Sichergestellte Gegenstände Foto: Polizei Düsseldorf

Sicher­ge­stellte Gegen­stände Foto: Poli­zei Düsseldorf

 

Mit einem lan­des­weit koor­di­nier­ten Groß­ein­satz ist die Poli­zei am frü­hen Diens­tag­mor­gen gegen Struk­tu­ren der orga­ni­sier­ten Kri­mi­na­li­tät vor­ge­gan­gen. Im Fokus stand ein mitt­ler­weile ver­bo­te­ner Orts­ver­band der Rocker­grup­pie­rung „Hells Angels Motor­cy­cle Club Lever­ku­sen“. Nach Anga­ben der Poli­zei Düs­sel­dorf und der ZeOS NRW wur­den zeit­gleich 58 Objekte in Nord­rhein-West­fa­len und dar­über hin­aus durchsucht.

Der Ein­satz begann bereits gegen 4 Uhr mor­gens. Mehr als 1.200 Beamte aus ver­schie­de­nen Poli­zei­be­hör­den, unter­stützt vom Lan­des­kri­mi­nal­amt NRW sowie Kräf­ten aus ande­ren Bun­des­län­dern, waren betei­ligt. Auf­grund zuvor durch­ge­führ­ter Gefähr­dungs­ana­ly­sen wur­den 13 Objekte durch Spe­zi­al­ein­hei­ten betre­ten. In zahl­rei­chen wei­te­ren Fäl­len sicherte die Bereit­schafts­po­li­zei die Maß­nah­men ab.

Die Durch­su­chun­gen stütz­ten sich sowohl auf ver­eins­recht­li­che Grund­la­gen als auch auf ein lau­fen­des Ermitt­lungs­ver­fah­ren der ZeOS NRW. Ziel war es, die Struk­tu­ren des ver­bo­te­nen Ver­eins wei­ter auf­zu­klä­ren, das Ver­eins­ver­bot durch­zu­set­zen und Ver­mö­gens­werte sicher­zu­stel­len. Par­al­lel dazu rich­te­ten sich die Maß­nah­men auf das Auf­fin­den von Beweismitteln.

Eine vor­läu­fige Bilanz zeigt den Umfang des Zugriffs: Die Ermitt­ler stell­ten unter ande­rem zehn Motor­rä­der – über­wie­gend der Marke Har­ley-David­son –, drei Pkw, 20 soge­nannte Kut­ten sowie wei­tere Devo­tio­na­lien sicher. Hinzu kom­men sie­ben hoch­wer­tige Uhren, neun Schuss­waf­fen – dar­un­ter zwei Pis­to­len und meh­rere Schreck­schuss­waf­fen – sowie 26 Hieb- und Stich­waf­fen, dar­un­ter Schlag­ringe, Schlag­stö­cke und Macheten.

Auch im Bereich der Betäu­bungs­mit­tel wur­den die Beam­ten fün­dig. Ins­ge­samt wur­den 114 Ein­hei­ten ver­schie­de­ner Sub­stan­zen sicher­ge­stellt, dar­un­ter Kokain, Haschisch, Mari­huana sowie Tes­to­ste­ron, Lach­gas und ver­schrei­bungs­pflich­tige Medi­ka­mente. Zudem beschlag­nahm­ten die Ein­satz­kräfte Bar­geld in nied­ri­ger sechs­stel­li­ger Höhe. Ins­ge­samt beläuft sich der Wert der sicher­ge­stell­ten Sach- und Ver­mö­gens­werte nach ers­ten Schät­zun­gen auf einen hohen sechs­stel­li­gen Betrag.

In Lan­gen­feld wurde im Zuge des Ein­sat­zes ein 46-jäh­ri­ger Mann an sei­ner Wohn­an­schrift fest­ge­nom­men. Gegen ihn lag ein Haft­be­fehl vor. Wei­tere Fest­nah­men wur­den zunächst nicht bekannt.

Die Maß­nah­men erstreck­ten sich auf zahl­rei­che Städte in Nord­rhein-West­fa­len, dar­un­ter Düs­sel­dorf, Köln, Duis­burg, Dort­mund und Essen, aber auch klei­nere Orte wie Mari­en­heide, Voerde und Ahaus. Nach aktu­el­lem Stand ver­lief der Ein­satz weit­ge­hend stö­rungs­frei. Keine der betrof­fe­nen Per­so­nen wurde ver­letzt. Ein Poli­zei­be­am­ter erlitt eine leichte Ver­let­zung ohne Fremdeinwirkung.

Die Ermitt­lun­gen dau­ern an. Wei­tere Aus­wer­tun­gen der sicher­ge­stell­ten Beweis­mit­tel sol­len nun Auf­schluss über die kri­mi­nel­len Struk­tu­ren und mög­li­che wei­tere Tat­be­tei­ligte geben.