Stadtdirektor Burkhard Hintzsche (m.) und David von der Lieth (3.v.l.), Leiter der Düsseldorfer Feuerwehr, haben am Donnerstag, 30. April 2026, den Jahresbericht 2025 der Feuerwehr Düsseldorf vorgestellt. Hier sind die mit Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr, die Teil der Waldbrandeinheit sind. © LB / Olaf Oidtmann

Stadt­di­rek­tor Burk­hard Hintzsche (m.) und David von der Lieth (3.v.l.), Lei­ter der Düs­sel­dor­fer Feu­er­wehr, haben am Don­ners­tag, 30. April 2026, den Jah­res­be­richt 2025 der Feu­er­wehr Düs­sel­dorf vor­ge­stellt. Hier sind die mit Mit­glie­der der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr, die Teil der Wald­brand­ein­heit sind. © LB / Olaf Oidtmann

 

Von Man­fred Fammler

Die Düs­sel­dorf inves­tiert wei­ter in Feu­er­wehr, Ret­tungs­dienst und Kata­stro­phen­schutz. Stadt­di­rek­tor Burk­hard Hintzsche und Feu­er­wehr­chef David von der Lieth hoben bei der Vor­stel­lung der Jah­res­bi­lanz 2025 vor allem neue Stand­orte, moderne Fahr­zeuge, den Aus­bau des Zivil­schut­zes und die wach­sende Bedeu­tung von Wald- und Vege­ta­ti­ons­brän­den hervor.

Die Feu­er­wehr Düs­sel­dorf bleibt nach Ein­schät­zung der Stadt eine zen­trale Säule der kom­mu­na­len Daseins­vor­sorge. Stadt­di­rek­tor Hintzsche ver­wies auf die hohe Ein­satz­dichte: Würde man alle Ein­hei­ten der Feu­er­wehr an einem Stand­ort bün­deln, „würde alle drei Minu­ten ein Fahr­zeug das Gelände ver­las­sen“. Das zeige, „wie aktiv und agil die Feu­er­wehr in Düs­sel­dorf ist“.

Ein Schwer­punkt liegt künf­tig stär­ker auf Wald- und Vege­ta­ti­ons­brän­den. Bereits 2022 habe Düs­sel­dorf begon­nen, ent­spre­chende Struk­tu­ren auf­zu­bauen. Im Juli 2025 wurde dar­aus eine eigene Fach­ein­heit mit rund 46 ehren­amt­li­chen Kräf­ten. Kurz nach der Grün­dung war die Ein­heit bereits bei Wald­brän­den in Spa­nien im Ein­satz. „Die Feu­er­wehr Düs­sel­dorf hilft nicht nur in Düs­sel­dorf, son­dern mitt­ler­weile auch in der Region und inter­na­tio­nal“, sagte Hintzsche.

Feu­er­wehr­chef von der Lieth bezeich­nete den Spa­nien-Ein­satz als außer­ge­wöhn­lich. Ein sol­cher Ein­satz sei „mit Sicher­heit nicht all­täg­lich“. Aus der Ferne habe man die Lage „schon gespannt und auch manch­mal mit ein biss­chen Ner­vo­si­tät und Sorge“ ver­folgt. Zugleich zeigte sich von der Lieth über­zeugt von der Leis­tungs­fä­hig­keit der Ein­satz­kräfte: Das Aus­bil­dungs­ni­veau sei inzwi­schen so hoch, „dass man sagen kann: Die schaf­fen sol­che Situa­tio­nen“. Das dort gewon­nene Wis­sen sei auch für Düs­sel­dorf wich­tig, denn „auch wir wer­den mit Vege­ta­ti­ons- und Wald­brän­den mehr zu tun haben in der Zukunft“.

Auch der Zivil­schutz wurde in den ver­gan­ge­nen Jah­ren aus­ge­baut. Düs­sel­dorf pro­fi­tiere davon, dass vor­han­dene Warn­an­la­gen nicht abge­baut wor­den seien. „Wir haben die glück­li­che Situa­tion, dass wir die gesam­ten Anla­gen, die wir brau­chen, um die Bevöl­ke­rung zu war­nen, immer erhal­ten haben“, sagte Hintzsche. Das Netz werde wei­ter ver­dich­tet; rund 110 Stand­orte sol­len im Ernst­fall zur War­nung der Bevöl­ke­rung bereit­ste­hen. Zudem befasst sich eine Taskforce unter Feder­füh­rung der Feu­er­wehr mit der Kri­sen­fes­tig­keit der Stadtverwaltung.

Bei Per­so­nal, Aus­stat­tung und Gebäu­den sieht sich die Feu­er­wehr gut auf­ge­stellt. Die Aus­bil­dungs­plätze könn­ten der­zeit auf­grund einer guten Bewer­ber­lage besetzt wer­den. Hintzsche ver­wies zudem auf den stei­gen­den Frau­en­an­teil bei Nach­wuchs­kräf­ten und Beschäf­tig­ten. „Wir wer­den im Laufe der Zeit sehen, dass es dem­nächst auch mehr weib­li­che Füh­rungs­kräfte bei der Feu­er­wehr geben wird“, sagte er.

