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ochen Kral, Mona Neubaur, Julien Mounier, Martin Jüngel, Christian Finke (v.l.n.r)

Die Stadt­werke Düs­sel­dorf haben am Don­ners­tag ihren neuen Elek­tro­ly­seur am Höher­weg in Betrieb genom­men und damit einen wich­ti­gen Schritt in Rich­tung kli­ma­freund­li­che Mobi­li­tät in der Lan­des­haupt­stadt voll­zo­gen. Erst­mals wird in Düs­sel­dorf Was­ser­stoff direkt vor Ort erzeugt und unmit­tel­bar genutzt – eine durch­gän­gige Ver­bin­dung von Ener­gie­er­zeu­gung und ‑ver­brauch, wie sie es in die­ser Form bis­lang nicht gab.

Beson­ders bemer­kens­wert ist die Her­kunft des benö­tig­ten Stroms: Er stammt aus dem bio­ge­nen Anteil des Abfalls, der in der Müll­ver­bren­nungs­an­lage in Düs­sel­dorf-Flin­gern ver­wer­tet wird, und gilt damit als gleich­ge­stellt mit Strom aus erneu­er­ba­ren Ener­gien. Über eine Direkt­lei­tung gelangt der Strom vom Kraft­werk Flin­gern zum Elek­tro­ly­seur, der wie­derum den erzeug­ten Was­ser­stoff direkt an die benach­barte öffent­li­che Was­ser­stoff­tank­stelle von H2 MOBILITY lie­fert. Diese Anlage zählt zu den leis­tungs­stärks­ten ihrer Art in Deutsch­land und ver­sorgt unter ande­rem die Brenn­stoff­zel­len­busse der Rheinbahn.

Das Pro­jekt geht auf ein gemein­sa­mes Bekennt­nis der Stadt­werke, der Rhein­bahn und von H2 MOBILITY aus dem Jahr 2023 zurück, mit dem eine regio­nale Wert­schöp­fungs­kette für Was­ser­stoff auf­ge­baut wer­den sollte. Mit der Inbe­trieb­nahme des Elek­tro­ly­se­urs ist die­ses Ziel nun erreicht: Die Stadt­werke erzeu­gen den Was­ser­stoff, H2 MOBILITY stellt die Tank­in­fra­struk­tur bereit, und die Rhein­bahn setzt ihn im Betrieb ihrer Was­ser­stoff­bus­flotte ein. Damit grei­fen Pro­duk­tion, Infra­struk­tur und Anwen­dung erst­mals voll­stän­dig ineinander.

Rund 5,5 Mil­lio­nen Euro inves­tie­ren die Stadt­werke Düs­sel­dorf in das Pro­jekt. Geför­dert wird es mit etwa 1,2 Mil­lio­nen Euro durch das Bun­des­mi­nis­te­rium für Digi­ta­les und Ver­kehr im Rah­men des Natio­na­len Inno­va­ti­ons­pro­gramms Was­ser­stoff- und Brenn­stoff­zel­len­tech­no­lo­gie. Koor­di­niert wird die För­de­rung von der NOW GmbH, umge­setzt durch den Pro­jekt­trä­ger Jülich.

Tech­nisch han­delt es sich um einen Elek­tro­ly­seur vom Typ gL400 des Her­stel­lers FEST GmbH mit einer Leis­tung von 2 Mega­watt, der auf dem PEM-Ver­fah­ren basiert. Die Rhein­bahn setzt bereits seit eini­ger Zeit auf einen tech­no­lo­gie­of­fe­nen Ansatz und ergänzt ihre bat­te­rie-elek­tri­sche Bus­flotte gezielt durch Brenn­stoff­zel­len­fahr­zeuge, die vor allem dort zum Ein­satz kom­men, wo grö­ßere Reich­wei­ten und ein fle­xi­bler Ein­satz gefragt sind.

Aus Sicht der Pro­jekt­be­tei­lig­ten hat das Düs­sel­dor­fer Vor­ha­ben Modell­cha­rak­ter für andere Städte, da es zeigt, wie Ener­gie­er­zeu­gung, Infra­struk­tur und öffent­li­cher Nah­ver­kehr sek­tor­über­grei­fend mit­ein­an­der ver­knüpft wer­den kön­nen. Zugleich stärkt die lokale Pro­duk­tion die regio­nale Wert­schöp­fung und redu­ziert den Auf­wand für den Trans­port von Wasserstoff.

 
Elektrolyseur
Wasserstoff Tankstelle © Lokalbüro