
Archivbild der Rhein Bei Düsseldorf © Lokalbüro
Der Rhein zeigt sich in Düsseldorf derzeit von seiner ungewohnt flachen Seite. Am Mittwochmorgen wurde am Pegel Düsseldorf ein Wasserstand von 48 Zentimetern gemessen. Nach der aktuellen Vorhersage der Bundesanstalt für Gewässerkunde fällt der Pegel bis Donnerstag voraussichtlich auf rund 41 Zentimeter. Erst ab Freitag wird eine leichte Erholung erwartet, bis Sonntag könnte der Wasserstand wieder auf etwa 60 Zentimeter steigen.
Für Spaziergänger entlang der Rheinuferpromenade ist das Niedrigwasser ein besonderer Anblick. Kiesbänke und Buhnen treten deutlich hervor, an einigen Stellen reicht das Wasser nur noch wenige Meter an das Ufer heran. Während sich viele über den freien Blick auf das Flussbett freuen, bereitet die Entwicklung der Schifffahrt zunehmend Sorgen.
Der Rhein bleibt zwar uneingeschränkt befahrbar, wirtschaftlich macht sich das Niedrigwasser jedoch bereits bemerkbar. Frachtschiffe können ihre Schiffe nicht mehr vollständig beladen, da sie sonst zu tief im Wasser liegen würden. Je niedriger der Wasserstand, desto geringer fällt die mögliche Zuladung aus. Die Folge sind zusätzliche Fahrten und steigende Transportkosten. Viele Reedereien erheben in solchen Phasen sogenannte Niedrigwasserzuschläge.
Keine Fahrverbote – aber Einschränkungen im Transport
Von Fahrverboten oder Sperrungen ist der Rhein in Düsseldorf derzeit weit entfernt. Solche Maßnahmen greifen erst bei Hochwasser. Die aktuellen Einschränkungen betreffen vielmehr die Wirtschaftlichkeit der Binnenschifffahrt. Besonders kritisch wird die Lage, wenn an Engstellen des Rheins – beispielsweise am Pegel Kaub – die Wasserstände weiter sinken. Dort entscheidet sich häufig, wie viel Ladung Frachtschiffe überhaupt noch transportieren können.
Der derzeitige Pegel von 48 Zentimetern liegt zudem deutlich unter dem sogenannten gleichwertigen Wasserstand (GlW) von 91 Zentimetern. Dieser Wert dient der Schifffahrt als wichtige Orientierungsgröße für die nutzbare Fahrrinnentiefe und verdeutlicht, wie niedrig der Rhein aktuell ist.
Nach den aktuellen Prognosen dürfte sich die Situation am Wochenende etwas entspannen. Größere Niederschläge im Einzugsgebiet des Rheins könnten den Wasserstand wieder leicht ansteigen lassen. Von einer nachhaltigen Entwarnung kann jedoch noch keine Rede sein – dafür wären über einen längeren Zeitraum ergiebige Regenfälle erforderlich.