Königin Silvia besucht Düsseldorf: Einweihung des neuen Luisen-Gymnasiums und Empfang im Rathaus
Hoher Besuch in der Landeshauptstadt: Königin Silvia von Schweden ist am Freitag, 9. Oktober 2026, nach Düsseldorf zurückgekehrt, in die Stadt, in der sie ihre Jugend verbracht hat. Anlass war die feierliche Einweihung des neuen Luisen-Gymnasiums an der Völklinger Straße in Bilk, an dem die Königin 1963 ihr Abitur gemacht hatte. Zuvor wurde sie im Düsseldorfer Rathaus empfangen.
Empfang im Jan-Wellem-Saal
Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller begrüßte die Königin im Jan-Wellem-Saal des Rathauses. „Königin Silvia im Düsseldorfer Rathaus begrüßen zu dürfen, ist für mich ein sehr besonderer Moment“, sagte Keller. Sie habe ihre Jugend in der Landeshauptstadt verbracht und das städtische Luisen-Gymnasium besucht. Immer sei sie Düsseldorf verbunden geblieben. In diesem Jahr wurde sie für ihr herausragendes Engagement für Kinderschutz und Kindeswohl als „Düsseldorferin des Jahres“ gewürdigt. Dass sie nun das Rathaus besuche und an der Einweihung des Schulneubaus teilnehme, sei „eine große Ehre“. Im Rahmen ihres Besuchs trug sich die Königin zudem in das Goldene Buch der Landeshauptstadt ein.
Festakt an der Völklinger Straße
Bei der Einweihung des neuen Schulgebäudes mit Dreifeldsporthalle waren neben der Königin auch Oberbürgermeister Keller und Dorothee Feller, Ministerin für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen, zugegen. Keller nannte den Neubau beispielhaft für das, was die Stadt unter einer modernen und zukunftsfähigen Bildungslandschaft verstehe. Das Gebäude biete optimale Bedingungen für rund 1.000 Schülerinnen und Schüler sowie ihre Lehrkräfte. Der Oberbürgermeister zeigte sich dankbar, dass die Königin der Eröffnung „royalen Glanz“ verliehen habe.
In ihrem Grußwort an die geladenen Gäste und die Schülerschaft hob Königin Silvia die Bedeutung von Bildung für die persönliche Entwicklung junger Menschen und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt hervor. Sie erinnerte an ihre eigene Schulzeit in Düsseldorf und an die Aufbruchsstimmung, die sie damals in der Stadt erlebt hatte. Düsseldorf habe sich im Laufe der Zeit sehr verändert, sagte sie. Den Neubau würdigte sie als Zeichen dafür, wie ernst die Landeshauptstadt ihre Verantwortung nehme, jungen Menschen gute Lernbedingungen und Raum zur Entfaltung zu bieten. Der Schulgemeinschaft wünschte sie, dass die neuen Räume nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch des Miteinanders und der Freundschaft werden.
Clusterschule mit Mensa und Selbstlernzentrum
Das rund 13.750 Quadratmeter große Gebäude ist als Clusterschule organisiert. Neben den Unterrichtsräumen gibt es eine Mensa, ein Foyer, ein Selbstlernzentrum und Mehrzweckbereiche. Die Dreifeldsporthalle steht außerhalb der Schulzeiten auch Sportvereinen zur Verfügung. Die Tribüne bietet 700 feste Zuschauerplätze und mit zusätzlicher Bestuhlung Platz für bis zu 1.200 Personen. Die Kosten für den Neubau samt Sporthalle liegen bei rund 106,5 Millionen Euro.
Stadtdirektor Burkhard Hintzsche sprach von einem „völlig neuen Lern- und Lehrerlebnis“ in den modernen Clusterräumen. Dazu zählten unter anderem außergewöhnliche naturwissenschaftliche Fachräume. Zugleich wachse die Schulplatzkapazität langfristig deutlich. Der Umzug an die Völklinger Straße erfolgte bereits zum Schuljahr 2026/27 und ging mit einer schrittweisen Umwandlung in den gebundenen Ganztagsbetrieb ab Jahrgangsstufe 5 einher.
