
Fußball EM in Düsseldorf Fanzone am Burgplatz © Lokalbüro
Die Fußball-Europameisterschaft 2024 geht in Düsseldorf in die Verlängerung – juristisch: Am Mittwochvormittag durchsuchten Ermittler das Rathaus der Landeshauptstadt. Hintergrund ist ein Verdacht auf Korruption im Zusammenhang mit der Vergabe von EM-Tickets. Düsseldorf steht damit nicht allein da – auch weitere Stadtverwaltungen sowie die DFB-Zentrale in Frankfurt am Main waren von den Maßnahmen betroffen.
Die Staatsanwaltschaft Bochum und das Landeskriminalamt NRW ermitteln wegen des Anfangsverdachts der Vorteilsannahme und Vorteilsgewährung. Im Kern geht es um mehrere Tausend Eintrittskarten, die den zehn Austragungsstädten offenbar zu vergünstigten Konditionen angeboten wurden. Ein Teil dieses Angebots sei angenommen worden, wobei die Verwendung der Karten anschließend unterschiedlich gehandhabt worden sein soll.
Wie die Rheinische Post berichtet, bestätigte die Stadt Düsseldorf die Durchsuchung, die auf einem richterlichen Beschluss im Auftrag der Staatsanwaltschaft Bochum beruhte. Man werde mit den Ermittlungsbehörden uneingeschränkt zusammenarbeiten, hieß es demnach aus dem Rathaus. Stadtsprecher Nils Mertens stellte laut RP zugleich klar: Nach aktuellem Kenntnisstand richte sich das Verfahren nicht gegen Mitarbeitende der Landeshauptstadt.
Mertens erklärte gegenüber der RP zudem, man habe juristisch sehr genau prüfen lassen, wie mit den angebotenen Tickets umzugehen sei. Oberbürgermeister Stephan Keller sei demnach zu Repräsentationszwecken im Stadion gewesen, was aus Sicht der Verwaltung eine Selbstverständlichkeit darstelle.
Auch Mertens selbst habe den Oberbürgermeister bei diesem Anlass begleitet.