Düsseldorf zieht Bilanz: Badeverbot im Rhein zeigt Wirkung

Ordnungsamt kontroliert Badeverbot im Rhein © Lokalbüro
Ein Jahr nach Einführung des Badeverbots im Rhein sieht die Stadt Düsseldorf ihre Maßnahme bestätigt. Im Jahr 2026 ist bislang kein Mensch beim Baden im Rhein auf Düsseldorfer Stadtgebiet tödlich verunglückt. Das teilte die Landeshauptstadt mit.
Erste Stadt in Nordrhein-Westfalen
Im August 2025 hatte Düsseldorf das Baden in der Bundeswasserstraße per ordnungsbehördlicher Verordnung im gesamten Stadtgebiet entlang des Rheinufers untersagt. Damit schuf die Stadt eine klare rechtliche Grundlage, um bei Verstößen einzugreifen und Ordnungswidrigkeitenverfahren einzuleiten. Wer gegen das Verbot verstößt, muss mit einem Bußgeld von bis zu 1.000 Euro rechnen. „Wir haben als erste Stadt in Nordrhein-Westfalen ein Badeverbot im Rhein verhängt. Weitere Kommunen sind unserem Beispiel gefolgt”, sagte Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller. „Unser Ziel war es, weitere Badeunfälle zu verhindern – und die Entwicklung ist erfreulich.” Trotz aller Kontrollen und Verbote bleibe die Eigenverantwortung jedoch entscheidend. Keller richtete deshalb erneut den dringenden Appell an alle Bürgerinnen und Bürger, nicht im Rhein zu baden.
4.100 Gespräche und 125 VerfahrenMit hohem Personalaufwand kontrollierten die Einsatzkräfte in diesem Sommer, insbesondere während der Hitzeperiode, alle Rheinuferbereiche der Stadt. Das Ergebnis: rund 4.100 präventive Gespräche und 125 Ordnungswidrigkeitenverfahren. Die Feuerwehr Düsseldorf wurde in diesem Jahr bisher zu insgesamt 65 Einsätzen mit dem Stichwort „Person im Rhein” alarmiert.
Die Kontrollen dienen laut Stadt nicht allein der Ahndung von Verstößen. Ebenso wichtig seien Aufklärung und Vorbeugung. Die Einsatzkräfte informieren über die Gefahren des Rheins und das geltende Verbot und weisen auf die erheblichen Risiken des Badens in der Bundeswasserstraße hin. Denn auch Kontrollen und Verbote können Badeunfälle nicht vollständig verhindern.
Höchstes Bußgeld liegt bei 800 Euro
Die Höhe des Bußgeldes richtet sich nach der Schwere des Verstoßes. Das höchste bislang verhängte Bußgeld beträgt 800 Euro. Die meisten Verstöße gingen auf das Konto von Männern im Alter zwischen 20 und 25 Jahren. Rund 60 Prozent der Betroffenen wohnen außerhalb Düsseldorfs.
Rat entscheidet im November
Die Verordnung zum Badeverbot läuft Ende des Jahres aus. Über eine Verlängerung entscheidet der Rat der Landeshauptstadt voraussichtlich in seiner Sitzung im November.