar­ten­amts­ver­wal­tung im Nord­park. © Lan­des­haupt­stadt Düsseldorf/Gartenamt

 

Wer heute durch den Hof­gar­ten spa­ziert, am Rhein­park Golz­heim joggt oder den Schloss­park Ben­rath besucht, erlebt das Ergeb­nis von mehr als einem Jahr­hun­dert kom­mu­na­ler Gar­ten­kunst. Seit 120 Jah­ren prägt das Gar­ten­amt das grüne Erschei­nungs­bild der Lan­des­haupt­stadt – eine Erfolgs­ge­schichte, die 1906 begann.

Im April jenes Jah­res wurde Wal­ter Baron von Engel­hardt zum ers­ten Gar­ten­di­rek­tor beru­fen. Mit ihm ent­stand aus der bis­he­ri­gen Hof­gar­ten­ver­wal­tung eine eigen­stän­dige Insti­tu­tion inner­halb der Stadt­ver­wal­tung. Engel­hardt, aus­ge­bil­de­ter Gar­ten­bau­in­ge­nieur und Leh­rer an der Kunst­ge­wer­be­schule, setzte früh Maß­stäbe: Anla­gen wie das Rhein­gärt­chen, das KÖ-Gärt­chen am Graf-Adolf-Platz und vor allem der Rhein­park gel­ten bis heute als prä­gend für das Düs­sel­dor­fer Stadtbild.

Doch die Ent­wick­lung ver­lief nicht gerad­li­nig. Wirt­schafts­krise und Kriegs­jahre setz­ten dem jun­gen Amt zu. In den 1930er-Jah­ren wur­den Gar­ten- und Fried­hofs­amt zusam­men­ge­legt, spä­ter bestimmte die Zeit des Natio­nal­so­zia­lis­mus die Pla­nun­gen. Mit dem Nord­park ent­stand den­noch ein bis heute bedeu­ten­der Erholungsraum.

Nach dem Zwei­ten Welt­krieg stand Düs­sel­dorf vor einem Trüm­mer­feld – auch im Grü­nen. Von einst 30.000 Stra­ßen­bäu­men waren zwei Drit­tel zer­stört. Unter Hoch­druck begann der Wie­der­auf­bau: Bereits ab 1946 wur­den neue Bäume gepflanzt, Parks instand gesetzt und Grün­flä­chen sogar für den Gemü­se­an­bau genutzt, um die Ver­sor­gung der Bevöl­ke­rung zu sichern.

In den fol­gen­den Jahr­zehn­ten wan­delte sich die Arbeit des Amtes grund­le­gend. Mit dem wirt­schaft­li­chen Auf­schwung rück­ten Gestal­tung und Aus­bau in den Fokus. Düs­sel­dorf setzte bun­des­weit Maß­stäbe, etwa mit den ers­ten Was­ser­spiel­plät­zen ab den 1950er-Jah­ren. Gleich­zei­tig ent­stan­den neue Parks, und der städ­ti­sche Wald wurde kon­ti­nu­ier­lich erweitert.

Spä­tes­tens seit den 1970er-Jah­ren wurde das Grün sys­te­ma­tisch geplant. Ein gesamt­städ­ti­scher Grün­ord­nungs­plan, neue Frei­zeit­parks und stei­gende Flä­chen­zah­len zeig­ten: Das Gar­ten­amt ent­wi­ckelte sich zu einem zen­tra­len Akteur der Stadt­ent­wick­lung. Mit der Bun­des­gar­ten­schau 1987 und der Anlage des Süd­parks erhielt Düs­sel­dorf schließ­lich seine größte Park­an­lage der Nachkriegszeit.

Die Her­aus­for­de­run­gen blie­ben jedoch. Spar­zwänge führ­ten immer wie­der zu Per­so­nal­ab­bau, wäh­rend die zu pfle­gen­den Flä­chen wei­ter wuch­sen. Einen tie­fen Ein­schnitt erlebte die Stadt 2014: Beim Pfingst­sturm „Ela“ ver­lor Düs­sel­dorf inner­halb von nur 90 Minu­ten mehr als 30.000 Bäume. Der Wie­der­auf­bau wurde zur Mam­mut­auf­gabe – und zugleich zum Start­punkt für eine Neu­aus­rich­tung hin zu Kli­ma­an­pas­sung und nach­hal­ti­ger Stadtentwicklung.

Heute betreut das Garten‑, Fried­hofs- und Forst­amt rund 3.500 Hektar Flä­che. Etwa 650 Beschäf­tigte küm­mern sich um Parks, Wäl­der, Fried­höfe und Spiel­plätze. Rund 250.000 Bäume ste­hen in ihrer Ver­ant­wor­tung, dazu 347 Kin­der­spiel­plätze, zahl­rei­che Sport- und Frei­zeit­an­la­gen sowie der kom­mu­nale Wald mit mehr als 2.000 Hektar Fläche.

Zugleich sind die Auf­ga­ben kom­ple­xer gewor­den: Kli­ma­wan­del, Arten­ster­ben und wach­sende Stadt­be­völ­ke­rung stel­len neue Anfor­de­run­gen. Mit Pro­jek­ten wie dem „Bio­di­ver­si­täts­kon­zept 2030“ und digi­ta­len Baum­ka­tas­tern setzt die Stadt auf moderne Instru­mente, um ihre grüne Infra­struk­tur zu sichern.

Der Blick zurück zeigt: Das Gar­ten­amt hat sich stets den gesell­schaft­li­chen Bedin­gun­gen ange­passt – von der Ver­sor­gung in Kri­sen­zei­ten bis zur Gestal­tung moder­ner Frei­zeit­land­schaf­ten. Kon­stant geblie­ben ist jedoch das Ziel: die Lebens­qua­li­tät in Düs­sel­dorf durch öffent­li­ches Grün zu sichern und wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Oder, anders gesagt: Die Gar­ten­stadt Düs­sel­dorf bleibt eine Daueraufgabe.

Werbung

Wer­bung bitte anklicken