
© 2026 Lokalbüro / KI-generiertes Bild mit ChatGPT
Pünktlich zur Rheinkirmes 2026 startet die Rheinbahn ein Pilotprojekt mit KI-gestützter Videoüberwachung. Ab Anfang Juli werden am U‑Bahnhof Heinrich-Heine-Allee rund zehn Kameras mit einer Anomalieerkennung ausgestattet, die Gefahrensituationen automatisch erkennen und sofort an die Leitstelle melden soll. Erkennt das System etwa eine Person im Gleisbereich oder eine körperliche Auseinandersetzung auf dem Bahnsteig, schlägt es selbstständig Alarm – ohne dass ein Mitarbeiter das Bild aktiv beobachten muss.
Hintergrund ist die schiere Menge an Kameramaterial, die die Rheinbahn täglich bewältigt: Rund 500 stationäre Kameras im gesamten Netz sowie weitere Kameras in etwa 800 Fahrzeugen liefern kontinuierlich Bilder – eine lückenlose manuelle Überwachung ist dabei schlicht nicht möglich. „Der Einsatz moderner Technologien wie der KI-gestützten Anomalieerkennung ist für uns ein wichtiger Schritt, um die Sicherheit unserer Fahrgäste weiter zu stärken”, erklärte Christian Finke, Bereichsleiter Betrieb bei der Rheinbahn.
Damit das System zuverlässig arbeitet, wird es während der Betriebsruhe mit nachgestellten Szenarien trainiert. Mitarbeiter simulieren dabei sowohl kritische Ereignisse als auch alltägliche Situationen – damit die KI etwa einen Handgemenge von einer freundschaftlichen Umarmung unterscheiden lernt. Datenschutzrechtlich gibt sich die Rheinbahn betont zurückhaltend: Die KI analysiert Bilder ausschließlich in Echtzeit und speichert keine Daten dauerhaft. Aufzeichnungen werden wie bisher nach maximal 72 Stunden automatisch überschrieben.
Der sechsmonatige Pilotbetrieb ist Teil der Sicherheitsstrategie 2030 der Rheinbahn. Nach Abschluss der Erprobung soll entschieden werden, ob die Technologie auf weitere Stationen ausgeweitet wird. Perspektivisch denkt das Unternehmen auch an eine Analyse von Personendichten zur Steuerung von Besucherströmen. „KI-basierte Systeme können uns dabei unterstützen, kritische Entwicklungen früher zu erkennen und schneller zu reagieren. Sie ergänzen die Arbeit unserer Mitarbeiter, ersetzen sie aber nicht”, so Finke.


