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Premiere in der Altstadt: Erste standesamtliche Trauung in einem Düsseldorfer Brauhaus

Bürgermeister Hinkel nahm die Trauung vor © LB / Olaf Odtmann

Bür­ger­meis­ter Hin­kel nahm die Trau­ung vor © LB / Olaf Odtmann

 

Eine stan­des­amt­li­che Trau­ung mit­ten in einem Düs­sel­dor­fer Brau­haus – das dürfte auch in der Alt­stadt eine Pre­miere sein. Am Frei­tag, 9. Okto­ber, um 11.11 Uhr geben sich Frank Breu­ers und San­dra Her­s­tix im Kes­sel­stüb­chen der Braue­rei Schu­ma­cher „Im Gol­de­nen Kes­sel“ an der Bol­ker­straße 44 das Jawort. Getraut wer­den die bei­den vom Ers­ten Bür­ger­meis­ter Josef Hin­kel. Nach Anga­ben des Paa­res wurde bis­lang in kei­ner Düs­sel­dor­fer Braue­rei eine stan­des­amt­li­che Hoch­zeit gefei­ert. Das Kes­sel­stüb­chen liegt im ers­ten Ober­ge­schoss des tra­di­ti­ons­rei­chen Brauereiausschanks.

Wie der Gol­dene Kes­sel zum Trau­ort wurd
Dabei war der unge­wöhn­li­che Trau­ort zunächst gar nicht geplant. Der Wunsch­ter­min am 9. Okto­ber war online an den von der Stadt vor­ge­se­he­nen Trau­or­ten kaum zu bekom­men, schon gar nicht im Schloss Ben­rath, das das Paar zunächst ins Auge gefasst hatte. Eine Nach­frage beim Stan­des­amt brachte schließ­lich die Lösung: Eine Trau­ung an einem ande­ren Ort sei grund­sätz­lich möglich.

Josef Hin­kel, der vom Paar bereits als Stan­des­be­am­ter aus­ge­wählt wor­den war, soll dar­auf gelas­sen reagiert haben: Man möge ihm ein­fach sagen, wohin er kom­men solle.

Den Weg ins Brau­haus ebnete Wolf­gang Wöh­ler, Betriebs­lei­ter im „Gol­de­nen Kes­sel“, Freund des Bräu­ti­gams seit fast drei Jahr­zehn­ten und sein Trau­zeuge. Er fragte bei der Fami­lie Schnitz­ler-Unger­mann an. Mit deren Zustim­mung und der Unter­stüt­zung der Geschäfts­füh­rung konnte die unge­wöhn­li­che Trau­ung schließ­lich mög­lich gemacht werden.

So wird aus der Suche nach einem pas­sen­den Trau­ort eine unge­wöhn­li­che Pre­miere: Für einen Vor­mit­tag wird aus dem Braue­rei­aus­schank „Im Gol­de­nen Kes­sel“ ein ganz beson­de­rer Ort für das Ja-Wort.

Von der Brehm­straße nach Abu Simbel
Die Geschichte von Frank Breu­ers und San­dra Her­s­tix beginnt, wie es sich für zwei Men­schen mit gro­ßer Ver­bun­den­heit zu Düs­sel­dorf fast schon gehört, mit Eis­ho­ckey. Am 8. Okto­ber 2004 ver­lor die DEG an der alt­ehr­wür­di­gen Brehm­straße mit 3:5 gegen den KEC. Beide hat­ten das Spiel damals noch getrennt besucht. Anschlie­ßend begeg­ne­ten sie sich in ihrer Alt­stadt-Stamm­kneipe „Kno­ten“. Am 9. Okto­ber 2004 stell­ten sie fest, dass sie sich bes­ser ken­nen­ler­nen wollten.

Der Hei­rats­an­trag folgte sie­ben Jahre spä­ter an einem weit weni­ger all­täg­li­chen Ort: Am 29. Sep­tem­ber 2011 ging Frank Breu­ers um 9.35 Uhr Orts­zeit im ägyp­ti­schen Abu Sim­bel auf der Ein­gangs­treppe des Tem­pels vor San­dra auf die Knie. Sie sagte Ja. Statt klas­si­scher Ver­lo­bungs­ringe ent­schie­den sich beide für zwei sil­berne Hie­ro­gly­phen­kar­tu­schen mit ihren Vor­na­men, die sie sich anschlie­ßend in Luxor anfer­ti­gen ließen.

Mehr als 40 gemein­same Urlaube haben die bei­den inzwi­schen unter­nom­men – unter ande­rem in Ägyp­ten, ver­schie­de­nen afri­ka­ni­schen Län­dern, den Emi­ra­ten, der Tür­kei und Europa. Ihr gemein­sa­mer Lebens­schwer­punkt liegt in Düsseldorf-Friedrichstadt.

