
Dirk Geuer und Michael Souvignier © Lokalbüro
Mit einer gut besuchten Vernissage ist am Donnerstagabend in den Räumen der Galerie Geuer & Geuer Art in der Heinrich-Heine-Allee 19 die Ausstellung „New York 1981 bis heute” eröffnet worden. Gezeigt werden fotografische Arbeiten von Michael Souvignier, der als einer der erfolgreichsten deutschen Filmproduzenten gilt und seine Wahlstadt New York seit mehr als vier Jahrzehnten mit der Kamera begleitet. Souvignier war an dem Abend selbst vor Ort, zeigte sich gut gelaunt und stand den Gästen für Gespräche über sein Langzeitprojekt zur Verfügung.
Vom Beobachter zum Chronisten einer Stadt
Was 1981 als fotografische Momentaufnahme begann, ist im Laufe der Jahrzehnte zu einem umfangreichen autobiografischen Projekt gewachsen. Souvignier hat New York in all seinen Facetten festgehalten – als Stadt im permanenten Wandel, geprägt von Widersprüchen und einer eigenen Rastlosigkeit. In seinen Bildern verbindet sich dabei die Handschrift des Fotografen mit der Erzählweise des Filmemachers: Statt einzelner Schnappschüsse entstehen Sequenzen, die sich zu einer persönlichen Chronik der Stadt zusammenfügen. Die in der Ausstellung gezeigte Auswahl aus dem Archiv spannt den Bogen von den frühen 1980er Jahren bis in die unmittelbare Gegenwart.
Rasterartige Kompositionen aus vier Jahrzehnten
Ein wiederkehrendes Gestaltungsmittel der Ausstellung sind mosaikartige Bildraster, in denen Souvignier dieselbe Szene in leichten Variationen mehrfach nebeneinander zeigt. So setzt eine großformatige Arbeit den Blick durch die Stahlträger einer Brücke auf die Skyline von Manhattan in achtzehn Einzelbildern zusammen, während eine andere Rasterarbeit den Times Square in wechselnden Farbstimmungen zeigt – von sattem Blau bis zu Pink- und Violetttönen, überlagert mit Spiegelungen und Reflexionen der Werbetafeln. Auch der Blick vom Dach eines Gebäudes auf die Skyline von Long Island City wird in mehreren Ausschnitten zu einer Art fotografischem Panorama montiert. Daneben stehen ruhigere Einzelaufnahmen, etwa eine durch einen regennassen Fensterausschnitt fotografierte Straßenszene bei Nacht, in der sich die Lichter der Stadt in den Tropfen brechen, sowie klassische Streetfotografien vom Times Square mit seinen Leuchtreklamen, Yellow Cabs und Passanten.
Bekannt wurde Souvignier vor allem als Filmproduzent
Über die Fotografie hinaus hat sich Michael Souvignier vor allem als Filmproduzent einen Namen gemacht. Zu seinen bekanntesten Produktionen zählen „Das Wunder von Lengede”, der mehrfach ausgezeichnete Contergan-Zweiteiler sowie „Frau Böhm sagt Nein”. Insbesondere die Verfilmung des Contergan-Skandals sorgte seinerzeit für Aufsehen, da sich der Hersteller Grünenthal juristisch gegen die Ausstrahlung wehrte – der Film wurde dennoch unter anderem mit einem Bambi-Sonderpreis geehrt. In diesem Jahr wird Souvignier nun mit dem Carl Laemmle Produzentenpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet, der jährlich von der Produzentenallianz und der Stadt Laupheim vergeben wird.
Ausstellung läuft einen Monat
Die Schau in der Düsseldorfer Galerie ist im Anschluss an die Vernissage für rund einen Monat zu sehen. Interessierte können sich bei Fragen zu den Öffnungszeiten oder für einen persönlichen Besuch direkt an die Galerie in der Heinrich-Heine-Allee 19 wenden, per Mail unter office@geuer-geuer-art.de.