Radschlägerturnier 2026

Radschlägerturnier 2026

 

Am Sonn­tag, dem 12. Juli 2026, war das Untere Rhein­werft Schau­platz einer der ältes­ten Düs­sel­dor­fer Tra­di­tio­nen: Zum 73. Mal wurde dort das Stadt­spar­kas­sen-Rad­schlä­ger­tur­nier aus­ge­tra­gen. Ver­an­stal­ter war die Alde Düs­sel­dor­fer Bür­ger­ge­sell­schaft von 1920 e.V., die das Tur­nier gemein­sam mit den Düs­sel­dor­fer Schu­len organisierte.

Bereits ab 9.45 Uhr fan­den die Vor­tur­niere statt, das Haupt­tur­nier mit den Final­läu­fen star­tete um 14.30 Uhr süd­lich der Schul­straße, unter­halb der Rhein­pro­me­nade. Mehr als 400 Mäd­chen und Jun­gen aus zwölf Natio­nen tra­ten im Schnel­lig­keits­wett­be­werb gegen­ein­an­der an. Gestar­tet wurde in zwei Alters­grup­pen: Gruppe A für Kin­der, die am Tur­nier­tag schon acht, aber noch nicht elf Jahre alt waren, und Gruppe B für die Acht- bis Zwölf­jäh­ri­gen, die nicht mehr in Gruppe A star­ten durften.

Bewer­tet wurde, wer die Stre­cke am schnells­ten mit tech­nisch sau­ber und ohne Zwi­schen­schritte fort­lau­fend hin­ter­ein­an­der geschla­ge­nen Rädern zurück­legte. Nach dem Start muss­ten die Teil­neh­mer zunächst die Hände hin­ter der Start­li­nie auf­set­zen, sonst drohte die Dis­qua­li­fi­ka­tion durch das Kampf­ge­richt. Für den Ziel­ein­lauf zählte, wann Schul­ter oder Hüfte die Ziel­li­nie erreich­ten. Kin­der, die ihr Rad zwar nicht ganz so schnell, dafür aber beson­ders stil­si­cher schlu­gen, konn­ten sich zudem für den sepa­rat bewer­te­ten Stil­wett­be­werb qua­li­fi­zie­ren, der eben­falls am Nach­mit­tag im Rah­men des Haupt­tur­niers aus­ge­tra­gen wurde.

Die Anmel­dung zum Tur­nier erfolgte in die­sem Jahr erneut elek­tro­nisch über die teil­neh­men­den Düs­sel­dor­fer Schu­len. Die Ver­an­stal­tung stand unter der Schirm­herr­schaft von Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Ste­phan Kel­ler. Zur Begrü­ßung der Final­läufe um 14.30 Uhr spra­chen unter ande­rem Baas Rolf Lenz von der Alde Düs­sel­dor­fer Bür­ger­ge­sell­schaft, Bür­ger­meis­te­rin Carla Ger­lach sowie Dirk Günt­hör, Bereichs­lei­ter Ver­triebs­ma­nage­ment Pri­vat­kun­den bei der Stadt­spar­kasse Düs­sel­dorf. Im Anschluss an die Final­läufe wur­den die Plat­zie­run­gen ermit­telt und im Rah­men einer klei­nen Sie­ger­eh­rung vor Ort bekannt­ge­ge­ben. Die Namen der Sie­ge­rin­nen und Sie­ger soll­ten ab etwa 18.30 Uhr auf www.radschlaeger-turnier.de ver­öf­fent­licht wer­den. Die große Sie­ger­eh­rung ist für den 1. Okto­ber 2026 um 16.30 Uhr im Rah­men eines Emp­fangs im Rat­haus vorgesehen.

Das Rad­schla­gen gilt in Düs­sel­dorf tra­di­tio­nell als Aus­druck der Freude. Der Legende nach geht der Brauch auf die Sie­ges­feier des Gra­fen Adolf V. von Berg zurück, der mit Hilfe der Dorf­be­woh­ner an der Düs­sel den Köl­ner Erz­bi­schof Sieg­fried von Wes­ter­burg in der Schlacht bei Worrin­gen am 5. Juni 1288 besiegte. Als Folge des Sie­ges erhielt Düs­sel­dorf noch im sel­ben Jahr, am 14. August 1288, die Stadt­rechte. Aus Freude über die Erhe­bung zur Stadt sol­len die Kin­der damals durch die Stra­ßen gelau­fen sein und Räder geschla­gen haben. Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahr­hun­derts ent­deck­ten Kin­der das Rad­schla­gen dann auch als Ein­nah­me­quelle, ins­be­son­dere auf der Königs­al­lee, wo für die Vor­füh­run­gen mit­un­ter ein klei­nes Ent­gelt gezahlt wurde.

Das erste Stadt-Rad­schlä­ger-Tur­nier fand am 17. Okto­ber 1937 auf dem Carl-Platz in der Carl­stadt statt. Nach einer kriegs­be­ding­ten Unter­bre­chung orga­ni­sierte die Alde Düs­sel­dor­fer Bür­ger­ge­sell­schaft das Tur­nier erneut. Seit 1971 dür­fen auch Mäd­chen daran teilnehmen.

Die Alde Düs­sel­dor­fer Bür­ger­ge­sell­schaft von 1920 e.V. fei­erte 2020 ihr hun­dert­jäh­ri­ges Bestehen und ist damit die älteste Bür­ger­ge­sell­schaft der Lan­des­haupt­stadt. Zu ihren Auf­ga­ben zäh­len unter ande­rem die Erhal­tung und Gestal­tung cha­rak­te­ris­ti­scher Bau­an­la­gen, die Pflege der Düs­sel­dor­fer Spra­che sowie die För­de­rung kul­tu­rel­ler Ver­an­stal­tun­gen – zu denen auch das jähr­li­che Rad­schlä­ger­tur­nier mit knapp 1000 Teil­neh­mern gehört.