
Illustration Renate Alf, Foto (DKSB): Dr. Jochen Reiter, Anke Teesselink, Dr. Hauke Duckwitz
Der Kinderschutzbund Düsseldorf hat am Montag im Aquazoo Löbbecke Museum eine stadtweite Kampagne gestartet, die Klimaschutz als unmittelbaren Kinderschutz begreift.
Hitze, Starkregen, Umweltbelastung – was abstrakt klingt, trifft Kinder in Düsseldorf längst im Alltag. Mit der Kampagne „Gib mir Zukunft!” macht der Kinderschutzbund Ortsverband Düsseldorf darauf aufmerksam, dass die Klimakrise vor allem eine Krise der Kindergerechtigkeit ist. Am gestrigen Montag fiel im Aquazoo Löbbecke Museum der offizielle Startschuss – mit Plakat, Pressegespräch und einem klaren politischen Appell.
Das Kampagnenmotiv hat die Illustratorin Renate Alf exklusiv gestaltet. Es zeigt die Verletzlichkeit von Kindern gegenüber ökologischen Umbrüchen und wird in den kommenden Wochen flächendeckend in Kitas, Grundschulen, Kinderarztpraxen, Familienzentren und öffentlichen Ämtern in der ganzen Stadt zu sehen sein. Schirmherr der Kampagne ist Dr. Jochen Reiter, Direktor des Aquazoos.
Klimawandel trifft die Schwächsten zuerst
„Hitzeperioden, extreme Wetterereignisse und zunehmende Umweltbelastungen finden hier und jetzt mitten in Düsseldorf statt und treffen die Kleinsten unserer Gesellschaft zuerst, am direktesten und am härtesten”, sagte Dr. Hauke Duckwitz vom Kinderschutzbund beim Pressegespräch. Ein Kind, das in einem aufgeheizten Stadtquartier leidet, könne sich nicht selbst schützen. Klimaschutz sei deshalb kein optionales politisches Ziel, sondern gelebter, akuter Kinderschutz.
Der Kinderschutzbund verweist auf Artikel 24 der UN-Kinderrechtskonvention, der jedem Kind das Recht auf das erreichbare Höchstmass an Gesundheit sowie auf eine sichere, entwicklungsfördernde Umwelt garantiert. Besonders einkommensschwächere Familien, die häufig in stark versiegelten Stadtteilen mit wenig Grünflächen leben, seien überproportional vom städtischen Wärmeinseleffekt betroffen. Klimaschutz, so die Botschaft, ist daher untrennbar mit dem Kampf gegen soziale Ungleichheit verbunden.
Kleine Schritte, grosse Wirkung
Neben dem politischen Anspruch setzt die Kampagne auch auf alltagsnahe Vorbilder. Familien werden ermutigt, auf das „Elterntaxi” bei kurzen Schulwegen zu verzichten, regionale Lebensmittel auf Düsseldorfer Wochenmärkten zu entdecken oder gemeinsam mit Kindern Kita-Gärten zu bepflanzen und Strassenbäume zu giessen. Kinder sollten Selbstwirksamkeit erleben und früh lernen, Verantwortung für ihre Umwelt zu übernehmen, so Anke Teeseelink, Leiterin des Familiencafés am Sana und Mitgestalterin der Kampagne.
Schirmherr Reiter unterstrich die Haltung des Aquazoos: „Als Bildungs- und Artenschutzeinrichtung erleben wir täglich, wie tief das Interesse von Kindern an einer intakten Natur ist. Wenn wir ihre Lebensräume nicht vehement verteidigen, verfehlen wir unsere Pflicht als Erwachsene.”


