Der Freianlagenplan zeigt die zukünftige Gestaltung des Konrad-Adenauer-Platzes © Landeshauptstadt Düsseldorf/Amt für Verkehrsmanagement

Der Frei­an­la­gen­plan zeigt die zukünf­tige Gestal­tung des Kon­rad-Ade­nauer-Plat­zes © Lan­des­haupt­stadt Düsseldorf/Amt für Verkehrsmanagement

 

Der Kon­rad-Ade­nauer-Platz vor dem Düs­sel­dor­fer Haupt­bahn­hof soll in den kom­men­den Jah­ren grund­le­gend umge­baut wer­den. Der Stadt­rat hat in sei­ner Sit­zung am Don­ners­tag den soge­nann­ten Bedarfs­be­schluss gefasst und damit den Weg für die wei­tere Pla­nung bis zur Umset­zung frei gemacht. Aus der bis­lang oft als unüber­sicht­lich emp­fun­de­nen Flä­che soll ein moder­nes und bar­rie­re­freies Entrée der Lan­des­haupt­stadt werden.

Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Ste­phan Kel­ler bezeich­nete das Vor­ha­ben als eines der kom­ple­xes­ten Groß­pro­jekte der Stadt. Die Vor­pla­nun­gen und Abstim­mun­gen mit den betei­lig­ten Part­nern seien umfang­reich gewe­sen, das gemein­same Ziel sei es, den Platz als Mobi­li­täts­kno­ten­punkt spür­bar zu ver­bes­sern und gleich­zei­tig seine Auf­ent­halts­qua­li­tät für Düs­sel­dor­fer wie für Gäste der Stadt zu stei­gern. Auch Pla­nungs­de­zer­nen­tin Cor­ne­lia Zuschke betonte die enge Zusam­men­ar­beit mit der Deut­schen Bahn, die par­al­lel den Umbau des Bahn­hofs­ge­bäu­des vor­an­treibt, sowie mit den Plä­nen für ein neues Gesund­heits­amt samt eben­erdi­ger Fahr­rad­ga­rage. Nach Abschluss des Ver­ga­be­ver­fah­rens könn­ten die Bau­ar­bei­ten dem­nach im Jahr 2031 beginnen.

Stra­ßen­bahn und Bus wer­den kom­plett barrierefrei

Kern­stück der Neu­pla­nung ist der öffent­li­che Nah­ver­kehr. Über die gesamte Bahn­steig­länge soll künf­tig ein stu­fen­lo­ser Ein­stieg zwi­schen Stra­ßen­bahn und Bahn­steig­kante mög­lich sein, auch die Bus­hal­te­stel­len im Nord­wes­ten und Süd­os­ten wer­den voll­stän­dig bar­rie­re­frei aus­ge­baut. Die Stra­ßen­bah­nen hal­ten künf­tig ein­heit­lich vor dem zen­tra­len Fuß­gän­ger­über­weg in Höhe der Fried­rich-Ebert-Straße und fah­ren nach dem Fahr­gast­wech­sel nur noch mit sehr gerin­gem Tempo über die Que­rung – ein Sicher­heits­ge­winn für Fuß­gän­ger, der die Fahr­zei­ten der Bah­nen kaum beein­träch­ti­gen soll. Die Bahn­steige wer­den auf 80 Meter ver­län­gert, sodass künf­tig zwei Bah­nen hin­ter­ein­an­der hal­ten kön­nen, die Bus­steige wach­sen auf 60 Meter.

Weni­ger Park­plätze, mehr Aufenthaltsfläche

Deut­li­che Ver­än­de­run­gen gibt es beim Auto­ver­kehr. Der Kurz­zeit­park­platz und die Taxi­stände wan­dern vom süd­li­chen in den nörd­li­chen Teil des Plat­zes, um den Nord­ein­gang frei­zu­stel­len. Statt der im Wett­be­werb 2018 vor­ge­se­he­nen 75 Stell­plätze sind künf­tig nur noch 30 bewirt­schaf­tete Park­plätze geplant, ergänzt um drei On-Demand-Stell­plätze, vier Car­sha­ring-Plätze und 13 Taxi­plätze; zwölf wei­tere Taxi­plätze ent­ste­hen am Fern­bus­bahn­hof. Auch die Ein- und Aus­fahrts­mög­lich­kei­ten für den moto­ri­sier­ten Ver­kehr wer­den redu­ziert und neu geord­net, etwa über Bis­marck­straße, Graf-Adolf-Straße, Worrin­ger Straße und Kurfürstenstraße.

Für Rad­fah­rer ent­steht ein neuer Zwei­rich­tungs­rad­weg in Nord-Süd-Rich­tung über den Platz, der an die Harkort­straße, die Graf-Adolf-Straße sowie über die Fahr­rad­straße Bis­marck­straße und die Immer­mann­straße an das Rad­haupt­netz ange­bun­den wird. Auf dem Platz selbst sind 120 Fahr­rad­stell­plätze, 100 Sta­tio­nen für Leih­rä­der und 100 Abstell­plätze für E‑Scooter vor­ge­se­hen – ergänzt durch die geplante Fahr­rad­ga­rage mit 1.900 Stell­plät­zen im künf­ti­gen Gebäude des Gesund­heits­am­tes an der Harkortstraße.

Bäume, Bänke und ein Brunnen

Wo bis­lang Autos und Taxis stan­den, sol­len vor dem Uhren­turm künf­tig Bäume, ein­zeln ange­ord­nete Sitz­bänke und ein küh­len­der Brun­nen nahe dem Haupt­ein­gang für mehr Auf­ent­halts­qua­li­tät sor­gen. Auch die nörd­li­che Platz­flä­che soll durch neue Baum­pflan­zun­gen und die ver­klei­nerte Park­flä­che deut­lich gewinnen.

Die Kos­ten für die Frei- und Ver­kehrs­an­la­gen wer­den der­zeit auf rund 86,52 Mil­lio­nen Euro geschätzt, die sich Rhein­bahn und Lan­des­haupt­stadt tei­len. Die Stadt will zudem För­der­mit­tel bean­tra­gen, erste Gesprä­che mit mög­li­chen Geld­ge­bern haben bereits statt­ge­fun­den. Par­al­lel plant die DB InfraGO AG eine grund­le­gende Erneue­rung des Emp­fangs­ge­bäu­des sowie mög­li­cher­weise ein Hoch­haus mit Tief­ga­rage, über die künf­tig auch die Ver- und Ent­sor­gung des Bahn­hofs unter­ir­disch abge­wi­ckelt wer­den soll – der Platz würde damit vom Lie­fer­ver­kehr entlastet.