Ein wei­te­rer Schwer­punkt ist die Moder­ni­sie­rung der Fahr­zeug­flotte. Düs­sel­dorf beschafft 18 neue Hil­fe­leis­tungs­lösch­fahr­zeuge; hinzu kom­men neue Ein­satz­leit­wa­gen sowie vier Akut- bezie­hungs­weise Sofort­trans­port­wa­gen. Diese sol­len bei dring­li­chen, aber nicht lebens­be­droh­li­chen Ein­sät­zen hel­fen und den Ret­tungs­dienst ent­las­ten. Von der Lieth: „Wir kön­nen mit Fug und Recht sagen, dass das Jahr 2025 davon geprägt war, dass wir sicht­bar die Flot­ten­er­neue­rung umset­zen konnten.“

Eine Stär­kung erfuhr der Ret­tungs­dienst. Nach dem Beschluss des Stadt­rats konn­ten neue Trans­port­wa­gen in Dienst genom­men und wei­tere Maß­nah­men vor­be­rei­tet wer­den. In die­sem Jahr sol­len fünf zusätz­li­che Ret­tungs­wa­gen fol­gen. Damit sei der Ret­tungs­dienst nach Ein­schät­zung von der Lieth „zukunfts­fä­hig“ und auf das Wachs­tum der Stadt aus­ge­rich­tet. Ziel sei es, „die Ver­sor­gung in allen Not­fall- und Nicht­not­fall­be­rei­chen sehr gut abzubilden“.

Große Bedeu­tung misst die Stadt auch den Stand­or­ten der Feu­er­wehr bei. Die neue Wache der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr in Kai­sers­werth sei laut von der Lieth „ein rich­tig schö­nes und tol­les Ereig­nis“ gewe­sen und habe gezeigt, „wie stark die gesamte Stadt und die Poli­tik hin­ter den ehren­amt­li­chen Ein­satz­kräf­ten ste­hen“. Auch der Bau der Feuer- und Ret­tungs­wa­che 7 in Wers­ten sei ein wich­ti­ges Signal.

Ins­ge­samt inves­tiert Düs­sel­dorf rund 200 Mil­lio­nen Euro in die Feu­er­wehr-Infra­struk­tur, dar­un­ter in Kai­sers­werth, Wers­ten, Kal­kum und Heerdt. In die­sem Zusam­men­hang dankte Hintzsche sowohl den haupt­amt­li­chen als auch den ehren­amt­li­chen Kräf­ten für ihren Ein­satz. Die Feu­er­wehr sei ein Ver­wal­tungs­be­reich, der für die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger jeder­zeit ver­füg­bar sein müsse. „Ich bin allen, sowohl den Haupt­amt­li­chen als auch den Ehren­amt­li­chen, sehr für ihren Ein­satz und ihr Enga­ge­ment dankbar.“

Zum Abschluss zog Feu­er­wehr­chef von der Lieth für 2025 eine posi­tive Bilanz. Es sei zwar ein for­dern­des Jahr mit vie­len Ein­sät­zen gewe­sen, zugleich aber auch eines mit vie­len Fort­schrit­ten. „Es war ein sehr erfolg­rei­ches und schö­nes Jahr“, sagte der Feu­er­wehr­chef. Die Ent­wick­lun­gen bei Stand­or­ten, Fahr­zeu­gen, Ret­tungs­dienst und Kata­stro­phen­schutz mach­ten das Jahr „sehr, sehr erfolgreich“.

Feu­er­wehr 2025 Zah­len – Daten – Fakten

Alar­mie­run­gen
Gesamt: 176.903 (2024: 174.316)
Feu­er­wehr: 17.101 (2024: 17.280)

Brand­ein­sätze
ins­ge­samt: 4.533 (2024: 4.511)
darunter
Groß­brände: 32 (2024: 42)
Woh­nungs­brände: 1.429 (2024: 1.441)
Heim­rauch­mel­der: 515 (2024: 628)
Vege­ta­ti­ons­brände: 181 (2024: 78)
Fahr­zeug­brände: 152 (2024: 370)
Über­ört­li­che Hilfe: 6 (2024: 4)

Tech­ni­sche Hilfeleistung
ins­ge­samt: 8.317 (2024: 8.965)
darunter
Ver­kehrs­un­fälle: 136 (2024: 127)
Men­schen in Not­la­gen: 4.207 (2024: 4.189)
Tiere in Not­la­gen: 1.484 (2024: 1.856)
Was­ser- /Sturmschäden: 837 (2024: 861)

Sons­tige Einsätze
Unter­stüt­zung Rettungsdienst/ Kran­ken­trans­port: 1.487 (2024: 1.580)
Sons­tige Ein­sätze: 2.664 (2024: 2.224)

Ret­tungs­dienst
ins­ge­samt: 159.802 (2024: 157.036)
davon
Kran­ken­trans­port: 47.335 (2024: 44.585)
Not­fälle: 110.847 (2024: 111.513)
darunter
Not­fälle mit Notärztin/Notarzt: 20.259 (2024: 24.099)
Inten­siv­ver­le­gun­gen: 6.197 (2024: 6.008)
Infek­ti­ons­trans­porte: 1.348 (2024: 1.445)