
Diese Zitterpappel wurde vom Gartenamt anlässlich der Aktion “Baum des Jahres” in den Nachbarschaftspark Diepenstraße gepflanzt.© Landeshauptstadt Düsseldorf/David Young
Zum Internationalen Tag des Baumes hat die Düsseldorf eine Zitterpappel im Nachbarschaftspark Diepenstraße gepflanzt. Die Landeshauptstadt setzt damit ihre Tradition fort, jedes Jahr am 25. April den jeweiligen „Baum des Jahres“ im Stadtgebiet zu pflanzen.
Die Zitterpappel (Populus tremula), auch Espe oder Aspe genannt, ist ein in Europa und großen Teilen Asiens verbreiteter Laubbaum. Ihren Namen verdankt sie einem auffälligen Merkmal: Schon bei leichtem Wind beginnen ihre Blätter zu zittern. Ursache ist ein seitlich abgeflachter Blattstiel, der ihnen eine besondere Beweglichkeit verleiht.
Im Düsseldorfer Baumkataster sind aktuell 122 Exemplare der Zitterpappel erfasst. Häufig wächst die Art in Gewässernähe – etwa entlang von Pillebach, Brückerbach oder an der nördlichen Düssel – und prägt dort das Landschaftsbild.
Als schnell wachsendes Pioniergehölz besiedelt die Espe bevorzugt offene Flächen, Waldränder und Brachland. Sie zählt zu den ersten Baumarten, die nach Störungen wie Stürmen oder Eingriffen wieder Fuß fassen. Damit spielt sie eine wichtige Rolle bei der natürlichen Wiederbewaldung und der Entwicklung junger Waldökosysteme. Unter günstigen Bedingungen erreicht sie Höhen von bis zu 30 Metern und ein Alter von rund 100 Jahren – wobei sie dieses im urbanen Raum oft nicht vollständig ausschöpft.
Ökologisch gilt die Zitterpappel als besonders wertvoll und ist daher Teil der Düsseldorfer Zukunftsbaumliste. Ihre Blätter, Knospen und Rinde dienen zahlreichen Tierarten als Nahrungsquelle. Viele Insekten, darunter spezialisierte Schmetterlingsraupen und Käfer, sind auf sie angewiesen. Auch Vögel profitieren: Spechte nutzen das vergleichsweise weiche Holz für ihre Höhlen, die später von anderen Arten wie Meisen oder Fledermäusen übernommen werden.
Charakteristisch ist zudem ihre Vermehrung. Neben der Fortpflanzung über Samen bildet die Zitterpappel Wurzelausläufer, aus denen neue Triebe entstehen. So können ganze Bestände genetisch identischer Bäume entstehen, sogenannte Klonkolonien.
In der Forstwirtschaft spielt die Zitterpappel aufgrund ihres weichen, schnell zersetzenden Holzes eine untergeordnete Rolle. Ihre Bedeutung für Biodiversität und naturnahe Waldentwicklung rückt jedoch zunehmend in den Fokus.
Die Auszeichnung zum „Baum des Jahres“ 2026 durch die Dr. Silvius Wodarz Stiftung unterstreicht diese Entwicklung. Die Ehrung hebt die Rolle der Zitterpappel für Artenvielfalt, Waldökologie und Landschaft hervor.
Der Tag des Baumes selbst geht auf den amerikanischen Journalisten Julius Sterling Morton zurück, der 1872 erste Pflanzaktionen initiierte. 1951 wurde der Aktionstag von den Vereinten Nationen offiziell aufgegriffen, in Deutschland wird er seit 1952 jährlich am 25. April begangen. Seit 1989 wird zudem jedes Jahr ein „Baum des Jahres“ benannt. Ziel ist es, die Bedeutung von Bäumen für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.


