
Warnstreik
Ver.di bestreikt am Samstag den Betriebshof Lierenfeld, am Sonntag den Betriebshof Heerdt – am Montag legt die NahVG gleich vier Düsseldorfer Betriebshöfe lahm. Straßenbahnen, Wehrhahnlinie und Busse in der Innenstadt sind besonders stark betroffen.

Für Düsseldorfer Fahrgäste der Rheinbahn beginnt ein hartes Wochenende bereits am Samstag. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat den Fahrdienst des Betriebshofs Lierenfeld für den 21. März zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Die Rheinbahn hat bereits konkrete Auswirkungen bekanntgegeben: Vor allem Straßenbahnen, die Wehrhahnlinie und Busse in der Düsseldorfer Stadtmitte werden betroffen sein. Es komme zu Ausfällen und deutlich ausgedünnten Takten, teilt das Unternehmen mit. Die Stadtbahnlinien U75, U76, U77, U78 und U79 sollen hingegen weitgehend planmäßig fahren, wenngleich vereinzelte Einschränkungen nicht ausgeschlossen werden können. Die Rheinbahn empfiehlt, sich vor Fahrtantritt über die jeweilige Verbindung zu informieren.
Am Sonntag, dem 22. März, geht der Ausstand weiter. Ver.di ruft erneut zu ganztägigen Warnstreiks auf, diesmal trifft es den Betriebshof Heerdt. Welche Linien konkret ausfallen oder eingeschränkt fahren, hat die Rheinbahn für diesen Tag bislang noch nicht mitgeteilt. S‑Bahnen und Regionalzüge sind von dem Tarifkonflikt an keinem der drei Tage betroffen.
Und auch am Montag, dem 23. März, drohen massive Einschränkungen – diesmal organisiert von der NahVG. Ab 9 Uhr ruft die Gewerkschaft zu Arbeitsniederlegungen an gleich vier Betriebshöfen auf: Lierenfeld, Heerdt, Benrath sowie Ratingen-Tiefenbroich. Damit sind weite Teile des Düsseldorfer Liniennetzes betroffen. Um 10 Uhr ist vor dem Betriebshof Lierenfeld eine große Kundgebung geplant, bei der die Streikenden ihren Forderungen öffentlich Nachdruck verleihen wollen.
Hintergrund ist der laufende Tarifstreit zwischen ver.di und dem Kommunalen Arbeitgeberverband Nordrhein-Westfalen (KAV NW). In der Tarifrunde für rund 30.000 Beschäftigte der kommunalen Nahverkehrsunternehmen im Land haben bislang zwei Verhandlungsrunden stattgefunden – ohne greifbares Ergebnis. Nach Angabe der Gewerkschaft liegt weiterhin kein verhandlungsfähiges Angebot der Arbeitgeber vor. Die dritte Runde soll am 24. März in Bochum stattfinden.
Ver.di fordert spürbare Entlastungen bei Arbeitszeit und Schichtdienst sowie höhere Zuschläge. Die Gewerkschaft begründet das mit der hohen körperlichen und psychischen Belastung des Fahrpersonals und dem wachsenden Fachkräftemangel im öffentlichen Nahverkehr.
„Die Beschäftigten machen vor der dritten Verhandlungsrunde deutlich, wie ernst es ihnen ist. Wenn Fahrerinnen und Fahrer ihre Familie nicht nur im Rückspiegel sehen sollen, braucht es spürbare Verbesserungen. Derzeit reicht die Zeit zwischen den Schichten oft nur zum Schlafen – das Leben und zunehmend auch die Gesundheit bleiben auf der Strecke. Das haben die Arbeitgeber offenbar noch immer nicht verstanden.“
So fasst ver.di-Verhandlungsführer Heinz Rech die Lage der Beschäftigten zusammen und macht deutlich, dass die Gewerkschaft den Druck bis zur dritten Verhandlungsrunde aufrechterhalten will. Ob die Arbeitgeber in Bochum ein erstes ernsthaftes Angebot vorlegen, bleibt abzuwarten.
Rheinbahn-Fahrgäste sollten in den kommenden Tagen grundsätzlich Alternativrouten einplanen und die Echtzeit-Auskunft der Rheinbahn sowie die App oder Website des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) im Blick behalten, um kurzfristige Änderungen zu erfahren.


