Das neue Unterwerk auf der linken Seite soll bis Ende September fertiggestellt werden. Bis zur Inbetriebnahme übernimmt der mobile Container rechts weiterhin die Stromversorgung. © Lokalbüro

Das neue Unter­werk auf der lin­ken Seite soll bis Ende Sep­tem­ber fer­tig­ge­stellt wer­den. Bis zur Inbe­trieb­nahme über­nimmt der mobile Con­tai­ner rechts wei­ter­hin die Strom­ver­sor­gung. © Lokalbüro

 

Rund zwei Mil­lio­nen Euro inves­tiert die Rhein­bahn der­zeit in ein neues Gleich­rich­ter­un­ter­werk am Ree­ser Platz. Sol­che Anla­gen sind, ver­ein­facht gesagt, die „Strom-Tank­stel­len” der Stra­ßen- und Stadt­bah­nen, denn der benö­tigte Fahr­strom kommt nicht ein­fach aus der Steck­dose. „Ein Gleich­rich­ter­un­ter­werk sieht man im All­tag kaum, aber ohne diese Anla­gen fährt keine Bahn”, erklärt Dr. Ste­pha­nie Zweig, Bereichs­lei­te­rin Infra­struk­tur bei der Rheinbahn.

Das Unter­werk wan­delt den Strom aus dem öffent­li­chen Netz so um, dass die Fahr­zeuge ihn nut­zen kön­nen. Kon­kret lie­fern die Stadt­werke Düs­sel­dorf 10.000 Volt star­ken Wech­sel­strom, der mit Hilfe von Trans­for­ma­to­ren und Gleich­rich­tern in 720-Volt-Gleich­strom umge­wan­delt wird. Über Erd­ka­bel gelangt der Strom anschlie­ßend in die Fahr­lei­tung, aus der ihn die Bah­nen über den Strom­ab­neh­mer auf dem Dach aufnehmen.

Das bis­he­rige Unter­werk am Ree­ser Platz war mehr als 40 Jahre alt und musste wei­chen. Bei Unter­su­chun­gen hatte sich gezeigt, dass sich das Gebäude abge­senkt und die Abdich­tung beschä­digt hatte – Was­ser hätte ein­drin­gen kön­nen. Eine Wirt­schaft­lich­keits­ana­lyse ergab schließ­lich, dass ein Ersatz­neu­bau lang­fris­tig wirt­schaft­li­cher ist als eine Sanie­rung der ver­al­te­ten Tech­nik, für die zudem kaum noch Ersatz­teile ver­füg­bar waren. Das alte Gebäude wurde dar­auf­hin abge­ris­sen, im Mai folgte die Anlie­fe­rung der Beton-Fer­tig­bau­teile für den Neubau.

Für die Fahr­gäste der Linien U78 und U79 bringt die Bau­maß­nahme keine Ein­schrän­kun­gen mit sich. Mög­lich macht das zum einen die grund­sätz­lich red­un­dante Strom­ver­sor­gung des Stre­cken­net­zes: Jeder Fahr­lei­tungs­ab­schnitt kann von zwei Unter­wer­ken ver­sorgt wer­den, sodass bei Aus­fäl­len auto­ma­tisch benach­barte Anla­gen ein­sprin­gen. Zum ande­ren steht seit Dezem­ber ein mobi­les Unter­werk in einem Con­tai­ner bereit, das die Ver­sor­gung wäh­rend der Bau­zeit übernimmt.

Die Arbei­ten am Ree­ser Platz sol­len im Sep­tem­ber abge­schlos­sen sein. Bis dahin wer­den nach Anga­ben der Rhein­bahn rund drei Kilo­me­ter Kabel ver­legt. Ist das neue Unter­werk fer­tig­ge­stellt, wird auch das mobile Con­tai­ner-Unter­werk abtrans­por­tiert – und die Grün­flä­che am Ree­ser Platz neu gestal­tet. Ein Gar­ten- und Land­schafts­ar­chi­tekt erar­bei­tet dafür in Abstim­mung mit dem städ­ti­schen Gar­ten­amt ein Kon­zept für die Neubepflanzung.

Der Umbau ist Teil einer grö­ße­ren Moder­ni­sie­rungs­of­fen­sive: Seit 2021 hat die Rhein­bahn bereits fünf ihrer ins­ge­samt 60 Gleich­rich­ter­un­ter­werke im Stadt­ge­biet über­holt, in den kom­men­den fünf Jah­ren sol­len fünf wei­tere fol­gen. Mög­lich wird das unter ande­rem durch das För­der­pro­gramm „Kom­mu­nale Schiene”, über das Bund und Land 60 Pro­zent der zuwen­dungs­fä­hi­gen Kos­ten über­neh­men – den Rest trägt die Rhein­bahn selbst. „Das Pro­gramm stärkt die Moder­ni­sie­rung unse­rer tech­ni­schen Infra­struk­tur und trägt so zu einem leis­tungs­fä­hi­gen und attrak­ti­ven ÖPNV bei”, so Zweig. „Für mich ist das echte Zukunfts­ar­beit an unse­rer Infra­struk­tur: Wir machen das Netz robus­ter, moder­ner und berei­ten uns so dar­auf vor, was in Zukunft an Anfor­de­run­gen auf uns zukommt.”