Bei der Grundsteinlegung (v.r.): Dagmar Wandt, Leiterin des Amtes für Schule und Bildung, Stadtdirektor Burkhard Hintzsche, Schulleiterin Lourdes Campagna und die Schülersprecher Leon und Basma. © Landeshauptstadt Düsseldorf/Ingo Lammert

Bei der Grund­stein­le­gung (v.r.): Dag­mar Wandt, Lei­te­rin des Amtes für Schule und Bil­dung, Stadt­di­rek­tor Burk­hard Hintzsche, Schul­lei­te­rin Lour­des Cam­pa­gna und die Schü­ler­spre­cher Leon und Basma. © Lan­des­haupt­stadt Düsseldorf/Ingo Lammert

 

In Eller ist am Mitt­woch der Grund­stein für den Erwei­te­rungs­bau und eine Drei­fach­sport­halle des künf­ti­gen Eli­sa­beth-Sel­bert-Gym­na­si­ums gelegt wor­den. Stadt­di­rek­tor Burk­hard Hintzsche nahm die Grund­stein­le­gung für das erst 2024 gegrün­dete Gym­na­sium an der Bern­bur­ger Straße vor, das zum 1. August 2026 sei­nen neuen Namen erhält – benannt nach Eli­sa­beth Sel­bert, einer der vier „Müt­ter des Grund­ge­set­zes”. Par­al­lel zum Neu­bau lau­fen im Bestands­ge­bäude Umbau- und Sanie­rungs­ar­bei­ten, damit die frü­he­ren Fach­räume der eins­ti­gen Gemein­schafts­haupt­schule Bern­bur­ger Straße künf­tig für den vier­zü­gi­gen Gym­na­si­al­be­trieb genutzt wer­den können.

Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Ste­phan Kel­ler betonte, das vor zwei Jah­ren gegrün­dete Gym­na­sium habe sich in kür­zes­ter Zeit fest in der Düs­sel­dor­fer Schul­land­schaft eta­bliert. Bis zum Schul­jahr 2032/33 soll die Schule jähr­lich um vier wei­tere Klas­sen wach­sen. Mit dem Erwei­te­rungs­bau werde am Stand­ort moder­ner Schul­raum für ins­ge­samt rund 1.000 Schü­le­rin­nen und Schü­ler geschaf­fen. Die neue Drei­fach­sport­halle solle dar­über hin­aus auch dem Ver­eins­sport zugutekommen.

Aula, Fach­räume und Mensa im Neubau

Der drei­ge­schos­sige Erwei­te­rungs­bau ent­steht mit einer Nutz­flä­che von rund 6.755 Qua­drat­me­tern als Clus­ter­schule für drei Jahr­gänge der Sekun­dar­stufe I und wird über den Bestands­bau erschlos­sen. Im Erd­ge­schoss sind eine Aula und Musik­räume vor­ge­se­hen, in den obe­ren Eta­gen ent­ste­hen Fach­räume für Kunst, Phy­sik, Infor­ma­tik, Bio­lo­gie und Che­mie. Weil der Neu­bau bar­rie­re­frei gestal­tet wird, soll künf­tig auch der Bestands­bau bar­rie­re­frei erreich­bar sein. Des­sen bis­he­rige Fach­räume wer­den zu all­ge­mei­nen Unter­richts­räu­men umge­baut, das frü­here Leh­rer­zim­mer wird zu einem Selbst­lern­zen­trum für Mit­tel- und Ober­stufe. In der ehe­ma­li­gen Aula ent­steht zudem eine Mensa mit Cook-&-Chill-Küche.

Die neue Drei­fach­sport­halle wird rund 2.200 Qua­drat­me­ter groß und erhält einen Gym­nas­tik­raum, Umklei­den sowie eine Tri­büne mit 199 Zuschau­er­plät­zen. Im Rand­be­reich sind außer­dem Pau­sen­toi­let­ten und eine Lager­flä­che für Außen­pfle­ge­ge­räte geplant.

