Düsseldorf und der Rhein-Kreis Neuss planen gemeinsame Leitstelle

Bei der Unterzeichnung der Absichtserklärung zu einer gemeinsamen Leitstelle (v.l.): Brandrat Stefan Holtkamp, Feuerwehrchef David von der Lieth, OB Dr. Keller, Stadtdirektor und Feuerwehrdezernent Burkhard Hintzsche, André Klöckener, Leiter Kreisleitstelle, Landrätin Katharina Reinhold, Michael Wolff, Kreisbrandmeister Rhein-Kreis Neuss. © Stadt Düsseldorf/Claus Langer
Die Landeshauptstadt Düsseldorf und der Rhein-Kreis Neuss wollen ihre Zusammenarbeit in der Gefahrenabwehr deutlich vertiefen. Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller und Landrätin Katharina Reinhold unterzeichneten dazu jetzt eine gemeinsame Absichtserklärung. Ziel ist es, die Voraussetzungen für eine zukunftsfähige Leitstellenstruktur zu schaffen. Bislang betreiben beide Kommunen jeweils eine eigene Leitstelle, in der Brandschutz, Hilfeleistung, Katastrophenschutz und Rettungsdienst gebündelt sind. Künftig sollen sie enger zusammenarbeiten, damit Notruf- und Einsatzbearbeitung für die Bürger auch langfristig verlässlich und widerstandsfähig bleiben.
Ein Standort auf Düsseldorfer Stadtgebiet
Langfristig sollen die Leitstellenaufgaben an einem gemeinsamen Standort wahrgenommen werden. Keller kündigte an, in den kommenden Jahren einen linksrheinischen Standort auf Düsseldorfer Stadtgebiet zu realisieren, sofern geeignete Flächen zur Verfügung stehen. „Die Anforderungen an moderne Leitstellen nehmen kontinuierlich zu”, sagte der Oberbürgermeister. Die Kooperation biete die Möglichkeit, Synergien zu nutzen und zugleich die hohe Qualität der Notrufannahme und Einsatzsteuerung dauerhaft zu sichern.
Für 1,12 Millionen Menschen verantwortlich
Landrätin Reinhold betonte die Bedeutung für die Daseinsvorsorge. Gemeinsam verantworten Stadt und Kreis die notfallmedizinische und rettungsdienstliche Versorgung von rund 1,12 Millionen Menschen. Man habe bewusst die Kooperation gesucht, um die Kräfte zu bündeln und die Versorgung auf eine breitere Basis zu stellen. Konkret könnten sich beide Leitstellen künftig bei technischen Ausfällen und außergewöhnlich hohem Notrufaufkommen gegenseitig unterstützen und notwendige Kapazitätserweiterungen effizient umsetzen. Mit der Stadt Düsseldorf habe der Rhein-Kreis einen verlässlichen Partner für die Investition in eine gemeinsame Leitstelle gefunden, sagte Reinhold. Dabei setze man auf einen verantwortungsvollen Einsatz der Mittel und auf dauerhaft tragfähige Strukturen.
Schrittweiser Ausbau der Zusammenarbeit
Die Absichtserklärung sieht vor, die gegenseitige Unterstützung bei erhöhtem Notrufaufkommen, technischen Störungen und künftigen Erweiterungen der Leitstellenkapazitäten zu prüfen und schrittweise auszubauen. Stadtdirektor und Feuerwehrdezernent Burkhard Hintzsche erklärte, beide Seiten stünden vor der Aufgabe, ihre Leitstellenstruktur an künftige Anforderungen anzupassen. Ein gemeinsamer Standort eröffne die Chance, Ressourcen gezielt zu bündeln. So könnten leistungsfähige regionale Strukturen entstehen, die die Sicherheitsarchitektur der Region dauerhaft stärkten.
Zeitplan mit Meilensteinen
Als Nächstes gilt es, die vereinbarten Ziele zu konkretisieren. Der Leiter der Kreisleitstelle Rhein-Kreis Neuss, André Klöckener, kündigte an, mögliche Kooperationsfelder zu identifizieren und konkrete Vereinbarungen zu erarbeiten. Zudem soll ein verbindlicher Zeitplan mit klar definierten Meilensteinen entwickelt werden.