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Ab dem kommenden Schuljahr erhalten Schüler in Düsseldorf kein Deutschlandticket mehr. Die Stadt kehrt stattdessen zum sogenannten Schokoticket zurück – einem Ticket, das lediglich den Weg zur Schule und zurück abdeckt, aber keine freie Fahrt im gesamten Nahverkehr ermöglicht. Derzeit nutzen rund 31.000 Schülerinnen und Schüler in der Landeshauptstadt das Deutschlandticket, das ihnen bundesweite Mobilität im öffentlichen Nahverkehr bietet – nicht nur für den Schulweg, sondern auch für Familienbesuche, Freizeitaktivitäten und Schulausflüge.
Die Stadt begründet die Entscheidung mit steigenden Kosten. Für das kommende Schuljahr wird ein Mehraufwand von rund einer halben Million Euro gegenüber dem Schokoticket erwartet. Kritik kommt jedoch aus den Reihen der Politik. Hakim El Ghazali, Sprecher im Schulausschuss, bezeichnet die Entscheidung als falsch: „Hier wird am falschen Ende gespart. Weniger Mobilität bedeutet auch weniger Teilhabe für junge Menschen.” Er mahnt, dass gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Mobilität für Kinder und Jugendliche eher erleichtert als erschwert werden sollte.
Besonders betroffen sind Familien mit mehreren Kindern, von denen viele die Ticketkosten ohnehin vollständig selbst tragen. Das Schokoticket bietet zwar eine günstigere Alternative, schränkt die Bewegungsfreiheit der Schüler aber erheblich ein. El Ghazali richtet seine Kritik direkt an die Stadtspitze: „Statt Bus und Bahn für Schüler attraktiver zu machen, macht die Verwaltung unter Oberbürgermeister Dr. Keller einen Schritt zurück.” Die Entscheidung, so El Ghazali, sende das falsche Signal – gerade in einer Zeit, in der öffentliche Mobilität als Mittel sozialer Teilhabe immer wichtiger werde.


