Janina Unger, Oberbürgermeister Stephan Keller, Michael Unger und Rhine-Clean-Up-Organisator Joachim Umbach

Janina Unger, Ober­bür­ger­meis­ter Ste­phan Kel­ler, Michael Unger und Rhine-Clean-Up-Orga­ni­sa­tor Joa­chim Umbach

 

Düs­sel­dorf bekommt eine neue Ant­wort auf eine alte Frage. Beim Dreck-weg-Tag im März sam­mel­ten rund 20.000 Düs­sel­dor­fer gemein­sam 22 Ton­nen Müll – und trotz­dem blieb Orga­ni­sa­tor Joa­chim Umbach von Rhi­ne­Cle­a­nUp am Rande sol­cher Groß­ak­tio­nen immer wie­der mit dem­sel­ben Ein­wand kon­fron­tiert, wie die Rhei­ni­sche Post berich­tet: Was ist mit den ande­ren 364 Tagen im Jahr? Die Ant­wort auf diese Frage heißt jetzt Veedelsfeger.

Hin­ter dem Begriff steckt ein bewusst nied­rig­schwel­li­ges Kon­zept: Wer mit­macht, sam­melt Müll in sei­nem Vier­tel – wann er will, wo er will, so lange er will. Kein fes­ter Ter­min, kein Pflicht­pro­gramm, kein logis­ti­scher Auf­wand. Die Idee ist nicht neu, aber bis­lang in Düs­sel­dorf unbe­kannt. Umbach holte sich Inspi­ra­tion aus Ber­lin, wo das Ehe­paar Janina und Michael Unger aus dem Bezirk Char­lot­ten­burg-Wil­mers­dorf das Vor­bild-Pro­jekt Kie­z­at­ta­cke im Februar 2025 aus einer schlich­ten All­tags­be­ob­ach­tung her­aus gegrün­det hat­ten: Beim täg­li­chen Gas­si­ge­hen mit Hund Bai­ley war den bei­den auf­ge­gan­gen, wie viel Müll täg­lich auf Ber­lins Geh­we­gen liege – und dass die städ­ti­sche Müll­ab­fuhr das allein schlicht nicht bewäl­ti­gen könne. Rhi­ne­Cle­a­nUp hat das Kon­zept nun für Düs­sel­dorf adap­tiert und ins Rhei­ni­sche über­setzt: aus Kie­z­at­ta­cke wurde Veedelsfeger.

Umbach beob­ach­tet, dass viele Men­schen die­ses Ver­hal­ten im Klei­nen schon längst prak­ti­zie­ren, wie die Rhei­ni­sche Post zitiert: Viele Spa­zier­gän­ger sam­mel­ten beim Vor­bei­ge­hen spon­tan Müll auf, wenn sie etwas auf der Straße sehen. Genau diese Men­schen wolle man unter­stüt­zen und dem Gan­zen eine Struk­tur geben. Auf der Web­site www.veedelsfeger.de kön­nen sich Inter­es­sierte regis­trie­ren, ihr Vier­tel, eine Straße oder einen kon­kre­ten Platz ein­tra­gen und sich mit ande­ren Teil­neh­mern ver­net­zen. So ist für alle trans­pa­rent nach­voll­zieh­bar, wer was wann auf­ge­räumt hat – und wo noch Bedarf besteht.

Das Sam­mel­ma­te­rial – Müll­sä­cke, Hand­schuhe und Grei­fer – soll künf­tig über soge­nannte Spots ver­teilt wer­den: Bür­ger­ver­eine, Initia­ti­ven, Kioske und Ein­zel­händ­ler in den Stadt­tei­len, die auf einer Karte online ein­ge­zeich­net sind. Den gesam­mel­ten Müll kenn­zeich­nen die Veedels­fe­ger mit einem eige­nen Auf­kle­ber; er kann dann an den rund 6.200 städ­ti­schen Stra­ßen­pa­pier­kör­ben abge­legt oder über den Haus­müll ent­sorgt wer­den – die Awista über­nimmt den Rest. Zum Auf­takt gibt es am 7. und 8. Juli jeweils von 11 bis 14 Uhr zwei Aktio­nen auf der Scha­dow­straße neben Peek & Clop­pen­burg, wo sich Inter­es­sierte infor­mie­ren, anmel­den und ihr Start­ma­te­rial abho­len können.

Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Ste­phan Kel­ler (CDU), der das Pro­jekt gemein­sam mit Umbach und dem Ber­li­ner Grün­der­paar vor­stellte, betonte, dass die Veedels­fe­ger weder die Arbeit der Awista noch bestehende Aktio­nen wie den Dreck-weg-Tag oder den Rhi­ne­Cle­a­nUp erset­zen sol­len. Er sehe in der Initia­tive aber noch einen zwei­ten Wert jen­seits der rei­nen Sau­ber­keit. Das For­mat stärke den Zusam­men­halt in den Stadt­tei­len und das Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein für das eigene Umfeld. „Stadt­s­au­ber­keit sollte nicht nur als allei­nige Auf­gabe der Ver­wal­tung betrach­tet wer­den”, so Kel­ler. Auf das bür­ger­schaft­li­che Enga­ge­ment der Düs­sel­dor­fer sei er schon jetzt „ein biss­chen stolz”.

Seit dem ers­ten Rhi­ne­Cle­a­nUp im Jahr 2018 hat die Initia­tive nach eige­nen Anga­ben rund 250 Ton­nen Müll gesam­melt; allein bei den jähr­li­chen Kip­pen­Wo­chen kamen seit­her 1,2 Mil­lio­nen Ziga­ret­ten­stum­mel zusam­men. Mit den Veedels­fe­gern soll das Enga­ge­ment nun auch zwi­schen den Akti­ons­ta­gen sicht­bar blei­ben – Vier­tel für Vier­tel, Straße für Straße, Tag für Tag.

 

Werbung

Bären-Treff — Kapu­zi­ner­gasse 14 — 40213 Düs­sel­dorf — Bitte anklicken !