
Übergabe der Übungspatientin von der Feuerwehr an das Team der Sonderisolierstation (SIS) der Uniklinik Düsseldorf. © Uni Düsseldorf
Das Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) behandelt derzeit eine Person, die auf einem Kreuzfahrtschiff Kontakt zu einem bestätigten Hantavirus-Fall hatte. Die medizinische Abklärung läuft weiter – ein Infektionsnachweis steht bislang jedoch aus.
Wie das UKD mitteilt, befindet sich die betroffene Person in einem stabilen klinischen Zustand. Umfangreiche virologische Untersuchungen wurden eingeleitet, deren bisherige Ergebnisse keinen Hinweis auf eine Infektion liefern. Der Erreger konnte in den Laborproben nicht nachgewiesen werden. Dennoch bleiben die eingerichteten Schutzmassnahmen auf der Infektionsstation bestehen, denn: Die Inkubationszeit des Hantavirus ist variabel und kann mehrere Wochen betragen, bevor erste Symptome auftreten. Weitere Kontrollen und eine engmaschige klinische Beobachtung sind daher unumgänglich.
Ausdrücklich handelt es sich bei der Person derzeit nicht um einen bestätigten Infektionsfall. Sie wird vorsorglich auf der Infektionsstation der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie am UKD betreut.
Das Universitätsklinikum verweist auf seine langjährige Expertise im Umgang mit Infektionskrankheiten, die sich bereits in der Corona-Pandemie bewährt hat. Grundlage dafür ist die enge Zusammenarbeit verschiedener Fachabteilungen auf dem Campus – darunter Virologie, Mikrobiologie und Radiologie. Auch das Pflegepersonal der Infektionsstation ist speziell ausgebildet und nimmt regelmässig an mehrmals jährlich stattfindenden Übungen teil.
Was ist das Hantavirus?
Hantaviren kommen weltweit vor und werden in der Regel durch Nagetiere übertragen. Menschen infizieren sich typischerweise über den Kontakt mit virushaltigen Ausscheidungen infizierter Nager, etwa durch aufgewirbelten Staub. Für den in Südamerika verbreiteten Virustyp, der als mögliche Ursache der Erkrankungen auf dem Kreuzfahrtschiff gilt, ist auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch beschrieben – der genaue Virustyp wird aber noch untersucht.
Das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) und die Weltgesundheitsorganisation WHO bewerten das Risiko für die allgemeine Bevölkerung in Europa derzeit ausdrücklich als „sehr gering”. Weiterführende Informationen zum Hantavirus stellt das Robert Koch-Institut bereit.


