Im Oktober 2025 hatte die Stadt 1,24 Millionen Krokuszwiebeln nachgepflanzt © Lokalbüro
Umweltdezernent Jochen Kral (l.), Renate Böhm, Vorsitzende Pro Düsseldorf e. V., und Julien Peine, Abteilungsleiter Gartenanlagen im Gartenamt, im Rheinpark am "Blauen Band". © Lokalbüro
Das "Blaue Band" im Rheinpark. © Lokalbüro

Wenn sich im Rhein­park wie­der ein blau-vio­let­tes Band durch die noch win­ter­müde Wie­sen zieht, ist klar: Der Früh­ling hat die Stadt erreicht. Seit Ende Februar ste­hen die Kro­kusse im Rhein­park Golz­heim in vol­ler Blüte – und mit ihnen eines der bekann­tes­ten bür­ger­schaft­li­chen Pro­jekte der Lan­des­haupt­stadt: das „Blaue Band“.

Was 2008 mit einer spek­ta­ku­lä­ren Pflanz­ak­tion begann, ist heute ein fes­ter Ter­min im Düs­sel­dor­fer Jah­res­lauf. Damals brach­ten der Ver­ein Pro Düs­sel­dorf, zahl­rei­che Ehren­amt­li­che und das Gar­ten­amt fünf Mil­lio­nen Kro­kus­zwie­beln in die Erde. 2019 folgte eine wei­tere Mil­lion im nörd­li­chen Abschnitt des Parks. Im ver­gan­ge­nen Okto­ber wur­den im süd­li­chen Bereich noch ein­mal 1,24 Mil­lio­nen Zwie­beln nach­ge­setzt – auf einer Flä­che von rund 7.000 Qua­drat­me­tern, mit etwa 180 Zwie­beln pro Quadratmeter.

Das Ergeb­nis ist jetzt sicht­bar: ein nahezu geschlos­se­nes Blü­ten­meer, das sich in geschwun­ge­ner Form durch die Park­land­schaft zieht.

Sym­bol für Zusammenhalt

„Seit fast zwei Jahr­zehn­ten steht das ‚Blaue Band‘ sym­bo­lisch für den Früh­ling in Düs­sel­dorf“, sagt Umwelt­de­zer­nent Jochen Kral. Es ver­binde nicht nur Grün­an­la­gen, son­dern auch Men­schen, die sich jedes Jahr neu an der Blü­ten­pracht erfreuen.

Für Renate Böhm, Vor­sit­zende von Pro Düs­sel­dorf, ist das Pro­jekt längst „Früh­lings­si­gna­tur“ der Stadt. Die jüngste Nach­pflan­zung sichere die Leucht­kraft nach­hal­tig. Schon jetzt blickt der Ver­ein nach vorn: Für 2027 ist ein Foto­wett­be­werb geplant, Spon­so­ren und neue Mit­glie­der wer­den noch gesucht. Unter­stüt­zung kommt unter ande­rem von der Stadt­spar­kasse und der Messe Düsseldorf.

Als Bot­schaf­ter des Pro­jekts fin­det auch Jac­ques Tilly deut­li­che Worte: Nach tur­bu­len­ten Wochen blüh­ten die Kro­kusse in die­sem Jahr „umso üppi­ger – als woll­ten sie sagen: Düs­sel­dorf hält zusammen“.

Viel­falt in Blau und Violett

Damit sich der Blü­ten­zau­ber mög­lichst lange hält, setzt das Gar­ten­amt auf eine kluge Mischung ver­schie­de­ner Arten: den Früh­lings-Kro­kus (Cro­cus ver­nus), den Elfen-Kro­kus (Cro­cus tom­ma­si­nia­nus), den Grie­chi­schen Zwerg-Kro­kus „Fire­fly“ (Cro­cus sie­beri) und den Bota­ni­schen Kro­kus „Blue Pearl“ (Cro­cus chry­san­thus). Die Farb­pa­lette reicht von tie­fem Dun­kel­vio­lett bis zu zar­ten Lila­tö­nen – ein leben­di­ger Tep­pich, der Spa­zier­gän­ger, Foto­gra­fen und Fami­lien glei­cher­ma­ßen anzieht.

Öko­lo­gi­scher Mehrwert

Kro­kusse gehö­ren zur Fami­lie der Schwert­li­li­en­ge­wächse und zäh­len zu den wich­tigs­ten Früh­blü­hern. Oft trot­zen sie Frost oder einer dün­nen Schnee­de­cke. Ihre eiweiß- und vit­amin­rei­chen Pol­len sind im Spät­win­ter eine wert­volle Nah­rungs­quelle für Bie­nen und Hum­meln – ein nicht zu unter­schät­zen­der Bei­trag zur urba­nen Biodiversität.

„Das ‚Blaue Band‘ ist ein sicht­ba­res Zei­chen für bür­ger­schaft­li­ches Enga­ge­ment und part­ner­schaft­li­che Zusam­men­ar­beit“, betont Julien Peine vom Gar­ten­amt. Damit das auch künf­tig so bleibt, sind regel­mä­ßige Pflege und Nach­pflan­zun­gen nötig – beson­ders in stark fre­quen­tier­ten Bereichen.

Idee aus Nordfriesland

Vor­bild für das Düs­sel­dor­fer Pro­jekt ist der Schloss­park im nord­frie­si­schen Husum, wo Kro­kusse seit Jahr­hun­der­ten den Früh­ling ankün­di­gen. Die geschwun­gene Form des Pflanz­ban­des im Rhein­park geht auf einen Ent­wurf der Land­schafts­ar­chi­tek­tin Annette Weber zurück. Sie greift die Bewe­gung des Rheins und die Lini­en­füh­rung der Ufer­pro­me­nade auf – Natur und Stadt­raum ver­schmel­zen zu einem Motiv mit Wiedererkennungswert.

So wird das „Blaue Band“ auch in die­sem Jahr wie­der zum far­bi­gen Ver­spre­chen: auf wär­mere Tage, belebte Parks – und eine Stadt, die im Früh­ling sicht­bar zusammenrückt.

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