Kostümball der Prinzengarde © LB / Olaf Oidtmann
Karneval in Benrath © Manfred Fammler

Sams­tag­abend fei­ern rund 750 Jecke im Hil­ton-Hotel auf dem Kos­tüm­ball der rot-wei­ßen Prin­zen­garde. Die Stim­mung ist aus­ge­las­sen, es wird getanzt, gelacht und gefei­ert. Keine 24 Stun­den spä­ter in Ben­rath. In einem Bun­ker fei­ern rund 180 När­rin­nen und Nar­ren. Und wie ist die Stimmung?

Aus­ge­las­sen, es wird getanzt, gelacht und gefei­ert – nur der Rah­men ist beschei­de­ner und weni­ger „pom­pös“. Dabei wird an dem Außen­pos­ten des jecken Düs­sel­dorfs eine Pre­miere began­gen. Erst­mals fei­ern die KG Räb­bel­che (Holt­hau­sen) und die IG Pauls-Müh­ler Jecke (Ben­rath) gemein­sam. „Düs­sel­dorf jeck hoch zwei“ nen­nen die bei­den Ver­eine das Expe­ri­ment, das nicht aus der Not, son­dern aus der Not­wen­dig­keit ent­stand. „Ein attrak­ti­ves Pro­gramm ist teuer“, weiß Uli Asch­mon­eit, 2. Vor­sit­zen­der der Räb­bel­che. Und weil dem so ist, sei eine Ver­an­stal­tungs­fu­sion die rich­tige Wahl. Zumal die Auf­ga­ben­ver­tei­lung bei immer weni­ger Ehren­amt­li­chen hier erste Ergeb­nisse zeigt. Der Bun­ker an der Pauls­müh­len­straße ist das Ver­eins­heim der IG Pauls-Müh­ler Jecke, darum sorg­ten sich somit die namens­glei­chen Päch­ter. Dafür lag die Ver­ant­wor­tung für das Pro­gramm auf Sei­ten der Räb­bel­che. Louis Weber von der IG: „Wir wol­len den Kar­ne­val gemein­sam gestalten.“

Wobei zuerst die Frage zu klä­ren ist, ob das über­haupt funk­tio­niert. Weber und Asch­mon­eit zei­gen beide den „Dau­men hoch“, und die zweite ist im Grunde eine ernst gemeinte, aber schmun­zelnd beant­wor­tete Frage. Die Pauls-Müh­ler Jecken sind näm­lich noch nicht dem Car­ne­val Comi­tee ange­schlos­sen, wol­len es aber. Ist dies dem­nach die prak­ti­sche Auf­gabe für die när­ri­sche Auf­nah­me­prü­fung? Weber lacht: „Ja, aber mit den Räb­bel­che haben wir auch gute Für­spre­cher.“ Dabei ste­hen jeden­falls an der Spitze des CC die Ampeln auf grün. Nach­dem Ober­narr Lothar Hör­ning Orden ver­teilt hat, schwärmt er von dem Bestre­ben bei­der Ver­eine, „zusam­men­zu­ar­bei­ten, um etwas Grö­ße­res zu erschaffen.“

So wächst mit zwei Ver­ei­nen aus Ben­rath und Holt­hau­sen etwas zusam­men, was eigen­stän­dig blei­ben wird, jedoch im Zusam­men­spiel mehr bewir­ken kann. Das ist auch eine Kraft des Kar­ne­vals: gemein­sam schaf­fen und gemein­sam feiern.

Doch zurück zur rot-wei­ßen Prin­zen­garde im Hil­ton. Wäh­rend die Tanz­gruppe Rhein­veil­chen aus der Dom­stadt mit einer atem­be­rau­ben­den, pro­fes­sio­nell anmu­ten­den Flug­tanz-Akro­ba­tik bis unter die Saal­de­cke das Publi­kum begeis­terte, stan­den in Ben­rath 30 Kin­der der Räb­bel­che Tanz­garde auf der Bühne. Beide erhiel­ten ste­hen­den Applaus. Und wäh­rend dort das Düs­sel­dor­fer Prin­zen­paar mit kom­plet­ter Kapelle die Bühne eroberte, taten dies in Ben­rath das Urden­ba­cher Pen­dant mit Prinz Mirko und Prinz­ge­mahl Daniel. Sind beide Ver­an­stal­tun­gen ver­gleich­bar? Nein. Aber sie zei­gen den Facet­ten­reich­tum des Düs­sel­dor­fer Karnevals.

Mehr Bil­der der Sit­zung der Prin­zen­grde gibt es hier