Archivbild Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller (Mitte rechts) und der Ordnungsdezernent Christian Zaum (Mitte links) stellen die Bodycams vor © Landeshauptstadt Düsseldorf/Michael Gstettenbauer

Archiv­bild Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Ste­phan Kel­ler (Mitte rechts) und der Ord­nungs­de­zer­nent Chris­tian Zaum (Mitte links) stel­len die Body­cams vor © Lan­des­haupt­stadt Düsseldorf/Michael Gstettenbauer

 

Der Düs­sel­dor­fer Ord­nungs- und Ser­vice­dienst (OSD) soll künf­tig mit Body­cams aus­ge­stat­tet wer­den. Nach Anga­ben der Stadt ist das Pro­jekt bereits weit fort­ge­schrit­ten: Anfang 2025 habe das Ord­nungs­amt vier unter­schied­li­che Body­cam-Sys­teme erprobt. Das anschlie­ßend aus­ge­wählte Sys­tem sei in den dar­auf­fol­gen­den Mona­ten einer umfas­sen­den Test­phase unter­zo­gen wor­den, die inzwi­schen kurz vor dem Abschluss stehe. Der­zeit lie­fen die fina­len Abstim­mun­gen mit dem Per­so­nal­rat. Vor­be­halt­lich von des­sen Zustim­mung sei vor­ge­se­hen, das Sys­tem in den kom­men­den Mona­ten ein­zu­füh­ren und die ers­ten Mit­ar­bei­ten­den ent­spre­chend auszustatten.

Die SPD/­Volt-Rats­frak­tion sieht das Tempo den­noch kri­tisch. Beschäf­tigte des OSD erleb­ten immer wie­der Belei­di­gun­gen, Bedro­hun­gen und Über­griffe, moderne Tech­nik könne dabei hel­fen, Kon­flikte zu ent­schär­fen und Ein­satz­kräfte bes­ser zu schüt­zen, so die Frak­tion. Das posi­tive Ergeb­nis der Test­phase liege bereits seit mehr als einem Jahr vor. „Die Stadt hat selbst fest­ge­stellt, dass Body­cams einen Mehr­wert im Ein­satz bie­ten. Trotz­dem liegt das Ergeb­nis der Unter­su­chung seit über einem Jahr in der Schub­lade. Wer den Schutz der Mit­ar­bei­ten­den ernst nimmt, darf nicht so lange war­ten“, erklärt Tobias Küh­ba­cher, Spre­cher der SPD/­Volt-Rats­frak­tion im Ord­nungs­aus­schuss. In der Rats­sit­zung am 16. Juli wolle man des­halb einen kon­kre­ten Umset­zungs­plan einfordern.

Die Stadt betont, das Thema kei­nes­wegs auf die lange Bank gescho­ben zu haben, son­dern es bereits seit Län­ge­rem im Blick zu haben. Die mehr­stu­fige Erpro­bung ver­schie­de­ner Sys­teme und die lau­fende Abstim­mung mit dem Per­so­nal­rat zeig­ten, dass an einer sorg­fäl­ti­gen und mit­be­stim­mungs­kon­for­men Ein­füh­rung gear­bei­tet werde. Eine Ein­füh­rung in den kom­men­den Mona­ten sei realistisch.

Die Frak­tion ver­weist ergän­zend auf Erfah­run­gen ande­rer Städte, wonach Body­cams dees­ka­lie­rend wir­ken und für Trans­pa­renz bei strit­ti­gen Ein­satz­si­tua­tio­nen sor­gen könn­ten. Ob der von der SPD/Volt gefor­derte Umset­zungs­plan in der Rats­sit­zung am 16. Juli auf die bereits lau­fen­den städ­ti­schen Vor­be­rei­tun­gen trifft oder zusätz­li­chen Klä­rungs­be­darf offen­bart, dürfte sich dann zeigen.