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Reibekuchen Rekord in der Altstadt ?

Michael Brühl, Dr. Reinhold Hahlhege und Andreas John © Gabriele Schreckenberg

Michael Brühl, Dr. Rein­hold Hahl­hege und Andreas John © Gabriele Schreckenberg

Von Gabriele Schreckenberg

10.000 Rei­be­ku­chen soll­ten es an die­sem Okto­ber­tag werden.

Ob am 10.10. tat­säch­lich 10.000 Rei­be­ku­chen auf der Ter­rasse der Kost­bar auf der Neu­straße geba­cken und kos­ten­frei ver­teilt wur­den, lässt sich nicht mit letz­ter Sicher­heit sagen. Der Rekord von 3.000 Rei­be­ku­chen aus dem ver­gan­ge­nen Jahr dürfte jedoch deut­lich über­trof­fen wor­den sein.

Ver­an­stal­ter waren die Scholl­jon­ges, eine Tisch­ge­mein­schaft der Düs­sel­dor­fer Jon­ges, die 1974 gegrün­det wurde. Eine Tonne Kar­tof­feln wurde ver­ar­bei­tet. Geba­cken haben die Scholl­jon­ges von 10.10 Uhr bis 19.10 Uhr. Mehr als 40 Mit­glie­der der Tisch­ge­mein­schaft stan­den an den damp­fen­den Pfannen.

Bau­ern haben die Kar­tof­feln gespendet
Den Roh­stoff gab es reich­lich, dank groß­zü­gi­ger Spen­den von drei Bau­ern aus dem Umland. Der Kühl­wa­gen neben der Kost­bar war eben­falls gut gefüllt, und die Pfan­nen summ­ten min­des­tens so laut wie die Musik, die DJ Theo Fit­sos uner­müd­lich auf­legte. An den Aus­ga­be­stel­len tum­mel­ten sich die Men­schen, um die frisch geba­cke­nen Por­tio­nen abzu­ho­len. Drei Rei­be­ku­chen mit Apfel­mus gab’s pro Per­son, und viele wur­den zwei- oder mehr­mals gesich­tet. Neben den Aus­ga­be­stel­len stan­den dicke Spar­schweine, die auf ihre Spen­den warteten.

Für den Gute-Nacht-Bus und die Armenküche
Thors­ten Hap­pel, Schrift­füh­rer der Scholl­jon­ges, spricht von einem Erlös von etwa 7.000 Euro. Das Geld kommt gleich zwei Initia­ti­ven zugute. Zum einen dem Gute-Nacht-Bus, den es seit 2011 gibt und der eine Anlauf­stelle für woh­nungs­lose Men­schen ist. Er finan­ziert sich aus­schließ­lich aus Spen­den. Der Bus steht als mobile Anlauf­stelle täg­lich auf dem Grab­beplatz, und zwar von Mon­tag bis Frei­tag von 22 Uhr bis 23 Uhr sowie vor dem Haupt­bahn­hof von 23.15 Uhr bis 0.15 Uhr. Hier gibt es warme Mahl­zei­ten, Klei­dung und Schlaf­sä­cke sowie ein offe­nes Ohr.

Die Armen­kü­che in Düs­sel­dorf gibt es seit 34 Jah­ren. Pater Wolf­gang steht schon um zehn Uhr in der Menge vor der Rei­be­ku­chen-Aus­gabe. Er lei­tet die Armen­kü­che, die neben dem Rat­haus liegt. Der Seel­sor­ger der Domi­ni­ka­ner­kir­che neben St. Andreas kennt sich mit Men­schen und Schick­sa­len aus. Er war 30 Jahre lang Gefäng­nis­seel­sor­ger in der Ulmer Höh. „Wir sind in der Armen­kü­che eine ein­ge­schwo­rene Gemein­schaft von Ehren­amt­li­chen, die dafür sor­gen, dass die Men­schen an sie­ben Tagen eine warme Mahl­zeit bekom­men“, erklärt er. Dass die Che­mie im Team stim­men muss, das zu einem Drit­tel aus Män­nern und zu zwei Drit­teln aus Frauen besteht, kann er nur bestä­ti­gen. „Wir arbei­ten auf engem Raum und sind direkt neben dem Rat­haus“, erklärt er.

Hen­drik Wüst, NRW-Minis­ter­prä­si­dent, hat die Schirm­herr­schaft für die Rei­be­ku­chen-Aktion über­nom­men. Ansons­ten wurde von den Stadt­obe­ren nie­mand gesich­tet. Ein Rah­men­pro­gramm run­dete die Aktion ab: Zwei Tenöre aus den eige­nen Rei­hen schmet­terte eine ita­lie­ni­sche Oper, DJ Theo Fit­sos sorgte für Schwung, und die Strand­pi­ra­ten waren eben­falls dabei.

Sebastian Lege und Thorsten Happel @ LB / Olaf Oidtmann

Sebas­tian Lege und Thors­ten Hap­pel @ LB / Olaf Oidtmann

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