
Ordnungsamt kontrolliert Rheinufer und klärt auf © Lokalbüro
Trotz des seit August 2025 geltenden Badeverbots entlang des gesamten Düsseldorfer Rheinufers wagen immer wieder Menschen den Sprung ins Wasser – mit teils lebensgefährlichen Folgen. Das Ordnungsamt hat am vergangenen Wochenende die Uferbereiche mehrfach kontrolliert und dabei 81 Menschen präventiv belehrt. In einem Fall leitete die Behörde ein Ordnungswidrigkeitenverfahren ein. Wer gegen das Verbot verstößt, muss mit einem Bußgeld von bis zu 1.000 Euro rechnen.
Die Feuerwehr Düsseldorf musste am Wochenende zudem zweimal mit dem Einsatzstichwort „Person im Rhein” ausrücken. Die Vorfälle zeigen, wie ernst die Lage entlang des Flusses derzeit ist. Als Baden gilt nach der ordnungsbehördlichen Verordnung bereits das planmäßige Verweilen mit dem Körper in mehr als knöcheltiefem Wasser zu Erholungs‑, Sport- oder Freizeitzwecken – also nicht nur Schwimmen, sondern auch Waten oder Spielen im Wasser.
Um auf die Gefahren aufmerksam zu machen, hat die Stadt rund 70 Hinweisschilder entlang des Rheinufers aufgestellt. Die Piktogramme und kurzen Texte warnen in fünf Sprachen – Deutsch, Englisch, Türkisch, Arabisch und Ukrainisch – vor der Lebensgefahr beim Schwimmen im Rhein. Zusätzlich sind Notrufnummer und Rheinkilometer angegeben, damit im Ernstfall eine präzise und schnelle Zielfahrt der Rettungskräfte möglich ist. Auch Verhaltenshinweise, etwa zur Müllentsorgung oder zum Verzicht auf offenes Feuer, finden sich auf den Schildern.
Ausnahmen vom Badeverbot gelten nur in engen Grenzen: Maßnahmen von Behörden und Rettungsdiensten, Übungen und Einsätze der Wasserrettung oder Feuerwehr sowie eigens genehmigte Veranstaltungen der Landeshauptstadt sind erlaubt. Auch das kurze Ein- und Aussteigen beim An- und Ablegen von Booten, das Zuwasserlassen und Herausziehen von Wasserfahrzeugen an dafür vorgesehenen Stellen sowie Angelsport und Watfischerei bleiben gestattet.
Über das Wochenende warnte die Stadt zusätzlich über digitale Anzeigeflächen im gesamten Stadtgebiet sowie über ihre Social-Media-Kanäle vor den Gefahren des Schwimmens im Rhein.
Die Warnungen kommen nicht von ungefähr: Nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ist die Zahl der Badetoten in Nordrhein-Westfalen im Juni im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen – von 12 tödlichen Unfällen im Juni 2025 auf 22 Badetote im Juni 2026, ein Anstieg um über 80 Prozent. Kein anderes Bundesland verzeichnete im selben Zeitraum mehr Opfer. Besonders der Rhein gilt wegen starker Strömungen und Sogwirkungen durch vorbeifahrende Frachtschiffe als eines der gefährlichsten Gewässer Deutschlands für Schwimmer. Ob das seit vergangenem Sommer geltende Badeverbot langfristig Wirkung zeigt, lässt sich nach Einschätzung der DLRG erst nach Ende der laufenden Saison beurteilen.
Weitere Informationen zum Badeverbot und den betroffenen Bereichen hält die Stadt Düsseldorf online bereit: duesseldorf.de/leben-in-duesseldorf/ertrinken