
Dr. Bastian Fleermann, Leiter der Mahn- und Gedenkstätte © Lokalbüro
Was konnten die Düsseldorferinnen und Düsseldorfer über den Holocaust und andere Verbrechen der Nationalsozialisten wissen? Mit dieser Frage beschäftigt sich ein Vortrag am Montag, 9. März, in der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf. Referent ist deren Leiter, der Historiker Dr. Bastian Fleermann.
Die Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr im Beatrice-Strauss-Zentrum an der Marktstraße. Fleermann will der bis heute kontrovers diskutierten Frage nachgehen, wie viel die deutsche Bevölkerung tatsächlich über die Verbrechen des NS-Regimes wusste – oder zumindest hätte wissen können.
Der Historiker nähert sich dem Thema anhand von zwölf exemplarischen Abschnitten. Darin zeigt er, wie offen Gewalt, Einschüchterung und Drohungen auch im Alltag der Stadt sichtbar waren. An konkreten Szenen aus Düsseldorf – vom Frühjahr 1933 bis zur Befreiung im April 1945 – wird deutlich, dass viele Ereignisse öffentlich stattfanden und von der Bevölkerung wahrgenommen werden konnten.
„Die durchschnittlichen Düsseldorfer Bürgerinnen und Bürger sahen und hörten vieles“, heißt es aus der Mahn- und Gedenkstätte. Menschen standen als Zuschauer am Straßenrand, lasen Berichte in Zeitungen oder wurden als Nachbarn unmittelbar mit den Folgen der nationalsozialistischen Politik konfrontiert.
Die Mahn- und Gedenkstätte will mit dem Vortrag historische Beispiele aus der Stadtgeschichte sichtbar machen und damit zur Auseinandersetzung mit der Frage beitragen, welche Handlungsspielräume und Wahrnehmungsmöglichkeiten es für die damalige Bevölkerung gab.
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Veranstaltungsort ist die Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Marktstraße 2. Der Zugang zum Beatrice-Strauss-Zentrum im Innenhof ist barrierefrei.