Düs­sel­dorf, Sport und ehren­amt­li­ches Engagement
Frank Breu­ers, gelern­ter tech­ni­scher Zeich­ner und stu­dier­ter Maschi­nen­bauer, ist seit vie­len Jah­ren ehren­amt­lich aktiv. Seit 2011 beglei­tet er die Spiele von For­tuna Düs­sel­dorf als Blin­den­re­por­ter. Auch beim Rosen­mon­tags­zug sowie bei ver­schie­de­nen Sport- und Brauch­tums­ver­an­stal­tun­gen ist er als Blin­den­re­por­ter im Ein­satz. Zudem ist er Regio­nal­spre­cher West der Deut­schen Fuß­ball­liga und Mit­glied der Düs­sel­dor­fer Jon­ges in der Tisch­ge­mein­schaft „Us d’r Lamäng“. Für sein ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment wurde er 2015 mit dem Ehren­amts­preis der Stadt Düs­sel­dorf und 2020 mit dem Düs­sel­dor­fer Mar­t­ins­ta­ler ausgezeichnet.

San­dra Her­s­tix ist Groß- und Außen­han­dels­kauf­frau und arbei­tet seit 1993 bei BMW Düs­sel­dorf. Auch sie enga­giert sich ehren­amt­lich, unter ande­rem im Ski-Club Wil­lin­gen und bei Blin­den­re­por­ta­gen. Beim Rosen­mon­tags­zug 2026 war sie als Co-Blin­den­mo­de­ra­to­rin dabei. Gemein­sam ver­bin­det das Paar außer­dem die lang­jäh­rige ehren­amt­li­che Pres­se­ar­beit beim Welt­cup-Ski­sprin­gen in Willingen.

Ein Fest mit lang­jäh­ri­gen Weggefährten
Gefei­ert wird anschlie­ßend eben­falls im „Gol­de­nen Kes­sel“ – im engs­ten Kreis. Zu den Gäs­ten gehö­ren unter ande­rem Wolf­gang Wöh­ler mit sei­ner Lebens­ge­fähr­tin Anja Leve­renz, Trau­zeuge von Frank und Betriebs­lei­ter des Braue­rei­aus­schanks, sowie Dag­mar Gert­ges mit Ehe­mann Andreas. Sie ist seit Kin­der­ta­gen mit San­dra befreun­det und ihre Trauzeugin.

Auch DEG-Urge­stein Wal­ter Köberle wird mit sei­ner Lebens­ge­fähr­tin Marie-Louise Arens erwar­tet. Köberle, der seit 1971 in Düs­sel­dorf mit der DEG ver­bun­den ist, wird auch „Bür­ger­meis­ter vom Brehm­platz“ genannt. Eben­falls dabei ist Rats­herr Giu­seppe Saitta, den das Paar seit mehr als drei Jahr­zehn­ten kennt.

Zu den wei­te­ren Gäs­ten zäh­len For­tu­nas Inklu­si­ons­be­auf­trag­ter Ste­fan Felix mit Ehe­frau Ute sowie lang­jäh­rige Freunde aus Wil­lin­gen und Kre­feld. Die Fami­lien von Frank und San­dra rei­sen für die Hoch­zeit unter ande­rem aus Düs­sel­dorf, Erft­stadt, Zürich, Wien und dem bel­gi­schen Gent­brügge an. Für den musi­ka­li­schen Rah­men der Trau­ung sorgt Mareike Schö­ers an der Quer­flöte vom „Duo Traverso“.

Was ihre Bezie­hung aus­macht, beschrei­ben Frank Breu­ers und San­dra Her­s­tix mit Ver­trauen, Treue, Respekt, Tole­ranz, Zusam­men­halt und einer offe­nen Kom­mu­ni­ka­tion. Hinzu kom­men die Liebe zu Düs­sel­dorf, gemein­same Rei­sen, Sport, Eis­ho­ckey und Fuß­ball, Freunde, gutes Essen – und natür­lich die Begeis­te­rung für ein frisch gezapf­tes Schu­ma­cher Alt.

Damit passt der Ort der Trau­ung per­fekt zu ihrer gemein­sa­men Geschichte: Ein Düs­sel­dor­fer Paar, ken­nen­ge­lernt nach einem DEG-Spiel in der Alt­stadt, hei­ra­tet 22 Jahre spä­ter mit­ten im Her­zen der Alt­stadt – im Gol­de­nen Kes­sel. Wo sonst könnte man sich das Jawort geben?

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