
Übergabe der Übungspatientin von der Feuerwehr an das Team der Sonderisolierstation (SIS) der Uniklinik Düsseldorf. © Uni Düsseldorf
Eine Person, die auf einem Kreuzfahrtschiff Kontakt zu einem Hantavirus-Fall hatte, wird nun heimatnah weiterbetreut – eine Infektion wurde bislang nicht bestätigt.Die Kontaktperson wurde heute Morgen in ein heimatnahes Krankenhaus verlegt.
Die am Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) betreute Person, die auf einem Kreuzfahrtschiff engen Kontakt zu einem bestätigten Hantavirus-Fall hatte, ist am Dienstagmorgen in ein wohnortnahes Krankenhaus verlegt worden. Das teilte das UKD mit.
Bislang zeigt die Person keinerlei klinische Zeichen einer Infektion. Auch umfangreiche virologische Laboruntersuchungen liefern bisher keinen Nachweis des Erregers. Ein Befund, der Entwarnung nahelegt – doch vollständige Gewissheit gibt es noch nicht.
Denn die Inkubationszeit des Hantavirus ist ausgesprochen variabel. Bis erste Symptome auftreten, können mehrere Wochen vergehen. Deshalb wurden für den Transport adäquate Schutzmaßnahmen getroffen, die auch in der aufnehmenden Klinik weiter aufrechterhalten werden. Weitere Kontrollen und eine fortlaufende klinische Beobachtung sind erforderlich.
Ausdrücklich handelt es sich bei der verlegten Person um keinen bestätigten Infektionsfall, sondern lediglich um eine Kontaktperson. Vorsorglich war sie auf der Infektionsstation der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie am UKD aufgenommen worden, wo eine eingehende klinische Abklärung sowie infektiologische Untersuchungen stattfanden.
Das Universitätsklinikum verwies auf seine besondere Expertise bei Infektionskrankheiten, die sich bereits während der Corona-Pandemie bewährt hatte. Sie beruhe auf der engen interdisziplinären Zusammenarbeit auf dem Campus – etwa mit der Virologie, der Mikrobiologie und der Radiologie. Pflegekräfte der Klinik seien speziell ausgebildet und nähmen mehrfach jährlich an Übungen teil.
Hintergrund: Was ist das Hantavirus?
Hantaviren kommen weltweit vor und werden überwiegend durch Nagetiere übertragen. Menschen stecken sich typischerweise an, wenn sie in Kontakt mit virushaltigen Ausscheidungen infizierter Nager kommen – etwa durch aufgewirbelten Staub beim Kehren oder Renovieren. Für den in Südamerika verbreiteten Virustyp, der als Ursache der aktuellen Erkrankungen vermutet wird, ist zudem eine Übertragung von Mensch zu Mensch beschrieben.
Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bewerten das Risiko für die allgemeine Bevölkerung in Europa derzeit ausdrücklich als „sehr gering”.

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