
Geplantes Drogenhilfezentrum in Oberbilk: Stadt informiert über Konzept. Mittig im Bild Miriam Koch
In Oberbilk soll an der Eisenstraße ein neues Drogenhilfezentrum entstehen. Bei einer Informationsveranstaltung stellte die Stadt weitere Einzelheiten zu der geplanten Einrichtung vor. Das Projekt richtet sich vor allem an stark suchtkranke Menschen ohne festen Wohnsitz und ist Teil eines größeren Maßnahmenpakets der Stadt gegen Obdachlosigkeit und Drogenabhängigkeit.
Nach Angaben der Stadtverwaltung soll das Gebäude künftig als zentrale Anlaufstelle für drogenabhängige Menschen dienen. In der Einrichtung sind verschiedene Unterstützungsangebote vorgesehen. Dazu zählen Aufenthaltsmöglichkeiten für den Tag und die Nacht, medizinische Grundversorgung sowie soziale Beratung. Auch Pflegeplätze für gesundheitlich stark beeinträchtigte Personen sollen eingerichtet werden.
Darüber hinaus sind Angebote zur täglichen Versorgung geplant. Betroffene sollen dort unter anderem Mahlzeiten, Getränke sowie Waschmöglichkeiten erhalten. Fachkräfte aus Sozialarbeit, Gesundheitswesen und Betreuung sollen vor Ort tätig sein und Unterstützung bei der Vermittlung weiterer Hilfsangebote leisten.
Teil des Konzepts ist außerdem ein Drogenkonsumraum. Dort sollen Abhängige die Möglichkeit haben, unter medizinischer Aufsicht Drogen zu konsumieren. Solche Einrichtungen verfolgen das Ziel, gesundheitliche Risiken zu verringern und bei Notfällen schnell Hilfe leisten zu können. Gleichzeitig soll der Kontakt zu Beratungsstellen erleichtert werden.
Das Projekt ist Bestandteil eines umfassenderen städtischen Programms. Die Maßnahmen orientieren sich an Konzepten aus anderen europäischen Städten, in denen ähnliche Modelle bereits umgesetzt wurden. Ziel ist es unter anderem, den Drogenkonsum stärker aus dem öffentlichen Raum in betreute Einrichtungen zu verlagern.
Der geplante Standort sorgt im Stadtteil für Diskussionen. In der Umgebung befinden sich Wohnhäuser, Schulen und Kindertagesstätten. Einige Anwohner äußerten deshalb Bedenken hinsichtlich möglicher Auswirkungen auf das Viertel.
Die Stadt betont, dass begleitende Maßnahmen vorgesehen sind. Dazu gehören unter anderem zusätzliche Streifen von Ordnungsdienst, Polizei und Streetworkern im Umfeld der Einrichtung. Zudem soll ein Quartiersmanagement eingerichtet werden, das als Ansprechpartner für die Nachbarschaft dient.
Über die Finanzierung entscheidet der Stadtrat im Rahmen der Haushaltsberatungen. Für Maßnahmen zur Unterstützung von suchtkranken und obdachlosen Menschen sind mehrere Millionen Euro eingeplant. Das geplante Hilfezentrum an der Eisenstraße ist Teil dieses Gesamtvorhabens.


