
1. Spatenstich für das neue Hallenbad Unterrath (v.l.): Stadtdirektor Burkhard Hintzsche, die Bezirksbürgermeisterinnen Annette Klinke und Birgit Schentek, Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller, Peter Schwabe, Aufsichtsratsvorsitzender der Bädergesellschaft, und Christoph Schlupkothen, Geschäftsführer der Bädergesellschaft Düsseldorf mbH. © Landeshauptstadt Düsseldorf/Ingo Lammert
In Unterrath ist am Freitag der Startschuss für ein neues Hallenbad gefallen. Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller hat gemeinsam mit Vertretern der Bädergesellschaft Düsseldorf sowie den Bezirksbürgermeisterinnen Birgit Schentek und Annette Klinke den ersten Spatenstich für den Neubau an der Ecke Ulmenstraße/An der Piwipp gesetzt. Mit dabei waren auch Aufsichtsratsvorsitzender Peter Schwabe, Stadtdirektor Burkhard Hintzsche und Geschäftsführer Christoph Schlupkothen von der Bädergesellschaft, die das Projekt im Auftrag der Stadt als Bauherrin realisiert. Die Fertigstellung ist für 2028 vorgesehen.
Oberbürgermeister Keller betonte, mit dem Neubau setze die Stadt ein Zeichen für den Sport, für Familienfreundlichkeit und für Investitionen in die Lebensqualität Düsseldorfs – auch in wirtschaftlich angespannten Zeiten. Mit dem Projekt in Unterrath gehe das seit 2020 verfolgte Bäderkonzept nun in seine letzte Runde. Gerade für die Stadtteile sei es wichtig, dass Schwimmenlernen und Schwimmengehen wohnortnah möglich bleiben.
Modernes Bad mit Highlights für Kinder
Das neue Hallenbad soll den heutigen Ansprüchen an ein zeitgemäßes Schwimmbad gerecht werden. Vorgesehen sind ein 25-Meter-Becken mit fünf Bahnen sowie eine Sprunganlage mit Ein- und Drei-Meter-Plattform. Hinzu kommen ein separates Lehrschwimm- und Kursbecken mit Hubboden, thermisch und akustisch vom übrigen Betrieb getrennt, sowie ein Kleinkinderbecken. Für Kinder dürfte vor allem die fünf Meter hohe Rutsche im Kinderbereich ein Anziehungspunkt werden. Ergänzt wird das Angebot durch Whirlpool, Dampfbad und Infrarotkabine.
Erstes Bad ohne CO2-Ausstoß
Besonderes Augenmerk liegt auf der Nachhaltigkeit des Neubaus. Auf einer Fläche von 867 Quadratmetern sollen mehr als 400 Photovoltaikmodule mit einer Gesamtleistung von rund 200 kWp installiert werden. Beim Heizen setzt die Bädergesellschaft auf eine Kombination aus Wasser-Wasser- und Luft-Wasser-Wärmepumpen, ergänzt durch Wärmerückgewinnung aus dem Abwasser von Duschen und Badewasser sowie aus der Lüftungsanlage. Da der Betrieb der Wärmepumpen größtenteils mit selbst erzeugtem Solarstrom erfolgt und der zusätzlich benötigte Strom vollständig aus erneuerbaren Quellen stammt, soll das Bad über seinen Energiebezug keinerlei CO2 ausstoßen. Damit wäre es das erste klimaneutral betriebene Bad in Düsseldorf und eines der wenigen bundesweit. Eine extensive und intensive Dachbegrünung soll zusätzlich das Mikroklima verbessern und Regenwasser zurückhalten.
Vom Zweckbad an der Mettlacher Straße zum Neubau
Das bisherige Bad an der Mettlacher Straße wurde 1967 als klassisches Zweckbad eröffnet und entspricht nach fast sechs Jahrzehnten Betrieb in weiten Teilen nicht mehr dem heutigen Stand der Technik. Hoher Energieverbrauch und immer wieder auftretende Schäden hatten einen wirtschaftlichen Weiterbetrieb zuletzt erheblich erschwert. Bereits im Bäderkonzept 2020 war deshalb ein Neubau vorgesehen, ursprünglich noch am bisherigen Standort. Nach einem Workshopverfahren entschied sich der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf am 19. September 2019 mehrheitlich für den neuen Standort an der Ulmenstraße.
Ein Vorteil des neuen Standorts: Der Bäderbetrieb an der Mettlacher Straße kann voraussichtlich ohne längere Unterbrechung fortgeführt werden, bis das neue Bad fertig ist. Davon profitieren vor allem Schulen, die das Bad regelmäßig für den Schwimmunterricht nutzen, aber auch Vereine, Sportgruppen und die allgemeine Öffentlichkeit müssen so keine Ausweichstandorte suchen. Die Lage an der Hauptverkehrsstraße sorgt zudem für eine gute Erreichbarkeit, auch für Schulbusse.
Letzter Baustein des Bäderkonzepts 2020
Mit dem Hallenbad Unterrath schließt die Landeshauptstadt Düsseldorf das 2020 gestartete Bäderkonzept ab. Nach den bereits umgesetzten Projekten am Rheinbad und in Niederheid sowie den Modernisierungen in Flingern, Oberkassel und Benrath ist Unterrath nun der letzte offene Punkt. Ziel des Konzepts bleibt eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung der städtischen Bäder mit wirtschaftlicher Betriebsführung sowie hohen Standards bei Barrierefreiheit, Schwimmausbildung und Energieeffizienz.
Weitere Informationen zu den städtischen Bädern gibt es unter www.baeder-duesseldorf.de.