Rheinbahn setzt auf „Noisebuster“: Neues Schleiffahrzeug macht Düsseldorfs Schienen leiser

Christian Finke (Mitte), Vorstand Betrieb und Infrastruktur der Rheinbahn, mit Lukas Thomalla, stellvertretender Abteilungsleiter Fahrwege (2. von links), Projekteiter Andreas Busch (4. von links) und den beiden Fahrern David Zieren (links) und Denis Alekseev (rechts) vor dem HSG-city. © Rheinbahn Düsseldorf
Die Rheinbahn rüstet bei der Gleispflege auf: Das neue Schienenschleiffahrzeug HSG-city, intern „Noisebuster“ genannt, ist inzwischen im gesamten Netz unterwegs. Per Hochgeschwindigkeitsschleifen (High Speed Grinding) beseitigt es Unebenheiten auf den Schienen, noch bevor daraus Schäden entstehen. Die ersten Erfolge lassen sich laut Rheinbahn bereits messen. Rund 340 Kilometer Gleislänge umfasst das Netz, das Düsseldorf mit Neuss, Duisburg, Ratingen und Krefeld verbindet. Um diese Infrastruktur vorausschauend instand zu halten und Anwohner besser vor Schienenlärm zu schützen, setzt das Nahverkehrsunternehmen auf moderne Technik. Der HSG-city bearbeitet die Schienenoberflächen direkt im Gleisnetz und baut sogenannte Riffel ab, also wellenförmige Unebenheiten, die für Lärm sorgen.
Deutlich leiser an der Merowingerstraße
Erste Messungen und Rückmeldungen aus der Bevölkerung bestätigen den Erfolg. An der Merowingerstraße sanken die Geräuschemissionen stellenweise um acht bis zwölf Dezibel. Zur Einordnung: Eine Reduzierung um zehn Dezibel empfindet das menschliche Gehör als Halbierung des Lärms. Auch an der Heerdter Landstraße und am Spichernplatz macht sich das vorbeugende Schleifen nach Angaben der Rheinbahn bereits deutlich bemerkbar. „Mit dem neuen HSG-city investieren wir gezielt in mehr Fahrkomfort und weniger Lärm in unserem Netz“, sagt Christian Finke, Vorstand Betrieb und Infrastruktur der Rheinbahn. Der „Schienenflüsterer“ helfe dabei, die Gleise vorausschauend zu pflegen und die Lebensqualität der Anwohner spürbar zu verbessern. „Für uns ist das schönste Signal, wenn Menschen entlang der Strecke sagen: Man hört den Unterschied.“
Einsätze in den Nachtstunden
Aktuell arbeitet der HSG-city in den nächtlichen Betriebspausen der Rheinbahn im gesamten Schienennetz. Ein Zweiwege-Unimog zieht die Maschine, die die Gleise mit bis zu 28 Stundenkilometern schleift. Zusätzlich zeichnet eine Laser-Messeinheit den Zustand der Schienen millimetergenau auf. Diese Daten bilden die Grundlage für ein zielgerichtetes, datenbasiertes Schleifkonzept. Der regelmäßige Präventionsschliff verringert zudem den Verschleiß an den Radsätzen der Bahnen und an den Schienen selbst, was die Lebensdauer der Infrastruktur deutlich verlängert. Perspektivisch plant die Rheinbahn, ein eigenes Gleisarbeitsfahrzeug zu beschaffen. Damit könnte der HSG-city künftig auch tagsüber mit bis zu 50 Stundenkilometern flexibel während des regulären Linienbetriebs eingesetzt werden.
Vorreiter im kommunalen Nahverkehr
Bei der Schienenpflege kann die Rheinbahn auf jahrelange Erfahrung bauen. Schon mit dem Vorgängermodell, einem gemeinsamen Prototyp mit dem Hersteller Vossloh, übernahm das Düsseldorfer Verkehrsunternehmen im kommunalen Nahverkehr eine Vorreiterrolle. Das neue Fahrzeug setzt diese Tradition nun in Serie und mit erweiterter Analysetechnik fort. „Ein leistungsfähiger Nahverkehr braucht nicht nur zuverlässige Fahrzeuge, sondern auch eine moderne und gut gepflegte Infrastruktur“, betont Finke. Der HSG-city sei dafür ein wichtiger Baustein: Er reduziere den Verschleiß von Schienen und Radsätzen, verbessere die Laufeigenschaften der Bahnen und mache das Netz an vielen Stellen hörbar leiser.