Von Christof Roche
Nordnews/Lokalbüro Düsseldorf: Herr Dimmendaal, Sie sind seit langem in der Bezirksvertretung 5 im Düsseldorfer Norden, aber seit Beginn der aktuellen Legislatur der neue Fraktionsvorsitzende der CDU. Wie viel Mehrarbeit müssen Sie jetzt leisten?
Dimmendaal: Es sind schon einige Stunden Mehraufwand pro Woche, aber ich will mich nicht beschweren – ich habe es mir ja so ausgesucht. Ich habe das große Glück, mit meiner Fraktion und unseren Ratsherren ein mehr als kompetentes Team an meiner Seite zu haben. Das erleichtert vieles!
Nordnews: Die CDU hat bei der letzten Kommunalwahl in der BV 5 die absolute Mehrheit verloren. Sie sind deshalb mit der SPD eine Koalition eingegangen. Wie ist die Stimmung?
Dimmendaal: Deutlich besser als in Berlin. Wir arbeiten sehr eng und vertrauensvoll miteinander. Das ist bisher wirklich eine gute Basis, um für den Stadtbezirk in den kommenden Monaten etwas zu erreichen.
Nordnews: Warum eine Koalition und keine Kooperation?
Dimmendaal: Wir wollen uns ganz klar aufeinander verlassen können. Das war für uns die Basis, um überhaupt gut miteinander arbeiten zu können. Und natürlich haben wir als CDU im Stadtrat in der vergangenen Legislatur keine guten Erfahrungen mit einer Kooperation gemacht.
Nordnews: Bei einem Kräfteverhältnis von CDU und SPD von 9:2 in der Koalition – wie groß ist Ihre Bereitschaft, Abstriche an den eigenen Zielen zu machen?
Dimmendaal: In einer Koalition müssen beide Seiten vorkommen, darauf werden wir auch achten. Gleichzeitig muss aber auch das von Ihnen angesprochene Kräfteverhältnis deutlich werden. Bisher habe ich jedoch den Eindruck, dass jeder in unserer Koalition weiß, wie dieses aussieht.
Nordnews: Die Koalition war jüngst in Klausur, um die gemeinsame Marschroute für das laufende Jahr abzustecken. Was ist das Ergebnis?
Dimmendaal: Wir haben uns intensiv mit den Themen in unserem Stadtbezirk auseinandergesetzt und geschaut, was wir tun können und vor allem, wie wir die Bürgerinnen und Bürger besser erreichen können. Im Ergebnis wollen wir uns mit mehreren Themen beschäftigen, die die Menschen schon lange bewegen – etwa dem Hannes-Esser-Platz, dem Fettpott in Angermund sowie dem Anwohnerparken in Stockum und Lohausen. Außerdem wollen wir in Kaiserswerth zentral für den Stadtbezirk die Einrichtung eines Bürgerhauses vorantreiben. Es gibt viel zu tun, aber nach der von Ihnen angesprochenen Klausur waren alle in unserer Koalition motiviert, endlich richtig loszulegen.
Nordnews: Noch eine Frage zu einem anderen Thema. Die Entscheidung für den neuen Supermarkt in Kaiserswerth am Dreiecksparkplatz ist gefallen. Es heißt, dass Parkplätze für Kunden auf Ebene des Supermarkts vorhanden sind. Der Parkplatz darunter soll dagegen seine aktuelle Funktion behalten. Was aber – siehe Edeka Lohausen –, wenn die Kundenparkplätze nicht ausreichen und die Kunden auch den unteren Parkplatz in Beschlag nehmen? Was kann man dagegen tun?
Dimmendaal: Der Herausforderung des Parkplatzmanagements widmen wir uns bereits mit Blick auf die Anfang 2027 startende Bauphase. Genau deshalb, aber auch für eine dauerhafte Lösung, haben wir die Erweiterung des gegenüberliegenden Parkplatzes hinter der neuen Feuerwache mit einem Parkdeck vorgeschlagen. Durch die laufende Machbarkeitsuntersuchung bin ich guter Dinge, dass wir bald belastbare Kostenschätzungen und eine Umsetzungsperspektive dafür haben.
Nordnews: Was macht ein Fraktionsvorsitzender, wenn er keine Politik macht?
Dimmendaal: Meine Frau und ich sind beide leidenschaftlich im Pferdesport engagiert. Für mich ist das eine ideale Beschäftigung, um nach einem langen Tag abzuschalten.