Photovoltaik, Fernwärme und über 80 neue Bäume
Auf den begrünten Dachflächen von Schulgebäude und Sporthalle wurden etwa 1.000 Photovoltaik-Module zur Eigenversorgung installiert. Die Wärme kommt vollständig über einen Fernwärmeanschluss der städtischen Netzgesellschaft. Die Lüftungsanlage verfügt über eine hocheffiziente Wärmerückgewinnung, zudem ist das gesamte Gebäude mit energiesparender LED-Beleuchtung ausgestattet. Auch die rund 12.400 Quadratmeter großen Außenflächen wurden klimagerecht gestaltet. Rund um Schule und Sporthalle wurden mehr als 80 neue Bäume gepflanzt.
„Wir leben Vielfalt“ als Leitmotiv
Unter dem Motto „Wir leben Vielfalt“ versteht die Schulgemeinde die Unterschiedlichkeit ihrer Schülerschaft als Stärke. Im neuen Gebäude sollen verschiedene Lernwege möglich werden und Bildungschancen gestärkt werden. Offene Clusterstrukturen, Lernlandschaften und das Selbstlernzentrum bilden die Grundlage für selbstständiges und kooperatives Lernen sowie individuelle Förderung. Vor allem der MINT-Bereich profitiert von den modern ausgestatteten Fachräumen mit ihren außergewöhnlichen Laborbereichen. Als UNESCO-Projektschule will das Luisen-Gymnasium junge Menschen zu selbstständigem Lernen, verantwortungsbewusstem Handeln und aktiver Mitgestaltung einer sich verändernden Welt befähigen.
Schulministerin Feller sagte, die Schulgemeinschaft könne mit Stolz und Freude auf das Entstandene blicken. Ein modernes Schulgebäude sei weit mehr als ein Ort des Unterrichts, nämlich ein Ort, an dem junge Menschen einen großen Teil ihres Tages verbringen, Freundschaften schließen und sich entwickeln. Die Stadt Düsseldorf habe mit dem Neubau ein „beeindruckendes Beispiel“ geschaffen.
Vierzügig seit 2023
Den Neubau des vierzügigen Gymnasiums hatte der Rat der Landeshauptstadt im Dezember 2022 beschlossen. Schon ab dem Schuljahr 2023/24 gab es am Fürstenwall 100 einen vorübergehenden Teilstandort mit 120 zusätzlichen Schulplätzen, um dem steigenden Bedarf an Gymnasialplätzen gerecht zu werden. Dadurch war das Luisen-Gymnasium bereits vor dem Umzug vierzügig.
„Bloom“ im Foyer
Das zentrale, über alle Geschosse offene Foyer gestaltet das irische Künstlerduo The Project Twins. Ihr Entwurf „Bloom“ ging als Siegerprojekt aus dem Kunst-am-Bau-Wettbewerb der Kunstkommission Düsseldorf hervor. Blumen-Piktogramme aus lackiertem Aluminium und pastellfarbene Akustikwandpaneele entwickeln sich entlang der Wände und Balustraden zu einem vielschichtigen Bildgefüge. Die Arbeit versteht Natur als Sinnbild für Wachstum und Entwicklung. In der Vielfalt der Blumen soll die kulturelle, sprachliche und persönliche Diversität der Schulgemeinschaft sichtbar werden.
Zwei Milliarden Euro für die Schulbauoffensive
Der Neubau ist eines der größten Projekte der Düsseldorfer Schulbauoffensive. In den vergangenen zehn Jahren hat die Landeshauptstadt zahlreiche pädagogisch moderne und nachhaltige Schulgebäude errichtet sowie Bestandsgebäude nachgerüstet und saniert. Auch in den kommenden Jahren sollen weitere Projekte folgen: Insgesamt investiert die Stadt rund 2 Milliarden Euro in die schulische Infrastruktur. Außerdem sollen Aufenthaltsqualität, Digitalisierung und Ganztagsbetreuung weiter ausgebaut werden.

