
v.l.Hildegard Dahmen, Karin Houck, Manfred Castor, Thea Ungermann und Stefan Drüppel © Lokalbüro
Die Mostertpöttches verleihen in diesem Jahr die Karl-Klinzing-Plakette an die Düsseldorfer Gastronomin Karin Houck. Damit würdigt die Gilde der Liederdichter, Büttenredner, Sänger, Parodisten sowie Fanfaren- und Tanzcorps eine Frau, die über Jahrzehnte zu einem festen Bestandteil des Düsseldorfer Karnevals und der Altstadt geworden ist.
Houck, die 1957 in Düsseldorf geboren wurde, begann bereits mit 17 Jahren, im Jahr 1974, als Kellnerin im Nähkörbchen zu arbeiten. 1992 übernahm sie das Wespennest auf der gegenüberliegenden Straßenseite, bevor sie im Jahr 2000 dort die KG Regenbogen gründete. 2001 kehrte sie schließlich als Chefin ins Nähkörbchen zurück. Mehr als 50 Jahre lang waren die Lokalitäten, in denen sie arbeitete und die sie führte, feste Treffpunkte für die Düsseldorfer Karnevalisten. Das Nähkörbchen war zugleich Anlaufstelle der queeren Szene Düsseldorfs, in dem offen und frei gefeiert, geklönt und geflirtet werden konnte – nicht wenige Ehen und Partnerschaften haben dort ihren Anfang genommen. Mit ihrer liebenswerten und fürsorglichen Art hat Karin Houck vielen Menschen, die anderswo in Düsseldorf ihresgleichen suchten, eine Heimat gegeben. Aus persönlichen Gründen musste sie das Nähkörbchen zum 29. März 2026 schließen.
Ganz ohne Arbeit kann und will die Altstadtwirtin allerdings nicht sein: Zwei Tage in der Woche ist sie inzwischen in der „Altstadtliebe” im Einsatz – jenem Lokal, das mittlerweile auch zum neuen Stammlokal der KG Regenbogen geworden ist, die viele Jahre lang im Nähkörbchen verkehrte. Seit 2023 betreibt Karin Houck zudem ihr eigenes Zelt, das Karins Kirmeskörbchen, auf der Großen Düsseldorfer Kirmes – auch das soll für viele Menschen, unabhängig davon, welcher Szene sie sich zugehörig fühlen, zur Heimat auf der Kirmes werden, und Houck will dieses Engagement fortsetzen. Dem Karneval bleibt sie ebenfalls verbunden: Für 2027 ist gemeinsam mit der KG Regenbogen ein Biwak in der Altstadt angedacht, das Karnevalskörbchen.
Als man Karin Houck auf der Kirmes fragte, ob sie die Auszeichnung annehmen wolle, hatte sie nach eigener Aussage gerade einmal fünf Sekunden Zeit, sich zu entscheiden. Mit der Karl-Klinzing-Plakette 2026 ist sie nun die 63. Trägerin dieser Auszeichnung, die von den Mostertpöttches jährlich an bedeutende Persönlichkeiten der Stadt verliehen wird und regelmäßig zu einem gesellschaftlichen Ereignis in Düsseldorf wird.
Die Mostertpöttches selbst wurden am 12. Dezember 1952 gegründet und zählen heute über sechzig aktive sowie knapp hundert fördernde Mitglieder. Weitere Informationen zum Verein gibt es unter www.mostertpoettches.de.