Von Manfred Fammler
Ein Auftakt nach Maß sieht anders aus. Mit einer unerwarteten 1:2‑Niederlage starten die Fortunen in die erste Drittligasaison seit 17 Jahren. Dementsprechend war die Stimmung unter den Fans.
Mag es an der Ferienzeit liegen oder an der Enttäuschung der letzten Jahre: In der Innenstadt war wenig von einem Aufbruchfieber zu spüren. Nur vereinzelt zeigten sich in der Altstadt Fans in rot-weißen Vereinsfarben. Zum Anstoß um 19 Uhr begrüßte an den Kasematten nur ein Fan stehend und mit Applaus die Drittliga-Vertretung aus Flingern. Andere blickten teils gelangweilt, teils erwartungslos auf die Leinwände. Und als sich gar in der 17. Minute der erste Treffer im Düsseldorfer Tornetz zur Mannheimer Führung verfing, kippte die Stimmung vor dem „Auberge“ an der Bolkerstraße. Mag es an der tief stehenden Sonne in Mannheim gelegen haben oder daran, dass der Treffer aus 30 Metern Entfernung einfach nur ein Glücksschuss war, so waren sich die meisten Fans einig: „Den hätte er mit der Kappe halten müssen.“ Diese fehlte allerdings und hätte vielleicht ein gutes Mittel gegen die blendende Sonne sein können.
Auf der Ratinger Straße hatte sich vor der „Retematäng“ die größte Fangruppe in der Altstadt zusammengefunden. Fast schon stoisch und mit Kopfschütteln wurde der zweite Gegentreffer kurz nach der Halbzeitpause hingenommen. Auch wenn der Anschlusstreffer Hoffnung aufkeimen ließ, so sprang der Funke der Kicker nicht auf die Fans über. „Fortuna“-Anfeuerungen blieben demnach die Ausnahme. Dem Abpfiff folgte Ernüchterung. „Als hätte die Truppe erst letzte Woche gegen Fürth verloren“, sagte Sven. Noch tiefer saß die Enttäuschung bei Marcel: „Vor dem Spiel habe ich an den direkten Wiederaufstieg geglaubt. Jetzt nicht mehr.“
Am kommenden Wochenende können die F95-Kicker in der heimischen Arena gegen die Zweitausgabe der TSG Hoffenheim das Bild wieder korrigieren.

Mehr Publikum als die Fortuna erhielt am Freitagabend die Aufführung des „Freischütz“ vor dem Rathaus.© Manfred Fammler

