Werbung die nicht sein muss © LB / Olaf Oidtmann

Wer­bung die nicht sein muss © LB / Olaf Oidtmann

 

Von Wolf­gang Harste

Ges­tern Abend haben das tra­di­tio­nelle Höhen­feu­er­werk und die Droh­nen­show den Him­mel über der Rhein­kir­mes erleuch­tet. Ich habe anschlie­ßend mit vie­len Besu­chern gespro­chen, und bei einem Punkt waren sich fast alle einig: Das Feu­er­werk war außer­ge­wöhn­lich. Viele sag­ten mir, dass sie in den ver­gan­ge­nen Jah­ren kein so beein­dru­cken­des Höhen­feu­er­werk erlebt haben. Dem kann ich mich nur anschlie­ßen. Es war ein wür­di­ger Höhe­punkt der Rheinkirmes.

Bei der Droh­nen­show fällt mein Fazit dage­gen etwas anders aus. Die Idee finde ich nach wie vor fas­zi­nie­rend, denn die Tech­nik bie­tet enorme Mög­lich­kei­ten. Trotz­dem habe ich das Gefühl, dass die Show noch viel Luft nach oben hat.

Ich habe gro­ßes Ver­ständ­nis dafür, dass eine Droh­nen­show finan­ziert wer­den muss und Spon­so­ren unver­zicht­bar sind. Trotz­dem frage ich mich, ob Wer­be­bot­schaf­ten wirk­lich so prä­sent am Düs­sel­dor­fer Nacht­him­mel erschei­nen müs­sen. Auf­ge­spritzte Lip­pen oder die Wer­bung für einen Ener­gy­drink pas­sen für mich nicht zu einem emo­tio­na­len Erleb­nis, das viele Men­schen mit der Rhein­kir­mes verbinden.

Viel­leicht fin­den sich künf­tig Unter­neh­men, die eine sol­che Ver­an­stal­tung unter­stüt­zen, ohne dafür mit gro­ßen Wer­be­mo­ti­ven am Him­mel ver­tre­ten zu sein. Ein Spon­so­ring muss schließ­lich nicht immer bedeu­ten, dass das eigene Logo oder Pro­dukt Teil der Show wird. Das würde der Krea­ti­vi­tät und der Wir­kung der Droh­nen­show sicher­lich guttun.

Hinzu kommt, dass die Dar­stel­lung der Motive stark davon abhing, wo man stand. Wer nicht den opti­ma­len Blick­win­kel hatte, konnte viele Figu­ren nur schwer erken­nen. Von einem ech­ten drei­di­men­sio­na­len Effekt war aus mei­ner Sicht wenig zu sehen. Dadurch gin­gen einige Motive regel­recht unter.

Ich bin über­zeugt, dass Droh­nen­shows eine span­nende Zukunft haben. Gerade des­halb wün­sche ich mir, dass der Fokus künf­tig noch stär­ker auf krea­ti­ven Bil­dern, Emo­tio­nen und Moti­ven liegt, die zu Düs­sel­dorf und zur Rhein­kir­mes passen.

Mein per­sön­li­cher Senf lau­tet des­halb: Das Feu­er­werk hat mich in die­sem Jahr rest­los begeis­tert. Die Droh­nen­show war ein guter Anfang – ich bin aber sicher, dass sie noch deut­lich bes­ser wer­den kann.