Eine der letz­ten Lücken im Stadt­be­zirk geschlossen

Stadt­di­rek­tor Hintzsche ver­wies dar­auf, dass mit der Grün­dung des Gym­na­si­ums in Eller diese Schul­form erst­mals auch im Stadt­be­zirk 8 ver­tre­ten sei. Damit werde eine der letz­ten Lücken in der Düs­sel­dor­fer Schul­land­schaft geschlos­sen. Hun­derte Kin­der, die sonst deut­lich län­gere Schul­wege in Kauf neh­men müss­ten, hät­ten dort bereits ihre schu­li­sche Hei­mat gefun­den. Die bedarfs­ge­rechte Schaf­fung von über 20 zusätz­li­chen Gym­na­si­al­zü­gen zähle seit 2015 zu den Eck­pfei­lern der Düs­sel­dor­fer Schul­bau­of­fen­sive. Allein durch die Grün­dung von drei neuen Gym­na­sien – dar­un­ter das an der Bern­bur­ger Straße – seien zwölf die­ser Züge ent­stan­den. Jedes Düs­sel­dor­fer Kind mit Gym­na­si­al­wunsch erhalte einen Platz an die­ser Schulform.

Grü­ner Schul­hof und moderne Energietechnik

Auch bei der Außen­ge­stal­tung setzt die Stadt auf öko­lo­gi­sche Stan­dards: Mög­lichst viele Baum­be­stände sol­len erhal­ten und durch Neu­pflan­zun­gen ergänzt wer­den, Ent­sie­ge­lun­gen und natür­li­che Ver­schat­tung sol­len das Mikro­klima ver­bes­sern. Die bestehen­den Schul­höfe wer­den bar­rie­re­frei umge­stal­tet und um neue Auf­ent­halts­flä­chen erwei­tert, zwi­schen Sport­halle und Neu­bau ent­steht zusätz­lich ein wei­te­rer Hof mit einem gro­ßen Mul­ti­funk­ti­ons­feld für Bas­ket­ball und Fuß­ball. Hinzu kom­men eine Klet­ter­an­lage, eine Lauf­bahn, Tisch­ten­nis­plat­ten und Sitz­mög­lich­kei­ten. Hin­ter dem Erwei­te­rungs­bau sind ein Frei­luft­klas­sen­zim­mer und ein Schul­gar­ten mit Hoch­bee­ten geplant. Auch die Ver­kehrs­in­fra­struk­tur wird ange­passt: Es ent­ste­hen 26 Pkw-Stell­plätze, 14 zusätz­li­che für Anwoh­ner sowie 414 Fahr­rad­stell­plätze. Die Bus­hal­te­bucht an der Bern­bur­ger Straße wird ver­legt und bar­rie­re­frei zugäng­lich gemacht.

Bei der Ener­gie­ver­sor­gung setzt die Stadt auf Nach­hal­tig­keit: Die Dach­flä­chen des Schul­ge­bäu­des erhal­ten weit­ge­hend ein Bio­di­ver­si­täts­dach, die Sport­halle wird exten­siv begrünt. Auf bei­den Dächern kom­men zudem Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen zum Ein­satz. Die Wär­me­ver­sor­gung erfolgt künf­tig über eine Luft-Was­ser-Wär­me­pumpe sowie eine Sole-Wär­me­pumpe, die Lüf­tungs­an­la­gen ver­fü­gen über eine hoch­ef­fi­zi­ente Wär­me­rück­ge­win­nung und eine Nacht­aus­kühl­funk­tion. Beleuch­tet wird der Stand­ort mit ener­gie­spa­ren­der LED-Technik.

Die Fer­tig­stel­lung des Bau­vor­ha­bens ist bis Ende 2028 vor­ge­se­hen. Die Gesamt­kos­ten inklu­sive Aus­stat­tung und Inven­tar lie­gen bei rund 70,4 Mil­lio­nen Euro.

Zur Vor­ge­schichte

Bis zum Ende des Schul­jah­res 2023/24 wurde der Stand­ort an der Bern­bur­ger Straße noch von der ehe­ma­li­gen Gemein­schafts­haupt­schule Bern­bur­ger Straße genutzt, die zuletzt 305 Schü­le­rin­nen und Schü­ler in 15 Klas­sen zählte. Zum Schul­jah­res­wech­sel 2024 zog die Haupt­schule unter dem neuen Namen „Schule am Eller Forst” in einen Neu­bau an der Venn­hau­ser Allee 167 um. Seit dem Schul­jahr 2024/25 wird das Gebäude an der Bern­bur­ger Straße als Gym­na­sium im Auf­bau genutzt. Der erste Jahr­gang der neuen Schule wird im Schul­jahr 2032/33 sein Abitur ablegen.