
Alexander Ende
Die aktuelle F95-Situation zu beschreiben, ist völlig überflüssig. Und mit Wortspielen und Metaphern von Anfang (alter Trainer) und Ende (neuer Coach) zu jonglieren, ebenso. Denn „wichtig ist auf’m Platz“, wusste schon Kickerlegende Adi Preißler. Dazu aber wollte der neue Teamchef Alexander Ende nichts verraten, nur so viel: „Es muss ein Rahmen geschaffen werden, der Erfolg verspricht.“
Der ist auch bitter nötig. Innerhalb der nächsten Wochen führt der gebürtige Grevenbroicher die arg gebeutelten Flingeraner in fünf Endspiele. Drei davon gegen unmittelbare Konkurrenten um den Ligaverbleib und zwei gegen starke Aufstiegsaspiranten.
Wäre die Situation also nicht derart ernst, könnten seine Worte rund um die eckige Stockumer Arena eine Fußballeuphorie entfachen: „Fortuna hat eine unfassbare Qualität im Strafraum.“ Oder: „In dem Kader steckt viel Potenzial.“ Deswegen sehe er positiv auf die nächsten fünf Spiele.
- Biografie:
• Geboren: 19. September 1979
• Geburtsort: Grevenbroich (NRW)
• Früherer Spieler: defensives Mittelfeld
• Trainerlizenz: UEFA-Pro-Lizenz - Trainerkarriere:
• Einstieg als Co-Trainer bei Borussia Mönchengladbach (Jugend & II)
• Cheftrainer-Stationen:
• Fortuna Köln
• Borussia M’gladbach U19
• SC Verl (3. Liga)
• Preußen Münster (2. Liga, 2025/26 – vorzeitig entlassen)
Am kommenden Wochenende steht mit dem FC Magdeburg schon der erste Endgegner auf dem Rasen. Die Fußballer aus Sachsen-Anhalt stehen nur einen Platz hinter den Düsseldorfern und mit einem Punkt weniger in Lauerstellung.
Wenn es ganz schlecht läuft, werden die Rheinkicker sogar am Sonntagnachmittag auf einen direkten Abstiegsplatz zurückfallen.
Wie soll der Absturz in die Hoffnungslosigkeit vermieden werden?
Ende zeigt sich vor seinem ersten Auftritt zuversichtlich – nicht euphorisch, nicht hemdsärmelig, sondern äußerlich ruhig. Fast so, als wäre der Ernst der Situation nur ein weit entferntes Zerrbild am Horizont. Selbst den Kronkorken einer Flasche hebelte er gelassen mit einer anderen Flasche.
Es werde wohl ein Mix aus neuen Tendenzen und „Maßnahmen aus der Vergangenheit“, sagt er. Sie sollen „Energie auf den Platz bringen“, denn es gebe nur ein Ziel: „Spiele zu gewinnen“, so Ende.
Natürlich werde nicht alles von null auf hundert in einer Woche geschehen – schnell schon, „aber klug und vernünftig“, schränkt der 47-Jährige ein.
Zwei Attribute, die den aktuellen F95-Sportchef Sven Mislintat schon vor Jahren auf Ende aufmerksam werden ließen. Mit einer Dortmunder Millionentruppe sei er damals in Verl angetreten und wurde „mit 4:0 abgezogen“.
Die Wahl von Ende war in der aktuellen Situation somit eine Antwort auf mehrere Fragen: Wer sei verfügbar, wer stehe bereit und „wer identifiziert sich mit der Aufgabe?“
Das Ergebnis war die Verpflichtung des Grevenbroichers, dessen Vater nur durch eine schwere Verletzung davon abgehalten wurde, Anfang der 1970er-Jahre unter Trainerlegende Heinz Lucas mit dem 95-Logo auf der Brust am Flinger Broich aufzulaufen.


