
v.l.n.r.: Thomas Kötter (Geschäftsführer Destination Düsseldorf Veranstaltungs- GmbH), Stephan Reuther (Brand Manager Alpine, BOB Automotive GmbH), Isabelle Chevelard (Vorstandsvorsitzende TARGOBANK AG), Dr. Stephan Keller (Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf), Wolfram N. Diener
(Vorsitzender der Geschäftsführung, Messe Düsseldorf GmbH) und Sébastien Horzinski (Stv. Leiter Institut français Düsseldorf und Köln). © Lokalbüro
Von Manfred Fammler
Die gute Nachricht vorab: Ein deutsch-französisches Fußball-Duell jenseits des Atlantiks wird es vom 3. bis zum 5. Juli nicht geben – jedenfalls nicht am frühen Abend. Warum die Meldung gut ist? Weil zeitgleich in Düsseldorf das Frankreichfest zum friedlichen deutsch-französischen Miteinander einlädt. Dabei würden mögliche Misstöne zwischen Kylian Mbappé und Joshua Kimmich nur stören.
Da dies nun geklärt ist, kann sich demnach alles auf eine „der attraktivsten Veranstaltungen im Düsseldorf-Kalender“ konzentrieren. Die 24. Ausgabe steht dabei wiederholt im Zeichen von Essen, Wein, Markt, Gesang und ein bisschen Sport – anteilig betrachtet.
Wo noch in den letzten Jahren Hip-Hopper ihre Kunst wie Toprock, Six-Step, Freeze oder Windmill zeigten und sich dabei über den Boden drehten, fliegt nun eine andere Sportart durch die Lüfte. Im Aufwind, sowohl in Deutschland als auch in Frankreich, ist der Basketball. Die „Barjot Dunkers“ stehen für spektakulären Show-Basketball auf „höchstem Niveau“, so Frankreichfest-Veranstalter „Destination Düsseldorf“. Beeindruckende Dunks, akrobatische Elemente und dynamische Choreografien sind Teil einer Show, in der auch ein Trampolin nicht fehlt. Darüber hinaus bieten die Sportler am Samstag und Sonntag viermal den Workshop „Akrobatik-Basketball“ an.
Die Interaktion zwischen Künstlerinnen und Publikum steht ebenso im Fokus der „Les Pervenches“. Die sieben Schauspielerinnen und Musikerinnen werden auf der Rheinuferpromenade umherziehen und spontan trommeln, musizieren oder singen und dabei das Publikum mit einbeziehen. In welcher Weise, hängt dabei von der Lust und Laune der Compagnie und natürlich vom Wetter ab.
Ach ja, das liebe Wetter. Für Promenade und Rathausinnenhof, das Herz des Frankreichfestes, hängt viel von Petrus’ Launen ab. Sollte er in Hochstimmung auf die Landeshauptstadt niederschauen, erwartet die Destination Düsseldorf an den drei Tagen bis zu 130.000 Besucher.
„Wir haben ein gesundes Konzept“, sagte Thomas Kötter und verwies dabei auf eine Umfrage während des Festes im letzten Jahr. Demnach bewerteten 92 Prozent das Frankreichfest als „sehr gut bis gut“. 70 Prozent hatten – wie überraschend – Interesse an Frankreich. Doch ein Wert schlug alle anderen: der Net Promoter Score (NPS). Dabei erreichten die drei frankophilen Tage 2025 einen Wert von +55 – ein sehr guter bis exzellenter Wert, weil deutlich mehr Menschen das Fest weiterempfehlen würden, als davon abraten.
Übrigens: Die Aufenthaltsdauer liegt bei drei Stunden und länger – Savoir-vivre auf harten Holzbänken, so geht Düsseldorf.
Aus dem Musikprogramm sind vielleicht zwei Auftritte besonders hervorzuheben: Freitagabend treten „Les Innocents“ als Duo auf. Die Band gehört zu den Kultbands der 1980er- und 1990er-Jahre und galt damals als „Leuchtfeuer des französischen Pop“.
Der 25-jährige Andéol wird dagegen als junge Stimme der französischen Musikszene beschrieben. Stilistisch macht er französischen Pop mit elektronischen Einflüssen und eher persönlichen, gefühlvollen Texten.
Das komplette Programm sowie die Eintrittspreise für den Innenhof stehen online unter duesseldorfer-frankreich-fest.de
Ohne Geldgeber ist allerdings ein solcher Aufwand finanziell nicht zu stemmen. Da ist es schön zu hören, dass die TARGOBANK dem Frankreichfest weitere drei Jahre ebenso die Treue hält wie dem Fußballclub vom Flinger Broich.
„Wir sind Sponsor von Fortuna, und das gilt auch für die dritte Liga“, verkündete Isabelle Chevelard, Vorstandsvorsitzende der TARGOBANK in Deutschland, pathetisch.
Messechef Wolfram N. Diener unterstrich die Bedeutung französischer Besucher und Aussteller. Dabei hob er besonders die ProWein und die Caravan-Messe hervor. Frankreich habe die meisten Campingplätze in Europa, sagte er – und fügte hinzu, dass er selbst in seiner Kindheit einige Urlaube dort verbracht habe.
So steht im Grunde der „Leichtigkeit des Seins in schwierigen Zeiten“, so OB Stephan Keller, nichts im Wege. Und wer weiß, vielleicht schwappen friedliche und optimistische Nachrichten von jenseits des Atlantiks herüber.


