
Bei der jährlichen Schulbautour gab es EInblicke in aktuelle Bauvorhaben wie hier am Neubau des Luisen-Gymnasiums an der Völklinger Straße © Landeshauptstadt Düsseldorf/Claus Langer
Die Landeshauptstadt setzt ihre Schulbau-Offensive unvermindert fort. Bei der jährlichen Schulbautour stellte Stadtdirektor Burkhard Hintzsche am Mittwoch aktuelle Bauprojekte vor – im Mittelpunkt standen dabei drei Stationen, die exemplarisch für den Umbau der Düsseldorfer Schullandschaft stehen: die Carl-Sonnenschein-Schule in Unterbach, die Gemeinschaftsgrundschule Vennhauser Allee sowie der Neubau des Luisen-Gymnasiums an der Völklinger Straße.
Hintergrund der umfangreichen Bautätigkeit sind zwei landespolitische Weichenstellungen, die zum Schuljahr 2026/27 greifen: die Rückkehr zum G9-Betrieb an den Gymnasien sowie der Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz für Grundschulkinder. Beide Vorgaben prägen seit Jahren die Planung der Stadt als Schulträgerin. Zahlreiche Grundschulen und Gymnasien haben die nötigen räumlichen Voraussetzungen bereits erhalten, an den übrigen Standorten laufen derzeit die letzten baulichen, organisatorischen und pädagogischen Schritte.
Die Dimension der Investitionen ist beachtlich: Bis Anfang der 2030er-Jahre will die Landeshauptstadt insgesamt rund zwei Milliarden Euro in ihre Schulen stecken. Allein die drei bei der Tour besichtigten Projekte schlagen mit etwa 160 Millionen Euro zu Buche.
Neubau in Unterbach kurz vor dem Umzug
In Unterbach entsteht ein Ersatzneubau für die Carl-Sonnenschein-Schule. Im Zuge des Projekts wurde die Schule von einem auf zwei Züge erweitert, um der wachsenden Schülerzahl im Stadtteil gerecht zu werden. Nach dem Richtfest im vergangenen Jahr steht nun der Endspurt bevor: Bereits in den Herbstferien soll der Umzug in das neue Gebäude erfolgen, bei dessen Bau verstärkt auf Holz gesetzt wurde – ein Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit im Schulbau.
Grundschule Vennhauser Allee in Rekordzeit gebaut
Auch an der Vennhauser Allee ist ein neues Schulgebäude entstanden – und das in weniger als eineinhalb Jahren, damit der Parallelbetrieb von Baustelle und Schulalltag möglichst kurz ausfiel. Der Neubau bietet neben den Räumen für die Gemeinschaftsgrundschule auch vier zusätzliche Klassenräume für die Primarstufe der Alfred-Herrhausen-Förderschule. Ergänzt wird der Standort durch eine neue Einfeldsporthalle, die künftig auch dem Vereinssport zur Verfügung steht.
Luisen-Gymnasium erhält komplett neuen Standort
Zu den größten Vorhaben der gesamten Schulbauoffensive zählt der Neubau des Luisen-Gymnasiums an der Völklinger Straße. Für rund 1.000 Schülerinnen und Schüler ist dort ein vollständig neuer Schulstandort entstanden, der moderne pädagogische Konzepte mit einem offenen Raumkonzept, zeitgemäßen naturwissenschaftlichen Fachräumen und vielseitig gestalteten Außenanlagen verbindet. Abgerundet wird der Standort durch eine Dreifeldsporthalle mit bis zu 1.200 Tribünenplätzen.
Weitere Großprojekte bereits in Planung
Die drei besichtigten Stationen sind nur ein Ausschnitt aus einem deutlich umfangreicheren Bauprogramm. In Arbeit oder Planung befinden sich unter anderem Neubauten für die Katholische Grundschule Rather Kreuzweg, die Gumbertschule, die Grundschule am Rheindorfer Weg und die Gemeinschaftsgrundschule Krahnenburgstraße sowie für die Franz-Marc-Förderschule und den Teilstandort der Jan-Wellen-Schule. Hinzu kommen der Neubau des vierzügigen Gymnasiums Heinzelmännchenweg, die Erweiterung des Elisabeth-Selbert-Gymnasiums an der Bernburger Straße sowie umfassende Umplanungen der Schulstandorte an der Siegburger Straße und der Heidelberger Straße, die unter anderem der Joseph-Beuys-Gesamtschule, der Elly-Heuss-Knapp-Schule, der Dieter-Forte-Gesamtschule und der Lore-Lorentz-Schule zugutekommen sollen. Auch für das Berufskolleg Bachstraße ist ein Ersatzneubau vorgesehen.
Umgesetzt werden die Projekte vom städtischen Amt für Schule und Bildung gemeinsam mit den Tochterunternehmen Immobilien Projekt Management Düsseldorf (IPM) und der Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz AG (IDR).