Jacques Tilly, Karnevalswagenbauer aus Düsseldorf © Lokalbüro

Jac­ques Tilly, Kar­ne­vals­wa­gen­bauer aus Düs­sel­dorf © Lokalbüro

 

Der Pro­zess gegen den Düs­sel­dor­fer Wagen­bauer und Sati­ri­ker Jac­ques Tilly geht in die nächste Runde. Anfang April war Tilly von einem Mos­kauer Gericht zu acht­ein­halb Jah­ren Haft sowie einer Geld­strafe von 2164 Euro ver­ur­teilt wor­den, weil er rus­si­sche Staats­or­gane – dar­un­ter die Armee und Prä­si­dent Putin – ver­un­glimpft haben soll. Aus­lö­ser war nach Anga­ben der rus­si­schen Jus­tiz einer sei­ner Mot­to­wa­gen beim Rosen­mon­tags­zug in Düsseldorf.

Wie Tilly der Rhei­ni­schen Post nun mit­ge­teilt hat, ist das Ver­fah­ren aber noch nicht abge­schlos­sen. Am kom­men­den Diens­tag, 9. Juni, wird der Pro­zess um 9.30 Uhr Mos­kauer Orts­zeit fort­ge­setzt – dies­mal vor einem ande­ren Gericht. Das Außen­mi­nis­te­rium habe ihn über den neuen Ter­min infor­miert. „Das ist läs­tig. Ich dachte eigent­lich, das ist abge­schlos­sen und kos­tet mich keine see­li­sche Ener­gie mehr”, sagte Tilly gegen­über der Rhei­ni­schen Post.

Was genau zur Wie­der­auf­nahme des Ver­fah­rens geführt hat, ist bis­lang unklar. Jemand habe Beru­fung ein­ge­legt, ein Revi­si­ons­ver­fah­ren sei ein­ge­lei­tet wor­den – doch wer dahin­ter­steckt, weiß Tilly selbst nicht. „Ich kenne die Motive nicht und weiß auch nicht, von wem das kam”, sagte er der Rhei­ni­schen Post. Auch er müsse den Pro­zess­tag am Diens­tag abwar­ten, um mehr zu erfahren.

Bereits zu Beginn des Ver­fah­rens hatte Tilly keine offi­zi­elle Infor­ma­tion über den Pro­zess erhal­ten. Er ent­schied sich damals bewusst dage­gen, sich in Mos­kau anwalt­lich ver­tre­ten zu las­sen – um das Ver­fah­ren nicht zu legitimieren.

 

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