
Christian Schwingeler im Hintergrund das alte Kloster des Erzbischöflichen St. Suitbertus Gymnasiums © Gabriele Schreckenberg
Von Gabriele Schreckenberg
Gut sechs Monate ist Christian Schwingeler Schulleiter im Suitbertus-Gymnasium in Kaiserswerth. Die traditionellen Kennenlerngespräche mit den Neuzugängen im Sommer liegen bereits hinter ihm. Er wirkt heiter und gelassen.
Etwa 1.000 Schülerinnen und Schüler besuchen das Erzbischöfliche St.-Suitbertus-Gymnasium in Kaiserswerth. Rund 60 Lehrerinnen und Lehrer unterrichten hier an der Schule, die wohl stadtweit am schönsten liegt – mit direktem Blick auf die Kaiserpfalz am Rhein.
Der 43-Jährige lebt mit seiner Familie in Pempelfort. Er unterrichtet Religion in den Jahrgangsstufen 6 und 12.
Den ersten Abiturjahrgang wird Schwingeler 2027 verabschieden, denn durch den Wechsel von G8 auf G9 fällt er in diesem Jahr aus.
Religion als bindendes Element
Christian Schwingeler hat neben Germanistik auch Theologie in Münster studiert. Er ist römisch-katholisch und hat selbst einst ein erzbischöfliches Gymnasium in Dortmund besucht.
Doch die Zeiten haben sich geändert. Auch die Aufnahmeregeln am Suitbertus-Gymnasium sind längst nicht mehr so streng wie einst, als nur Katholiken aufgenommen wurden.
Der Glaube sei dennoch wichtig, betont Schwingeler, denn er könne ein bindendes Element für die Gesellschaft sein.
Neben dem Glauben bringt die heutige Zeit viele neue Herausforderungen für die Schülergenerationen mit sich. Hier sieht Schwingeler das Suitbertus gut aufgestellt.
So gibt es etwa Medienscouts ab der Jahrgangsstufe 8, die bereits zwei Jahre zuvor in Workshops ausgebildet werden. Dabei geht es vor allem um einen verantwortungsvollen Umgang mit sozialen Medien.
Die digitale Welt hat längst Einzug in das Suitbertus-Gymnasium gehalten. Themen wie Künstliche Intelligenz (KI) und ChatGPT sind aus Facharbeiten und Prüfungen nicht mehr wegzudenken. Möglicherweise, so deutet Schwingeler an, gebe es schon bald ein fünftes Abiturfach, das sich mit solchen Themen befasst.
Ziele der Schulbildung
Die Ziele definiert er klar: Schülerinnen und Schüler sollen nach dem Abitur eine Haltung einnehmen können, eigenständig sein und sich in der differenzierten digitalen Welt zurechtfinden. Das sei zugleich Chance und Herausforderung.
Dass nichts so beständig ist wie der Wandel, weiß er. „Doch alles verändert sich gerade schneller!“
Was macht einen guten Lehrer aus?
„Die fachliche Kompetenz und die gute Beziehungsarbeit zwischen Lehrer und Schülern – denn Lernen geschieht nur in Beziehungen. Ein Lehrer, der sein Fach mag, kann Wissen vermitteln. So kann er motivieren.“
Dass die Fähre zwischen Meerbusch und Kaiserswerth vor einigen Monaten ihren Betrieb eingestellt hat, sorgt derzeit übrigens nicht für größere Aufregung.
Bei den Neuanmeldungen stammen etwa 30 Schülerinnen und Schüler vom linken Rheinufer. Die Eltern arrangieren sich mit neuen Transportmöglichkeiten.
Lernen am Fluss
Draußen sitzt eine Lerngruppe in der Sonne, der Schulhof ist aufgeräumt – und die Stimmung ist es auch.
Der Schüleraustausch mit Ländern wie Frankreich, Italien und Spanien ist nach wie vor sehr beliebt. Die Beziehungen zu Großbritannien sind dagegen etwas rückläufig – eine Folge des Brexit. Auch die Nachfrage nach Schüleraustausch mit den USA hat stark nachgelassen.
Die Schule steht unter einem guten Stern. Der Mönch Suitbertus wacht über Kaiserswerth, die „Insel des Kaisers“, die einst auch von Barbarossa bewohnt wurde.
Es gibt keine Schule in Düsseldorf, die schöner liegt.

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