Mit der Übung eines Hochinfektionstransports (HIT-Übung) über Ländergrenzen hinweg (Belgien, Niederlande, Deutschland) sollten die Beteiligten vor allem die Kommunikation und Zusammenarbeit an den Schnittstellen trainieren – zum Beispiel auch die Übergabe der Übungspatientin von der Feuerwehr an das Team der Sonderisolierstation (SIS) der Uniklinik Düsseldorf. © Uni Düsseldorf

Die Düs­sel­dor­fer Feu­er­wehr hat in der Nacht zu Don­ners­tag eine Kon­takt­per­son eines mög­li­chen Han­ta­vi­rus-Falls sicher an die Uni­kli­nik Düs­sel­dorf gebracht. Die Per­son war zuvor in den Nie­der­lan­den über­nom­men wor­den und wurde unter stren­gen Schutz­maß­nah­men in die Lan­des­haupt­stadt trans­por­tiert. Nach Anga­ben der Uni­kli­nik han­delt es sich aus­drück­lich nicht um einen bestä­tig­ten Infektionsfall.

Zum Ein­satz kam die lan­des­weit ein­zig­ar­tige Hoch­in­fek­ti­ons­trans­port­kom­po­nente der Feu­er­wehr Düs­sel­dorf. Der spe­zi­ell aus­ge­rüs­tete Ver­band setzte sich am Mitt­woch­mor­gen gegen 10 Uhr im Auf­trag des Lan­des­am­tes für Gesund­heit und Arbeits­schutz NRW in Rich­tung Nie­der­lande in Bewe­gung. Ziel war ein Ort nahe Ams­ter­dam, wo die Kon­takt­per­son von den nie­der­län­di­schen Behör­den über­ge­ben wurde.

Der Trans­port­ver­band besteht aus meh­re­ren spe­zi­ell aus­ge­stat­te­ten Fahr­zeu­gen, dar­un­ter zwei Ret­tungs­wa­gen für hoch­in­fek­tiöse Pati­en­ten, ein Füh­rungs­fahr­zeug, ein Logis­tik­fahr­zeug sowie ein Hilfeleistungslöschfahrzeug. 

Nach Anga­ben der Feu­er­wehr die­nen die beson­de­ren Sicher­heits­vor­keh­run­gen dazu, eine medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung wäh­rend des Trans­ports sicher­zu­stel­len und zugleich jede mög­li­che Kon­ta­mi­na­ti­ons­ver­schlep­pung zu verhindern.

Gegen 20 Uhr erfolgte die Über­gabe der Per­son in den Nie­der­lan­den. Anschlie­ßend machte sich der Kon­voi auf den Rück­weg nach Düs­sel­dorf. Gegen 23.30 Uhr traf der Ver­band an der Uni­kli­nik ein. Wäh­rend des gesam­ten Ein­sat­zes habe die Kon­takt­per­son keine Sym­ptome einer Infek­tion gezeigt, teilte die Feu­er­wehr mit.

In der Kli­nik für Gas­tro­en­te­ro­lo­gie, Hepa­to­lo­gie und Infek­tio­lo­gie des Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums begann danach die medi­zi­ni­sche Erst­un­ter­su­chung. Laut Uni­kli­nik befin­det sich die Per­son in sta­bi­ler Ver­fas­sung. Wei­ter­füh­rende viro­lo­gi­sche Unter­su­chun­gen seien ein­ge­lei­tet wor­den, Ergeb­nisse lägen bis­lang aber noch nicht vor. Auf­grund der teil­weise stark schwan­ken­den Inku­ba­ti­ons­zeit seien wei­tere Beob­ach­tun­gen notwendig.

Die Uni­kli­nik betonte ihre lang­jäh­rige Erfah­rung im Umgang mit Infek­ti­ons­krank­hei­ten. Bereits wäh­rend der Corona-Pan­de­mie habe sich die enge Zusam­men­ar­beit ver­schie­de­ner Fach­be­rei­che wie Viro­lo­gie, Mikro­bio­lo­gie und Radio­lo­gie bewährt. Auch spe­zi­ell geschulte Pfle­ge­kräfte seien Teil des Ein­satz­kon­zep­tes. Der­ar­tige Sze­na­rien wür­den gemein­sam mit der Feu­er­wehr regel­mä­ßig trai­niert, dar­un­ter auch inter­na­tio­nale Übungen.

Han­ta­vi­ren wer­den über­wie­gend durch Nage­tiere über­tra­gen. Men­schen infi­zie­ren sich meist über virus­hal­tige Aus­schei­dun­gen von infi­zier­ten Tie­ren, etwa durch auf­ge­wir­bel­ten Staub. Bei dem der­zeit unter­such­ten Virus­typ schlie­ßen die Behör­den auch eine Über­tra­gung von Mensch zu Mensch nicht aus. Das Risiko für die Bevöl­ke­rung in Europa wird von der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­tion WHO und dem Euro­päi­schen Zen­trum für die Prä­ven­tion und die Kon­trolle von Krank­hei­ten den­noch als sehr gering eingestuft.

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