Mit der Übung eines Hochinfektionstransports (HIT-Übung) über Ländergrenzen hinweg (Belgien, Niederlande, Deutschland) sollten die Beteiligten vor allem die Kommunikation und Zusammenarbeit an den Schnittstellen trainieren – zum Beispiel auch die Übergabe der Übungspatientin von der Feuerwehr an das Team der Sonderisolierstation (SIS) der Uniklinik Düsseldorf. © Uni Düsseldorf

Über­gabe der Übungs­pa­ti­en­tin von der Feu­er­wehr an das Team der Son­der­iso­lier­sta­tion (SIS) der Uni­kli­nik Düs­sel­dorf. © Uni Düsseldorf

 

Das Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Düs­sel­dorf (UKD) behan­delt der­zeit eine Per­son, die auf einem Kreuz­fahrt­schiff Kon­takt zu einem bestä­tig­ten Han­ta­vi­rus-Fall hatte. Die medi­zi­ni­sche Abklä­rung läuft wei­ter – ein Infek­ti­ons­nach­weis steht bis­lang jedoch aus.

Wie das UKD mit­teilt, befin­det sich die betrof­fene Per­son in einem sta­bi­len kli­ni­schen Zustand. Umfang­rei­che viro­lo­gi­sche Unter­su­chun­gen wur­den ein­ge­lei­tet, deren bis­he­rige Ergeb­nisse kei­nen Hin­weis auf eine Infek­tion lie­fern. Der Erre­ger konnte in den Labor­pro­ben nicht nach­ge­wie­sen wer­den. Den­noch blei­ben die ein­ge­rich­te­ten Schutz­mass­nah­men auf der Infek­ti­ons­sta­tion bestehen, denn: Die Inku­ba­ti­ons­zeit des Han­ta­vi­rus ist varia­bel und kann meh­rere Wochen betra­gen, bevor erste Sym­ptome auf­tre­ten. Wei­tere Kon­trol­len und eine eng­ma­schige kli­ni­sche Beob­ach­tung sind daher unumgänglich.

Aus­drück­lich han­delt es sich bei der Per­son der­zeit nicht um einen bestä­tig­ten Infek­ti­ons­fall. Sie wird vor­sorg­lich auf der Infek­ti­ons­sta­tion der Kli­nik für Gas­tro­en­te­ro­lo­gie, Hepa­to­lo­gie und Infek­tio­lo­gie am UKD betreut.

Das Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum ver­weist auf seine lang­jäh­rige Exper­tise im Umgang mit Infek­ti­ons­krank­hei­ten, die sich bereits in der Corona-Pan­de­mie bewährt hat. Grund­lage dafür ist die enge Zusam­men­ar­beit ver­schie­de­ner Fach­ab­tei­lun­gen auf dem Cam­pus – dar­un­ter Viro­lo­gie, Mikro­bio­lo­gie und Radio­lo­gie. Auch das Pfle­ge­per­so­nal der Infek­ti­ons­sta­tion ist spe­zi­ell aus­ge­bil­det und nimmt regel­mäs­sig an mehr­mals jähr­lich statt­fin­den­den Übun­gen teil.

Was ist das Hantavirus?

Han­ta­vi­ren kom­men welt­weit vor und wer­den in der Regel durch Nage­tiere über­tra­gen. Men­schen infi­zie­ren sich typi­scher­weise über den Kon­takt mit virus­hal­ti­gen Aus­schei­dun­gen infi­zier­ter Nager, etwa durch auf­ge­wir­bel­ten Staub. Für den in Süd­ame­rika ver­brei­te­ten Virus­typ, der als mög­li­che Ursa­che der Erkran­kun­gen auf dem Kreuz­fahrt­schiff gilt, ist auch eine Über­tra­gung von Mensch zu Mensch beschrie­ben – der genaue Virus­typ wird aber noch untersucht.

Das Euro­pean Centre for Dise­ase Pre­ven­tion and Con­trol (ECDC) und die Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­tion WHO bewer­ten das Risiko für die all­ge­meine Bevöl­ke­rung in Europa der­zeit aus­drück­lich als „sehr gering”. Wei­ter­füh­rende Infor­ma­tio­nen zum Han­ta­vi­rus stellt das Robert Koch-Insti­tut bereit.

 

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