
St. Sebastianus schutzenverein Düsseldorf 1316 e.V. Andreas-Paul Stieber und Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller
Von Manfred Fammler
Johnny Depp – anderen eher bekannt als „Capt’n Jack Sparrow“ – wird Teil der ersten Drohnenshow zur Rheinkirmes. Neben der Musik und Schauspielerei gilt der Malerei seine dritte Leidenschaft. Nun steigt sein „Bunnyman“ in den Nachthimmel von Düsseldorf.
Der „Bunnyman“ ist eine uralte amerikanische Legende. Ursprünglich eine Horrorfigur, deutete Johnny Depp die Gestalt in einen „Schutzengel“ um und bannte diese Figur auf die Leinwand. Nun soll diese prominente Geschichte am Himmel über Düsseldorf im Rahmen der ersten Drohnenshow mit rund 1.200 Flugkörpern entstehen. Doch das soll nicht der einzige Verweis auf Hollywood am Firmament über Düsseldorf sein. An der Darstellung und Interpretation einer der weltweit bekanntesten Schauspielerinnen werde noch gearbeitet, verriet Jan Ising von AO Multimedia & Drones.
„Es ist nicht leicht, unsere Ideen lebendig werden zu lassen. Aber wir haben ja noch etwas Zeit“, schmunzelte er. Um welche Schauspielerin es sich im verflixten zweiten Jahr handelt, nachdem die Schützen von Stadtmitte die Drohnenshows an den Rhein geholt haben, wollte er nicht verraten. Nur so viel: „Sie feierte einen runden Geburtstag.“
Zwei Drohnenshows wird es zur großen Kirmes geben. Die erste findet am Dienstag, 21. Juli, statt. Diese Show unter dem Motto „Art in the Sky – Inspiriert von Düsseldorf“ soll – wie der Titel bereits verrät – der Kunststadt Düsseldorf gewidmet sein. „Wir nehmen die Besucher mit auf eine Reise durch die Stadt und zeigen ihre Architektur und Kunst.“
Gleichzeitig mit dieser Ankündigung verriet Ising die beste Sichtposition. Am Dienstag sei die Show stärker in Richtung Burgplatz ausgerichtet, sodass dies der beste Standort für einen Blick auf die Hommage an Düsseldorf als internationale Kunst- und Kulturstadt sei. Menschen und die Wahrzeichen der Landeshauptstadt stehen dagegen im Zentrum der zweiten Show am 24. Juli 2026. Für dieses Spektakel vor dem traditionellen Feuerwerk bietet der Festplatz die optimale Sicht auf die Bilder am Himmel.
Womit das zweite hochsteigende Spektakel in den Mittelpunkt rückt: das Feuerwerk. Nachdem sich in einer Umfrage zahlreiche Schützen der 1316er trotz des Unglücks im vergangenen Jahr für eine Fortführung ausgesprochen hatten, wurden die Sicherheitsvorkehrungen deutlich verstärkt. So werden die Bomben künftig aus Stahlcontainern mit 2,60 Meter hohen Wänden verschossen – genauer gesagt: darin gezündet. Denn während eine Silvesterrakete mit ihrem eigenen Treibmittel in die Luft fliegt, werden die Rundbomben auf einen Treibsatz gelegt, der gezündet wird und die Kugel in die Luft befördert.
Als im vergangenen Jahr ein Rohr, in dem sich Treibsatz und Kugel befanden, nach der Zündung umstürzte, flog die Kugel unkontrolliert in Richtung Rheinkniebrücke. Dadurch kam es zu dem Unglück. Zusätzlich wurde der Abschussort des Feuerwerks weiter von der Brücke weg und näher an den Rhein verlegt. So kann bis zum letzten Moment – sprich bis einen Tag vor der Zündung – entschieden werden, welche Sprengkraft das Feuerwerk haben soll und wie hoch die Kugeln fliegen werden.
Während bunte Bilder in den Himmel gezeichnet werden, wird die Kirmesfähre ihren Dienst kurzzeitig einstellen – allerdings nur während der beiden Shows. Nach Jahren der Abstinenz geht es für 3,80 Euro wieder über den Rhein – von der Altstadt zur Kirmes.
Zwei Weltpremieren auf der Kirmes präsentieren zu können, darüber freute sich Platzkommissar Manfred Kirschenstein. „Oracle“, ein neuer Thrillride mit drei rotierenden Achsen, und der „Invader“, ein Rundfahrgeschäft mit 16 frei schwingenden offenen Gondeln, lassen die Herzen der Kirmes-Aficionados höherschlagen. Dabei ließ er aber nicht unerwähnt, dass die Rheinkirmes weiterhin ihren Schwerpunkt auf Familien legt. Es sei der Mix aus Fahrgeschäften und Gastronomie, der die Vielschichtigkeit und den Abwechslungsreichtum auf dem Festplatz widerspiegele.
Neu im Gastrobereich sind übrigens Kaiserschmarrn und Ente im Brötchen. Letzteres ganz im Sinne der Kirmes: Enten angeln – nur eben als Semmelfüllung. An „Frösche kloppen“ denkt jetzt niemand.
Vorfreude somit allerorten. Ganz besonders bei Andreas-Paul Stieber. Der seit 2024 seiner Machtinsignien beraubte Schützenchef wird am 17. Juli 2026 zum Auftakt der diesjährigen Rheinkirmes seine neue Kette erhalten. Schließlich ist ein Schützenchef ohne Kette wie ein König ohne Krone.
Alle Beteiligten zeigten sich gerüstet: Ob Polizei oder Feuerwehr, Rheinbahn oder Stadt – mit neuen Konzepten sollen sowohl der Stress bei der Anfahrt als auch die Belastungen für die Oberkasseler Anwohner rund um die 125. Auflage der Kirmes auf den Rheinwiesen, die 1901 vom Rheinpark ins Linksrheinische umzog, verringert werden – für die einen besser erreichbar, für die anderen entspannter.
Apropos Stadt: Die schickt nun „Verkehrsberater“ auf die Straße, damit die anrollende Blechlawine, die sich wohl nie ganz vermeiden lassen wird, besser um- und weitergeleitet wird. „Verkehrsberater“ – das hört sich irgendwie nett an.
Weitere Themen folgen:
- Zum Verkehrskonzept sowie zur An- und Abfahrt
- Zum Kirmesprogramm
- Zum Schützenfest