v.l. Julia Wendlandt, Jochen Umbach und Mirjam Schenke © Lokalbüro

v.l. Julia Wend­landt, Jochen Umbach und Mir­jam Schenke © Lokalbüro

 

Die Düs­sel­dor­fer Umwelt­or­ga­ni­sa­tion Rhi­ne­Cle­a­nUp hat in ihrer dies­jäh­ri­gen Kip­pen­wo­che einen neuen Rekord auf­ge­stellt. Vom 1. bis zum 8. Mai 2026 sam­mel­ten zahl­rei­che Grup­pen und Ein­zel­per­so­nen im gesam­ten Stadt­ge­biet über 260.000 Ziga­ret­ten­stum­mel ein – das höchste Ergeb­nis seit dem Start der Aktion vor sechs Jahren.

Eine Woche lang waren die Teil­neh­mer mit Eimern und Säcken auf Bür­ger­stei­gen, Stras­sen, in Parks und auf Spiel­plät­zen unter­wegs. Den Abschluss bil­dete am Frei­tag, 8. Mai, ein gemein­sa­mer Abga­be­ter­min am Rhi­ne­Cle­a­nUp-Info­stand an der Scha­dowstrasse, wo die gesam­mel­ten Kip­pen ab 13 Uhr in grosse Kip­pen­säu­len geleert wur­den. Beson­ders aktiv zeig­ten sich die Geo­Cacher Düs­sel­dorf, die mit meh­re­ren Grup­pen in ver­schie­de­nen Stadt­tei­len im Ein­satz waren. Auch der BUND, das Team „Ehren­amt” der Düs­sel­dor­fer Stadt­ver­wal­tung, die Deut­sche Post­code Lot­te­rie als Haupt­för­de­rer von Rhi­ne­Cle­a­nUp sowie meh­rere Grup­pen der Berufs­för­de­rung Düs­sel­dorf betei­lig­ten sich an der Aktion.

RCU-Grün­der Joa­chim Umbach zeigte sich hoch zufrie­den mit dem Ergeb­nis: „Da eine Kippe über 40 Liter Grund­was­ser ver­seu­chen könnte, haben wir allein in Düs­sel­dorf theo­re­tisch über 10 Mil­lio­nen Liter Grund­was­ser geret­tet.” Da sich inzwi­schen auch Städte ent­lang von Rhein und Mosel – dar­un­ter Emme­rich, Rees, Köln, Bonn, Mainz, Mann­heim und Trier – an der Aktion betei­li­gen, dürfte die Gesamt­zahl der ein­ge­sam­mel­ten Kip­pen die Marke von einer Mil­lion über­schrit­ten haben.

Der Hin­ter­grund der Aktion ist ernüch­ternd: In Düs­sel­dorf wer­den täg­lich über eine Mil­lion Ziga­ret­ten­kip­pen acht­los weg­ge­wor­fen – auf Stras­sen, an Hal­te­stel­len, in Parks und auf Spiel­plät­zen. Der BUND geht davon aus, dass bun­des­weit rund zwei Drit­tel aller gerauch­ten Ziga­ret­ten nicht ord­nungs­ge­mäss ent­sorgt wer­den. Die Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­tion WHO bezeich­net Ziga­ret­ten­kip­pen als das häu­figste Abfall­pro­dukt in Städ­ten und der Natur. Beson­ders pro­ble­ma­tisch ist, dass die meis­ten Fil­ter aus Cel­lu­lo­se­ace­tat bestehen, einem Kunst­stoff, der sich über Jahr­hun­derte in Mikro­plas­tik zer­setzt. Dazu kom­men die toxi­schen Sub­stan­zen, die jeder ein­zelne Stum­mel enthält.

Rhi­ne­Cle­a­nUp setzt seit Jah­ren auf meh­rere Stra­te­gien im Kampf gegen die Kip­pen: Auf­klä­rung an Info­stän­den, poli­ti­schen Druck – etwa für mehr Papier­körbe mit Kip­pen­ent­sor­gung und höhere Buss­geld – sowie die Ver­tei­lung von Tau­sen­den Taschen-Aschen­be­chern bei Ver­an­stal­tun­gen. In Düs­sel­dorf wurde die Zahl der ent­spre­chend aus­ge­stat­te­ten Papier­körbe auf 6.200 erhöht, eine deut­lich grös­sere Dichte als in Ber­lin oder Mün­chen. Das Buss­geld für eine weg­ge­wor­fene Kippe wurde von 50 auf 100 Euro ange­ho­ben – an der kon­se­quen­ten Durch­set­zung durch das Ord­nungs­amt man­gelt es nach Ein­schät­zung von Rhi­ne­Cle­a­nUp jedoch weiterhin.

 

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