
Archibbild Rheinbahn-Vorständin Annette Grabbe bein einer Sicherheitskontrolle © Lokalbüro
Die Rheinbahn will ihre Fahrgäste künftig stärker in die Gestaltung des Nahverkehrs einbinden und hat dafür eine neue Beteiligungsarchitektur aufgebaut. Sie verknüpft digitale und persönliche Formate zu einem dauerhaften Dialogangebot. Eingeladen sind dabei nicht nur besonders engagierte Fahrgäste, sondern ausdrücklich auch Menschen, die den öffentlichen Nahverkehr bislang nur selten oder gar nicht nutzen.
Kernstück ist die bereits gestartete Online-Plattform „Fahrgastwerkstatt”, erreichbar unter www.rheinbahn-fahrgastwerkstatt.de. Sie bildet den zentralen Einstieg in die kontinuierliche Fahrgastbeteiligung und ist zugleich Grundlage für zwei weitere Bausteine: den neuen Fahrgastbeirat im Rahmen der Neuaufstellung des Nahverkehrsplans der Landeshauptstadt Düsseldorf sowie das künftige Mobilitätsforum „Anschluss: Zukunft”.
Der Zuspruch war von Beginn an groß: Innerhalb weniger Tage nach dem Start meldeten sich bereits 1.000 Personen auf der Plattform an, auch die Zahl der eingereichten Ideen und Hinweise bewegt sich bereits im dreistelligen Bereich. „Die besten Ideen und Mobilitätslösungen entstehen dort, wo Menschen ihre Alltagserfahrungen einbringen können. Genau dafür schaffen wir jetzt eine neue Beteiligungsarchitektur – von der Fahrgastwerkstatt über den Fahrgastbeirat bis hin zum Mobilitätsforum ‚Anschluss: Zukunft’ ”, sagt Rheinbahn-Vorständin Annette Grabbe.
Fahrgastbeirat begleitet Neuaufstellung des Nahverkehrsplans
Mit der Neuaufstellung des Nahverkehrsplans startet zugleich der neue Fahrgastbeirat. Grundlage dafür ist ein Beschluss des Düsseldorfer Stadtrats, der die Verwaltung beauftragt hatte, ein Beteiligungskonzept mit genau diesem Gremium zu entwickeln. Der von der Rheinbahn eingesetzte und koordinierte Beirat begleitet den Planungsprozess von September 2026 bis 2029 in insgesamt sechs Sitzungen. Entscheidungen trifft er nicht, doch er soll die Sichtweise der Fahrgäste strukturiert in die Diskussion einbringen.
Die Mitglieder werden über die Fahrgastwerkstatt sowie durch die gezielte Ansprache engagierter Fahrgäste gewonnen. Angestrebt wird eine möglichst vielfältige Zusammensetzung aus 15 bis 20 Personen unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Lebenssituationen, Wohnorte und Mobilitätsbedürfnisse aus Düsseldorf und dem gesamten Bedien- und Anschlussgebiet. „Wer den Nahverkehr der Zukunft gestalten will, muss den Menschen zuhören, die ihn jeden Tag nutzen. Unsere Fahrgäste sind Expertinnen und Experten ihres Alltags. Mit dem Fahrgastbeirat geben wir ihnen eine Stimme im Prozess der Landeshauptstadt Düsseldorf, den Nahverkehrsplan neuaufzustellen. So stärken wir Qualität, Transparenz und Akzeptanz der zukünftigen Entscheidungen”, sagt Christian Finke, Bereichsleiter Betrieb und designierter Chief Operating Officer der Rheinbahn.
Mobilitätsforum „Anschluss: Zukunft” soll dauerhaften Austausch schaffen
Der Fahrgastbeirat ist nach den Worten der Rheinbahn erst der Anfang einer Beteiligungsstruktur, die weit über den Nahverkehrsplan hinausreichen soll. Perspektivisch soll er in das neue Mobilitätsforum „Anschluss: Zukunft” überführt werden. Unter dieser Dachmarke will das Unternehmen künftig alle dialogorientierten Beteiligungsformate bündeln und einen dauerhaften Austausch mit den Fahrgästen etablieren.
Im Mobilitätsforum sollen künftig verschiedene Themen gemeinsam mit den Fahrgästen besprochen werden, etwa Barrierefreiheit, die Ausstattung der Fahrzeuge oder die besonderen Bedürfnisse von Kindern, Jugendlichen sowie Seniorinnen und Senioren. Dafür baut die Rheinbahn schrittweise einen Teilnehmerpool mit bis zu 100 Menschen aus dem gesamten Bedien- und Anschlussgebiet auf. Je nach Thema sollen daraus passende Fokusgruppen gebildet werden, die konkrete Fragestellungen gemeinsam bearbeiten. „Digitale Beteiligung schafft Breite. Persönlicher Austausch schafft Tiefe. Beides zusammen macht für uns eine moderne und wirksame Fahrgastbeteiligung aus. Mit unserem Mobilitätsforum ‚Anschluss: Zukunft’ schaffen wir einen dauerhaften Dialog, der uns hilft, den Nahverkehr gemeinsam mit unseren Fahrgästen weiterzuentwickeln”, so Grabbe abschließend.
Wer sich beteiligen möchte, kann dies schon jetzt über die Fahrgastwerkstatt tun. Dort lassen sich Umfragen beantworten, eigene Ideen einreichen und Interesse an einer künftigen persönlichen Mitwirkung im Mobilitätsforum bekunden.