
Neue Direktverbindung nach Libyen: Pradeep Pinakatt, kaufmännischer Geschäftsführer des Düsseldorfer Flughafens (2.v.l.), und Ulrich Topp, Leiter Aviation Business Development am Flughafen Düsseldorf (rechts), begrüßten Medsky-CEO Seraj Elfitore (links) und Abubaker Elfortia, Aufsichtsratsvorsitzender Medsky Airways, bei der ersten Ankunft aus Tripolis. © Flughafen Düsseldorf / Caroline Schlüter
Die libysche Airline Medsky Airways verbindet Düsseldorf ab sofort zweimal wöchentlich nonstop mit der libyschen Hauptstadt – als einzige Direktverbindung aus Deutschland.
Düsseldorf. Nach mehr als einem Jahrzehnt Unterbrechung ist Libyen wieder direkt aus Deutschland zu erreichen. Medsky Airways landete am Sonntagnachmittag erstmals am Düsseldorfer Flughafen – ein Moment, der für die libysche Community in Deutschland und für Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen in den nordafrikanischen Staat gleichermaßen Bedeutung hat.
Die libysche Fluggesellschaft bietet fortan zweimal wöchentlich, sonntags und freitags, eine Nonstopverbindung zwischen Düsseldorf und dem Mitiga International Airport in Tripolis an. Die Flugzeit beträgt rund drei Stunden; eingesetzt wird ein Airbus A320. Es ist die einzige Direktlinie zwischen Deutschland und Libyen.
— Abubakar Elfortia, Aufsichtsratsvorsitzender Medsky Airways
Am Gate des Düsseldorfer Airports begrüßten Pradeep Pinakatt, kaufmännischer Geschäftsführer des Flughafens, und Ulrich Topp, Leiter Aviation Business Development, die Vertreter der Airline: Seraj Elfitore, CEO von Medsky Airways, sowie Abubakar Elfortia, den Aufsichtsratsvorsitzenden.
Pinakatt betonte die strategische Dimension der neuen Strecke: „Nicht jede Verbindung ist großvolumig – dennoch kann sie sehr wichtig sein, weil sie Menschen mit Familien, Unternehmen mit Projekten und Institutionen mit Partnern verbindet.” Düsseldorf übernehme damit eine Brückenfunktion zwischen Nordrhein-Westfalen, Deutschland und Nordafrika.
Die Verbindung richtet sich vor allem an Menschen aus der libyschen Community, die familiäre Bindungen in ihrer Heimat pflegen. Daneben ist sie relevant für Firmen, Hilfsorganisationen und Institutionen, die in Libyen tätig sind – etwa in der Energie- und Infrastrukturbranche, im Gesundheitswesen oder in der Entwicklungszusammenarbeit. Für solche Akteure bedeutet ein Direktflug weniger Reiseaufwand und mehr Planungssicherheit in einem nach wie vor volatilen Umfeld.
Historischer Hintergrund. Bereits zwischen 2007 und 2011 gab es regelmäßige Nonstopflüge zwischen Düsseldorf und Tripolis, damals betrieben von Afriqiyah Airways. Der libysche Bürgerkrieg setzte dem Betrieb ein Ende. Nach einem kurzen Neustart 2012 wurden die Direktflüge 2014 endgültig eingestellt. Seitdem war Libyen aus Deutschland nur mit Zwischenlandung zu erreichen.
Dass nun erstmals seit über zehn Jahren wieder eine direkte Verbindung besteht, wertet Elfortia als Signal weit über den Luftverkehr hinaus: Es bringe Hoffnung und markiere den Beginn einer neuen Phase der Öffnung Libyens gegenüber Europa.


