
Großer Andrang auf der Kö: Hunderte Besucherinnen und Besucher flanieren bei strahlendem Sonnenschein zwischen den Büchertischen. © Lokalbüro
Die Königsallee, Düsseldorfs prachtvolle Flaniermeile, war wieder Schauplatz eines der beliebtesten literarischen Ereignisse der Stadt: der Bücherbummel auf der Kö. Wer an diesem sonnigen Tag einen Spaziergang entlang der Kö unternahm, dem begegnete auf Schritt und Tritt die Welt der Bücher – aufgestapelt auf Tischen, präsentiert von engagierten Verlagen und Buchhändlern, umringt von neugierigen Leserinnen und Lesern jeden Alters. Und wer noch nicht genug bekommen hat: Der Bummel geht noch bis morgen weiter – also schnell hingehen!
Eine Kö ohne Absperrungen – und warum das so war
Wer den Bücherbummel aus den vergangenen Jahren kennt, dem fiel in diesem Jahr sofort etwas auf: Die Königsallee war nicht gesperrt. In früheren Auflagen war die Straße für den Verkehr vollständig abgeriegelt worden, was dem Fest eine ganz besondere Atmosphäre verlieh – Büchertische, soweit das Auge reichte, und Flaneure, die sich ganz ohne Ablenkung durch Autos und Busse dem Lesevergnügen hingeben konnten.
Der Grund für das Ausbleiben der Sperrung in diesem Jahr sorgte hinter den Kulissen für Gesprächsstoff: Wie es aus der Gerüchteküche heißt, soll die Stadt Düsseldorf für die Absperrung der Straße eine Gebühr von rund 10.000 Euro verlangt haben – eine Summe, die der Veranstalter offenbar nicht bereit war zu tragen. Ob da wirklich etwas dran ist, lässt sich schwer sagen, aber die Runde machte diese Geschichte jedenfalls eifrig. Man darf gespannt sein, ob im nächsten Jahr eine Einigung gefunden wird – die Kö als autofreier Bücher-Boulevard ist einfach unvergleichlich.
Ein Fest für alle Leserinnen und Leser
Trotz der veränderten Bedingungen war die Stimmung auf dem Bücherbummel herzlich und einladend. Die Tische bogen sich unter einer beeindruckenden Auswahl an Titeln: Romane, Sachbücher, Kinder- und Jugendbücher, Krimis und vieles mehr fanden ihre Liebhaber. Der Bummel lebt von seiner Zugänglichkeit – hier kann man stöbern, blättern, fachsimpeln und sich von kompetenten Menschen beraten lassen, ohne gleich eine Buchhandlung betreten zu müssen. Das schätzen offensichtlich viele Düsseldorferinnen und Düsseldorfer, denn der Zuspruch war auch in diesem Jahr groß.
Lokalkrimi-Feeling pur: Die Krimi-Cops hautnah erleben
Ein ganz besonderes Highlight für Krimifans war die Anwesenheit von Autoren, die persönlich vor Ort waren und ihren Leserinnen und Lesern Rede und Antwort standen. Besonders auffällig und herzlich empfangen: Der Stand der Krimi-Cops, einer Autorengruppe, die mit ihren packenden Düsseldorf-Krimis eine treue Fangemeinde aufgebaut hat.
Hinter dem Namen stecken vier echte Polizisten, die nach Feierabend zu Autoren werden: Ingo „Inge” Hoffmann (Jahrgang 1978, aus Neuss), Carsten „Rösbert” Rösler (Jahrgang 1977, aus Düsseldorf), Martin Niedergesähs (Jahrgang 1977, aus Herongen an der niederländischen Grenze) und Klaus „Stickel” Stickelbroeck (Jahrgang 1963, aus Kerken am Niederrhein). In ihren Büchern verarbeiten sie nach Feierabend mal komische, mal härtere Einsätze aus dem Alltag ihrer zurückliegenden Schichten – authentischer geht es kaum.
Auf dem Tisch stapelten sich ihre Werke – Schnellschuss, Zahltag, Bluthunde und Knock Out – allesamt erschienen im KBV-Verlag und alle mit dem verheißungsvollen Untertitel „Krimi aus Düsseldorf”. Mit Zahltag haben die vier bereits ihren neunten witzig-spannenden Kriminalroman um den Düsseldorfer Kriminalhauptkommissar Pit „Struller” Struhlmann und seinen ehemaligen Praktikanten Jensen vorgelegt.
Genau das macht diese Bücher so besonders: Sie spielen in der Stadt, in der man lebt. Die Leserinnen und Leser erkennen Straßen, Stadtteile und Milieus wieder – und genießen es sichtlich, mit den Autoren persönlich ins Gespräch zu kommen. Das persönliche Treffen mit den Schöpfern der Bücher ist eine Erfahrung, die kein Onlineshop der Welt bieten kann. Mehr Infos zu den Krimi-Cops gibt es unter www.krimi-cops.de.
Fazit: Ein Bücherfest mit Zukunft
Der Bücherbummel auf der Kö ist und bleibt eine Herzensangelegenheit für die Düsseldorfer Literaturszene. Auch wenn die fehlende Straßensperrung in diesem Jahr für Gesprächsstoff sorgte, war die Veranstaltung in ihrer Kernessenz das, was sie immer war: ein offenes, freundliches und inspirierendes Fest für alle, die Bücher lieben. Wer noch nicht da war – morgen ist noch eine letzte Chance!
Für das kommende Jahr bleibt zu hoffen, dass sich Stadt und Veranstalter beim Thema Gebühren einigen können. Denn die Kö, gesperrt für den Verkehr und bevölkert von Büchermenschen, ist schlicht ein Bild, das zu Düsseldorf gehört – so wie der Rhein, der Senf und das Altbier.

Gut gelaunt beim Bücherbummel: Ingo Hoffmann (l.) und Carsten Rösler von den Krimi-Cops mit ihren Düsseldorf-Krimis „Schnellschuss” und „Bluthunde”. © Lokalbüro

