
Keyvisual: Die Toten Hosen: Breiti, Andi, Campino, Vom und Kuddel. © SWR/Robert Eikelpoth/Design Dirk Rudolph,
Die Düsseldorfer Punkrock-Institution Die Toten Hosen steht vor einem Einschnitt, der größer kaum sein könnte: Mit dem Dokumentarfilm „Was bleibt: Die Toten Hosen – Das letzte Album“ endet nicht nur ein Kapitel Bandgeschichte, sondern zugleich ein Stück deutscher Musikgeschichte. Regisseur Eric Friedler begleitet die Band über zwei Jahre hinweg so nah wie nie zuvor – mitten hinein in den Entstehungsprozess ihres letzten Studioalbums. Herausgekommen ist ein 90-minütiges, schonungsloses Porträt, das ab dem 20. Mai 2026 in der ARD-Mediathek verfügbar ist und am 23. Mai im Ersten ausgestrahlt wird.
Es sind Bilder aus einem kreativen Ausnahmezustand: Anfang 2024 ziehen sich Campino, Andi, Breiti, Kuddel und Vom ins Studio zurück, um ein Album zu schaffen, das von Beginn an unter besonderen Vorzeichen steht. „Es war klar, dass es unser letztes reguläres Studioalbum mit neuen Aufnahmen sein würde“, sagt Campino. Friedler ist mit der Kamera dabei, wenn Ideen entstehen, verworfen und neu gedacht werden – ein Prozess, den die Band bislang konsequent vor der Öffentlichkeit geschützt hatte. Diesmal nicht.
Der Film zeigt den Maschinenraum einer Band, die sich auch nach mehr als vier Jahrzehnten nicht auf Routinen verlässt. Im Gegenteil: Die Suche nach dem besten Song wird zum Kraftakt. „Das bedeutet, dass wir aus allen Rohren schießen“, beschreibt Campino den Anspruch. Bassist Andi Meurer spricht von der Tragweite: „Die Vorstellung, das ist jetzt das letzte Mal, dass wir ein Album machen, das ist schon etwas Besonderes.“ Gitarrist Michael „Breiti“ Breitkopf formuliert es nüchtern: Jeder neue Song beginne bei null, jede Idee müsse sich neu behaupten.
Dabei steht die Zeit gegen die Band. Zwischen Studioarbeit und einer eingeschobenen Europatournee wächst der Druck. Die Kamera ist auch dort dabei, wo es laut wird: auf der Bühne. Für Gitarrist Kuddel sind diese Momente längst von einer neuen Ernsthaftigkeit geprägt. „Man muss sich bewusst machen, dass es immer das letzte Konzert sein kann“, sagt er. Ein Satz, der im Film nachhallt.
„Was bleibt“ ist mehr als eine klassische Musikdokumentation. Es ist die Chronik eines Abschieds auf Raten – und zugleich eine Hommage an eine Band, die seit den 1980er Jahren politische Haltung, Energie und Nähe zum Publikum miteinander verbindet. Die Wurzeln im Punk sind dabei jederzeit spürbar: in den Texten, im Anspruch, im Selbstverständnis.
Der Film wird am 19. Mai zudem als Kino-Event in ausgewählten deutschen Kinos in Dolby‑5.1‑Qualität gezeigt. Tickets sind unter http://das-letzte-album.com/ erhältlich. Die Fernsehpremiere folgt am 23. Mai um 23.25 Uhr im Ersten, direkt im Anschluss an das DFB-Pokalfinale.
Parallel dazu erscheint am 29. Mai das finale Album der Band in mehreren Formaten – darunter eine auf 19.820 Exemplare limitierte Deluxe-Dreifach-Vinyl-Edition mit handsigniertem Foto-Print sowie umfangreichem Booklet-Material. Auch Standard-Vinyl, CD sowie digitale Versionen werden angeboten.
Was bleibt, ist die Gewissheit, dass hier nicht nur ein Album entsteht, sondern ein Vermächtnis. Und ein Film, der zeigt, wie schwer es selbst einer der größten deutschen Rockbands fällt, den richtigen Schlusspunkt zu setzen.


