Jacques Tilly @ Lokalbüro

Jac­ques Tilly @ Lokalbüro

 

Der in Russ­land geführte Pro­zess gegen den Düs­sel­dor­fer Wagen­bauer und Sati­ri­ker Jac­ques Tilly ist am Don­ners­tag fort­ge­setzt wor­den. Nach Infor­ma­tio­nen der Rhei­ni­sche Post wur­den im Ver­lauf der Sit­zung zusätz­li­che Ankla­ge­punkte bekannt.

Tilly wird in Russ­land unter ande­rem wegen mut­maß­li­cher Ver­un­glimp­fung staat­li­cher Organe ange­klagt. Die Vor­würfe bezie­hen sich auf sati­ri­sche Motive aus dem Düs­sel­dor­fer Rosen­mon­tags­zug, in denen auch der rus­si­sche Prä­si­dent Wla­di­mir Putin kari­kiert wurde. Das Ver­fah­ren fin­det wei­ter­hin in Abwe­sen­heit des Ange­klag­ten statt.

Neuer Vor­wurf: Ver­let­zung reli­giö­ser Gefühle

Bereits bei der Ver­le­sung der Anklage im Januar sei ein wei­te­rer Vor­wurf öffent­lich gewor­den, berich­tet die Rhei­ni­sche Post. Dem­nach soll sich Tilly zusätz­lich wegen der Ver­let­zung reli­giö­ser Gefühle ver­ant­wor­ten. Hin­ter­grund ist ein Motiv, das den rus­sisch-ortho­do­xen Patri­ar­chen Patri­arch Kirill in sati­ri­scher Dar­stel­lung zeigt. In Russ­land kön­nen ent­spre­chende Tat­be­stände straf­recht­lich ver­folgt werden.

Am aktu­el­len Ver­hand­lungs­tag seien laut Bericht Aus­sa­gen meh­re­rer Zeu­gin­nen ver­le­sen wor­den. Diese hät­ten ange­ge­ben, sich durch die Dar­stel­lun­gen in ihren reli­giö­sen Über­zeu­gun­gen ver­letzt zu füh­len. Zudem habe ein Theo­lo­gie­pro­fes­sor die reli­giö­sen Aspekte ein­ge­ord­net. Die Sit­zung habe rund eine Stunde gedauert.

Dar­über hin­aus steht wei­ter­hin der Vor­wurf im Raum, ver­bo­tene Pro­pa­ganda im Zusam­men­hang mit Homo­se­xua­li­tät ver­brei­tet zu haben, so die Rhei­ni­sche Post.

Fort­set­zung im März

Ein Urteil wurde am Don­ners­tag nicht gespro­chen. Die Ver­hand­lung soll am 16. März fort­ge­setzt wer­den. Tilly selbst erklärte dem Bericht zufolge, bis­lang nicht offi­zi­ell von rus­si­schen Behör­den über das Ver­fah­ren infor­miert wor­den zu sein. Infor­ma­tio­nen erhalte er nach eige­nen Anga­ben über diplo­ma­ti­sche Kanäle sowie durch Medienberichte.